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Südvorpommern Mordfall Leonie: Verdächtiger Stiefvater schweigt
Vorpommern Südvorpommern Mordfall Leonie: Verdächtiger Stiefvater schweigt
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13:56 22.01.2019
Mit diesem Foto hat die Polizei nach dem verdächtigen Stiefvater David H. gesucht. Quelle: Polizei Neubrandenburg
Torglelow

Der verdächtige Stiefvater im Mordfall Leonie schweigt zu den Vorwürfen. In der ersten Vernehmung der Polizei nach seiner Festnahme am Montag habe David H. von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht, sagte eine Polizeisprecherin. Danach war der Mann aus Torgelow zum Amtsgericht Pasewalk gebracht worden, dass wegen des großen Medienandrangs von Polizisten extra gesichert worden war. Dort verkündete ein Richter den bereits am 17. Januar erlassenen Haftbefehl wegen Mordes durch Unterlassen. Ob der Beschuldigte dort Angaben machte, ist noch nicht bekannt. Beamte brachten ihn anschließend in die JVA Bützow. Dort sitzt er jetzt in Untersuchungshaft. „Die Polizei hat jetzt die Aufgabe, die Ermittlungen zügig zu Ende zu bringen, damit Anklage erhoben werden kann“, sagte Beatrix Heuer von der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg.

Dem 27-Jährigen werden Mord durch Unterlassen und Körperverletzung vorgeworfen. Er soll die sechs Jahre alte Tochter seiner Lebensgefährtin derart misshandelt haben, dass sie am 12. Januar in der Wohnung der Familie in Torgelow starb. Er habe den nahenden Tod des Kindes infolge der Misshandlungen erkannt und billigend in Kauf genommen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Um seine Tat zu verdecken, habe er nicht rechtzeitig medizinische Hilfe geholt.

Der erste Polizei-Einsatz, die Anteilnahme an dem Tod des Mädchen, die Flucht des Tatverdächtigen und die tagelange Suche nach ihm: Hier finden Sie Bilder zum tragischen Tod von Leonie aus Torgelow.

Der Mann war am 12. Januar zunächst wegen „Körperverletzung mit Todesfolge“ unter Verdacht geraten, hatte aber bei einem Festnahmeversuch am 14. Januar aus dem Polizeirevier in Pasewalk fliehen können. Das hatte Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU) bereits scharf kritisiert und die Umstände extra prüfen lassen.

Seit Freitag hatte die Polizei auch öffentlich mit Fotos nach dem 27-Jährigen gefahndet, der in der Region Anklam/Torgelow aufgewachsen war und zeitweise auch in Wolgast gelebt hatte.

Das Jugendamt hatte die Familie im Februar 2018 - damals hatten sich die Eltern getrennt und die Mutter lebte mit dem neuen Lebensgefährten noch in Wolgast – nach einem Hinweis überprüft, aber keine Anhaltspunkte für Misshandlungen gefunden.

Der Bruder des gestorbenen Mädchens wurde vom Jugendamt zum leiblichen Vater gebracht. Gegen die Mutter der beiden Kinder, die mit einem Baby in eine Mutter-Kind-Einrichtung gebracht wurde, wird wegen des Verdachts der unterlassenen Hilfeleistung ermittelt.

Am Dienstag ist in Torgelow eine Trauerstunde in der evangelischen Kirche geplant.

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