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Südvorpommern Erste größere Wolfsattacke 2019: Schafe und Damhirsche in Vorpommern gerissen
Vorpommern Südvorpommern Erste größere Wolfsattacke 2019: Schafe und Damhirsche in Vorpommern gerissen
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20:11 11.02.2019
In der Ueckermünder Heide hat es vermutlich den ersten Wolfsangriff auf Nutztiere im Jahr 2019 gegeben. Quelle: Swen Pförtner/dpa
Ueckermünde

In der Ueckermünder Heide in Vorpommern sind zwei Schafherden und ein Damwildgehege vermutlich von Wölfen attackiert worden. Wie das Schweriner Agrarministerium am Montag mitteilte, wurden mindestens 15 Schafe und Damhirsche getötet, drei Tiere verletzt und ein Schaf noch vermisst. Die Attacken ereigneten sich bei Schafhaltern in Dörfern bei Ueckermünde und Pasewalk sowie in einem Damwildgehege bei Mönkebude. Sie seien am 7. und 8. Februar gemeldet worden.

Betroffen war ein privater Schafhalter bei Pasewalk, bei dem alle acht Tiere getötet wurden. Im Damwildgehe mit 70 Tieren wurden fünf Damhirsche gerissen und zwei Tiere verletzt. Bei einem weiteren Schafhalter wurden zwei von 70 Schafen getötet und je eines verletzt oder vermisst.

Ergebnis der Gen-Proben steht noch aus

Eine Rissgutachterin habe die Tiere angesehen und halte Wolfsangriffe für „wahrscheinlich.“ Ein Ergebnis von Gen-Proben stehe aber noch aus. Es wären die erste größeren Wolfsattacken auf Nutztiere in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2019. In allen Fällen müsse noch geklärt werden, ob die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen befolgt wurden, hieß es.

In dem Dammwildgehege Mönkebude bei Ueckermünde sollen Wölfe Damhirsche getötet haben. Quelle: Christopher Niemann

Anfang Februar habe es einen weiteren Vorfall mit einzelnen Schafen sowie einem toten Kalb gegeben. Hier stehe ein genaueres Ergebnis der Untersuchungen noch aus

Im Jahr 2018 hatten Wölfe trotz umfangreicher Schutzmaßnahmen im Nordosten mehr als 160 Schafe, Kälber und andere Nutztiere getötet und verletzt. „Solche bedauernswerten Übergriffe sind der Beweis dafür, dass der Erhaltungszustand der Raubtiere inzwischen sehr gut ist“, sagte der Präsident des Landesjagdverbandes, Volker Böhning, der Deutschen Presse-Agentur. Der strenge Schutzstatus der Wölfe müsse endlich gelockert und die Raubtiere „zur Bewirtschaftung“ freigegeben werden.

Schutzstatus muss gelockert werden

„Es macht keinen Sinn, die Zäune immer noch höher zu bauen“, erklärte Böhning. In der Ueckermünder Heide, wozu der riesige Truppenübungsplatz Jägerbrück gehört, jagen mehrere Wolfsrudel. Die Raubtiere kommen auch von Polen hinüber. Bei Jagden in der Region Rothemühl-Ueckermünde seien schon mehrfach Wölfe gesichtet worden.

Ähnliche Forderungen zur „Bewirtschaftung“ gibt es seit langem in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg, wo noch deutlich mehr Wölfe leben. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es laut Ministerium mindestens sechs Rudel sowie diverse Einzelwölfe und Wolfspaare. Dazu kommen Wölfe oder Rudel, die auch aus Brandenburg in den Norden kommen.

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