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Usedom 120 Jahre Seebad Bansin: Riesenparty im kleinsten Kaiserbad
Vorpommern Usedom 120 Jahre Seebad Bansin: Riesenparty im kleinsten Kaiserbad
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05:38 15.05.2017
Gitti Will (l.) hatte ihre Kutsche beladen: mit Kurdirektor Thomas Heilmann (l.), Bürgermeister Lars Petersen und seiner Partnerin Peggy Mehling.
Bansin

War das ein Gedränge am Wegesrand! Nichts ging mehr auf den Bürgersteigen an der Ecke Seestraße/Waldstraße, als am Samstagvormittag der Festumzug die Mitte des Seebades Bansin erreichte. Das kleinste Kaiserbad beging sein 120-jähriges Bestehen, und es war ein würdiger Umzug als Höhepunkt der Feierlichkeiten. 38 Wagen und Gruppen hatten sich um halb 11 Uhr im Fischerweg in Bewegung gesetzt. Am Sportplatz vorbei ging es die Seestraße hinunter, die von vielen winkenden und sichtlich gut gelaunten Menschen gesäumt war.

War das ein Gedränge am Wegesrand! Nichts ging mehr auf den Bürgersteigen an der Ecke Seestraße/Waldstraße, als am Samstagvormittag der Festumzug die Mitte des Seebades Bansin erreichte.

Die Polizei hatte alle Zufahrtsstraßen abgesperrt, damit keine Pkw kreuzen konnten. Abreisende Urlauber mussten sich also ein bisschen gedulden, um aus Bansin herauszukommen. Dafür wurden sie mit einem bunten und fröhlichen Umzug belohnt, der am Hotel „Buchenpark“ in die Waldstraße einbog. Hier standen die meisten Fotografen und Moderator Jürgen Kraft, der die einzelnen Gruppen begrüßte und den Schaulustigen vorstellte.

Einen tiefen Knicks machte er vor der Kutsche, in der neben Bürgermeister Lars Petersen die Tagesschau-Sprecherin und Moderatorin Judith Rakers Platz genommen hatte. Jürgen Kraft lud die Wahl-Hamburgerin spontan zum Anbaden am nächsten Tag ein. Angesichts der Wassertemperaturen winkte Rakers allerdings (zunächst?) dankend ab.

Hingucker beim Festzug war neben dem Badekaiser, der von Tobias Wessoly und Ralf Werner mit bemerkenswerter Muskelkraft auf einem historischen Badekarren gezogen wurde, ein Modell der Bansiner Waldkirche. Das verlängerte Kirchenschiff dient ansonsten auf einer Pferdekoppel an der Bergmühle als Sprunghindernis.

Die Grundschule, die Kita Waldzwerge sowie die Bansiner Sportvereine Medizin und FC Insel Usedom boten viel Fußvolk auf. An die Kriegszeit erinnerten Frauen und Kinder mit Bollerwagen, die den Flüchtlingstreck symbolisierten. Natürlich durften Pferdekutschen, Oldtimer-Lkw, Traktoren, Pkw der Marke Trabant sowie knatternde Mopeds nicht fehlen, die vom DDR-Museum Dargen und den Usedomer Schlepperfreunden beigesteuert wurden.

So freute sich Kurdirektor Thomas Heilmann, dass der Umzug durch deren Teilnahme sowie durch die Streckelberger Musikanten, die Ückeritzer Dörpkapell und die Usedomer Eisenbahnfreunde „fast eine Inselsache“ war. Sven Brümmel vom Geschichtsverein der Kaiserbäder war ebenfalls sehr zufrieden. Immerhin haben Mitglieder des Vereins den Umzug mit vorbereitet. Auf Wunsch der Bansiner wurden nicht nur die touristischen Straßen berücksichtigt, sondern auch Wohnstraßen wie die Goethe- und die Waldstraße.

Stolz zeigte sich Brümmel auch, dass zwei Bücher von Mitgliedern des Geschichtsvereins beigesteuert wurden: Die Festschrift „120 Jahre Bansin“ von Karin Buchholz und Brigitte Fürhoff sowie das Buch „Bansiner Villen in alten Ansichten“ von Hans-Ulrich Bauer. Die Bansinerin Gertrud Kadow, die mit der Kirchengemeinde Heringsdorf-Bansin mitmarschierte und Luther-Lieder sang, war überrascht, wie viele Einheimische auf den Beinen waren. Sie fand: „Alle haben sich so viel Mühe gegeben.“

Besonderes Lob hatte der Kurdirektor zum Schluss für seine Mitarbeiter, allen voran Mandy Schmurr, übrig, die für den Umzug die Hauptverantwortung trug. Als der bunte Lindwurm auf die Zielgerade im Fischerweg einbog, war die ehemalige Bernsteinprinzessin erleichtert. „Ja, geschafft“, strahlte Mandy Schmurr. Und mit Blick auf die Uhr konnte sie es kaum glauben, dass der Umzug um Punkt Zwölf tatsächlich pünktlich im Ziel war.

Dietmar Pühler

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