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Usedom 150 Jahre SPD: Erwin Sellering gibt seinen Stuhl ab
Vorpommern Usedom 150 Jahre SPD: Erwin Sellering gibt seinen Stuhl ab
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07:54 22.04.2013
Der Bansiner Schriftsteller Egon Richter liest aus Geschichten seines Onkels Hans Werner Richter vor. Quelle: Alexander Müller

Im Hotel zur Post herrschte am Samstag so viel Gewusel, dass selbst Ministerpräsident Erwin Sellering sich nur mit Mühe zu seinem Platz vorkämpfen konnte. Der SPD-Ortsverein der Insel Usedom hatte zum 150. Geburtstag der Sozialdemokratie nach Bansin eingeladen. Und es kamen so viele Gäste, dass noch schnell neue Stühle herbei geschafft werden mussten.

Doch als endlich alle einen Sitzplatz gefunden hatte und Sellering seine Festrede hielt, tigerte einer immer noch ganz unruhig durch den Raum: SPD-Ortsvereinschef und Organisator Günther Jikeli. Gut gelaunt, aber sichtlich aufgeregt, schien er an jedem Tisch nach dem Rechten sehen zu wollen. Den Ministerpräsidenten machte er damit offensichtlich ganz wuschig. „Nun setz dich doch bitte hin, Günther. Du kannst auch meinen Platz haben“, bot der Landesvater seinen hart erkämpften Stuhl an.

Die Inselprominenz amüsierte sich köstlich, darunter unter anderem Heringsdorfs Bürgermeister Lars Petersen, der Amtsvorsteher von Usedom Süd, Karl-Heinz Schröder oder die Vize-Stadtpräsidentin von Swinemünde Joanna Agatowska. Doch all die bekannten Namen sollten an diesem Nachmittag nur Nebendarsteller sein.

Im Mittelpunkt standen vielmehr zwei SPD-Mitglieder, die für ihre außergewöhnliche Treue zu ihrer Partei geehrt wurden. Die Heringsdorferin Christel Schwarz engagiert sich seit 54 Jahren für die Sozialdemokraten. In den 1960er und 1970er Jahren war sie Wahlhelferin für die Berliner Bürgermeister Willy Brandt, Heinrich Albertz, Klaus Schütz und Jochen Vogel. „Sie hat allen vieren ins Amt verholfen“, witzelte Sellering. Die 79-Jährige nahm ihre Urkunde sichtlich gerührt entgegen. Eduard Beischall aus Karlshagen wurde ebenfalls geehrt. Der 75-Jährige ist sogar noch zwei Jahre länger Parteimitglied als Christel Schwarz und dazu noch Chef des bekannten Shanty-Chores in Karlshagen.

Nach einem kurzen Gedenken an all jene, die im vergangenen Jahrhundert wegen ihrer Parteizugehörigkeit verfolgt wurden, hatte der Bansiner Schriftsteller Egon Richter seinen großen Auftritt. Der Neffe von Hans Werner Richter las aus einigen Geschichten seines berühmten Onkels vor. Die Passagen drehten sich um das Bildungsniveau und das Liebesleben der Pommern und strotzten nur so vor Satire und Ironie. Und das Publikum bewies, dass es durchaus auch über sich selbst lachen kann.

Für besonders große Erheiterung sorgte ein bitterböses Sprichwort: „Im Winter ist der Pommer noch viel dümmer als im ...“ Egon Richter brauchte den Reim gar nicht mehr zu Ende sprechen. Die Anwesenden im Saal brüllten bereits vor Lachen.

SPD-Ortsverein Usedom
50 Mitglieder hat der SPD-Ortsverein der Insel Usedom nach eigenen Angaben. Vorsitzender ist der Kreistagsabgeordnete Günther Jikeli.

Mitgliederversammlungen finden in der Regel einmal im Quartal an wechselnden Orten statt. Gäste sind willkommen. Die Lokalpolitiker setzen sich besonders für die Themen Arbeit, Verkehr und Kultur ein. Sie fordern beispielsweise Mitbestimmung von Angestellten in Unternehmen durch Betriebsräte oder die Wiederherstellung der Eisenbahn-Südanbindung über die Karniner Brücke.

Alexander Müller

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