Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Stralsund Trotz knapper Kassen: „Windelgeld“ für Babys
Vorpommern Stralsund Trotz knapper Kassen: „Windelgeld“ für Babys
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
04:25 30.08.2013
Anja Rummelhagen und Steffen Thurow (l.) freuen sich ebenso wie Janine Weckwerth (M.) und Fanny Gurwell (r.) über das von Bürgermeister Hartmut Thurow überreichte Babygeld. Quelle: Ines Engelbrecht

Mit großen Augen schauen Nina-Charlott und Luisa Johanna vom Arm ihrer Eltern in die Welt, während Emilia noch im Kinderwagen schläft. Die drei kleinen Behrenwalder Mädchen sind mit ihren Eltern gekommen, um die 100 Euro Begrüßungsgeld entgegenzunehmen. Auch Finja und Xenia sind neue Erdenbürger, die von Bürgermeister Hartmut Thurow die kleine Prämie und eine Lebenskerze feierlich überreicht bekommen.

„Fünf Mädchen sind bis jetzt in diesem Jahr in unserer Gemeinde geboren wurden. Sie alle bekommen kleine Präsente. Im Herbst gibt es dann noch mal Nachwuchs“, erklärt das Oberhaupt der 250 Einwohner zählenden Gemeinde Weitenhagen. Thurow freut sich natürlich besonders über Nina-Charlott, denn die Kleine ist sein erstes Enkelkind.

Die Abgeordneten hatten auf einer Sitzung beschlossen, für alle in der Gemeinde gemeldeten Neugeborenen ein Begrüßungsgeld auszugeben. Das betrifft den Nachwuchs in Koitenhagen, Alt Seehagen, Behrenwalde und Weitenhagen. „Wir wollen unsere jungen Familien gerne hier behalten und noch mehr junge Leute dazugewinnen. Vielleicht ist das ja ein kleiner Anreiz. Dazu möchten wir jedem Kind einen Kirschbaum als so genannten Patenbaum zur Verfügung stellen. Die Kirschbäume sind spät tragend, stehen in Behrenwalde Süd und Koithenhagen und sind als Ausgleichsmaßnahme gepflanzt worden“, so der 58-Jährige.

Der Agrarbetrieb Ahrenshagen-Tribohm von Karl-Herrmann Buse unterstützte die Gemeinde mit 2000 Euro. Von diesem Geld wird das Baby-Begrüßungsgeld genommen. Eine tolle Sache, meint Janine Weckwerth.

„Ich finde es schön, dass die Gemeinde soviel für ihren Nachwuchs übrig hat. Die Gesellschaft sollte allgemein etwas mehr für ihre Kinder tun“, so die Mutter der vier Monate jungen Luisa Johanna. Sie war im Pflegedienst tätig.

Für Fanny Gurwell ist es das zweite Kind. Sie stammt aus Altefähr und lebt seit zwei Jahren in Behrenwalde. „Mein zehnjähriger Sohn wünschte sich zwar einen Bruder, aber jetzt ist er total verliebt in seine kleine Schwester“, erzählt die 33-Jährige. Für sie war Emilia ein Wunschkind.

„Für uns ist es das erste Babyglück und auch ein Wunschkind“, sagt Anja Rummelhagen. Die 26-jährige Arzthelferin war mit ihrem Partner, Landwirt Steffen Thurow, zur gemütlichen Kaffeerunde ins Gemeindehaus gekommen. Beide haben sich bei Steffens Eltern einen Teil des Hauses ausgebaut und sind sicher, das Nina-Charlott noch ein Geschwisterchen bekommen wird...

Auch in anderen Kommunen möchte man trotz eng gestrickter Haushalte etwas Gutes für junge Familien tun. So überreicht Wendisch-Baggendorf als zweite Gemeinde im Amt Franzburg-Richtenberg ein Präsent für jedes Baby. Im Amtsbereich Niepars gehört das Babygeld schon lange als feste Größe in die Haushalte. So zahlt zum Beispiel die Gemeinde Kummerow 500 Euro für jeden neuen Erdenbürger. Auch in Lüssow möchte man an der besonderen Prämie festhalten. „Wir wissen, dass wir den Etat nicht mehr ausgeglichen bekommen. Aber am Begrüßungsgeld wollen wir nicht sparen. Die kleinen Einwohner sind ja ein Symbol für das Wohlfühlen, ein Symbol für Entwicklung“, sagt Bürgermeister Thomas Kamphues (CDU).

Im Handwerkerdorf Niepars und in den dazugehörigen Ortsteilen fließt ein „Windelgeld“ von 250 Euro, auch hier ist das seit Jahren Tradition. Und auch die Pantelitzer haben sich im Zuge der Haushaltsdebatte dafür ausgesprochen, 200 Euro für jedes Neugeborene zu zahlen. Die Summe war zwar früher höher, aber ganz streichen — das kam für die Gemeinde am Stadtrand von Stralsund überhaupt nicht in Frage.

Wir freuen uns über den Zuzug junger Familien.“Hartmut Thurow (58), Bürgermeister der Gemeinde Weitenhagen

Ines Engelbrecht und Ines Sommer

Die SPD-Kreistagsfraktion setzt sich für eine dauerhafte Schulsozialarbeit und die Entfristung der entsprechenden Arbeitsverträge im Landkreis ein.

30.08.2013

Der ASB hilft dem Verein bei der Ausbildung.

30.08.2013

Mit 14 Enthusiasten fing im Verein „An den Bleichen“ 1923 alles an. Die Suche nach Pachtland war schwierig.

30.08.2013
Anzeige