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Südvorpommern Mordfall Leonie: Auto der Mutter beschlagnahmt
Vorpommern Südvorpommern Mordfall Leonie: Auto der Mutter beschlagnahmt
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20:24 01.02.2019
In Torgelow ermittelt die Polizei nach dem Tod eines sechs Jahre alten Mädchens. Quelle: Christopher Niemann
Wolgast/Torgelow

Drei Wochen nach dem gewaltsamen Tod der sechsjährigen Leonie in Torgelow (Vorpommern-Greifswald) ist die genaue Todesursache weiter unklar. Wie eine Sprecherin der Neubrandenburger Staatsanwaltschaft am Freitag erklärte, laufen noch weitergehende Untersuchungen dazu, zudem liefen Vernehmungen. Ungeachtet dessen wurde der Leichnam zur Beisetzung freigegeben.

Das Mädchen wird an diesem Samstag um 10 Uhr in Wolgast beigesetzt. Die Trauerfeier werde weltlich und in der Trauerhalle am Tannenberg sein. Der Vater Oliver E. wünscht sich, dass auch die Öffentlichkeit an der Beerdigung teilnimmt. Es wird in der Stadt mit großer Anteilnahme gerechnet.

Der erste Polizei-Einsatz, die Anteilnahme an dem Tod des Mädchen, die Flucht des Tatverdächtigen und die tagelange Suche nach ihm: Hier finden Sie Bilder zum tragischen Tod von Leonie aus Torgelow.

Auto der Mutter beschlagnahmt

Die Sechsjährige hatte mit ihrer Familie in Wolgast gelebt, bevor die Mutter mit ihr, dem Bruder und dem Stiefvater David H. Mitte 2018 nach Torgelow gezogen war. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 27 Jahre alten Stiefvater „Mord durch Unterlassen“ vor und ermittelt gegen die Mutter wegen unterlassener Hilfeleistung. David H. sitzt in der JVA in Bützow in Haft und bestreitet die Tat.

Im Rahmen der Ermittlungen werden Wohnung und Umfeld der Familie derzeit intensiv untersucht. Unter anderem wurde jetzt das Auto der Mutter in Torgelow beschlagnahmt, um es auf mögliche Spuren zu untersuchen. Das bestätigte die Polizei auf OZ-Anfrage. Ein Abschleppfahrzeug hatte den Wagen abtransportiert. Die Mutter ist derzeit mit ihrem Baby in einer Mutter-Kind-Einrichtung untergebracht und wird rund um die Uhr betreut.

Berichte zur Arbeit von Jugendamt und Polizei

Die Ermittlungen seien tiefgreifend und könnten Wochen oder Monate in Anspruch nehmen, sagt Oberstaatsanwältin Beatrix Heuer. Zeugenaussagen, Spurenauswertungen vom Tatort und Informationen zum digitalen Leben des Tatverdächtigen müssten zusammengetragen werden. Ob am Ende dann auch Anklage erhoben werden könne, hänge von den Ergebnissen dieser Ermittlungen ab.

Ermittler vermuten aber, dass der Mann das Kind derart misshandelt hat, dass es an den Verletzungen starb. Der 27-Jährige war am 14. Januar bei einer Festnahme geflohen, wurde aber eine Woche später gefasst und ist in Untersuchungshaft. Bei den Ermittlungen werde auch die Arbeit des Jugendamtes geprüft, hieß es. Ein Polizeibericht ans Innenministerium über die Flucht aus dem Polizeirevier wird ebenfalls gerade ausgewertet. Disziplinarische Maßnahmen gegen Polizeibeamte werden geprüft.

Zur Trauerfeier in der Christuskirche in Torgelow für die verstorbene Leonie kamen Hunderte.

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dpa/vw