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1945: Kreuzer „Lützow“ im Bombenhagel

Swinemünde 1945: Kreuzer „Lützow“ im Bombenhagel

Der Swinemünder Chronist Piotr Laskowski beschreibt in neuem Buch den Angriff aus Zeitzeugenberichten

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Piotr Laskowski zeigt sein neuestes Buch. Der Geschichtsenthusiast ist voll Leidenschaft für das Sammeln historischer Fakten.

Quelle: rj

Swinemünde. Piotr Laskowski, ein Geschichtsenthusiast der Stadt Swinemünde, veröffentlichte erneut ein Buch. Dieses Mal befasste er sich mit dem Thema des Bombenangriffs auf den Kreuzer „Lützow“, der am Ende des Zweiten Weltkriegs in Swinemünde stationiert war. Sein Buch widmet er den verstorbenen britischen Fliegern und deutschen Seeleuten, die am Tag des Luftangriffs, am 16 April 1945, gefallen sind. „Sie alle waren Opfer dieser schrecklichen, durch den Nationalsozialismus hervorgerufenen Menschenschlacht, die der letzte Krieg gewesen war“, sagt Piotr Laskowski.

Wenn ich noch ein Buch schreibe, handelt es sicher wieder von Geschichte.“ Piotr Laskowski, Autor

Er sagt, dass der Kontakt zu Familienangehörigen der am Angriff beteiligten britischen Flieger, ihn dazu gebracht hätte, das Buch „Der Luftangriff auf Lützow“ zu schreiben. Es hatten sich viele, interessante und wenig bekannte Informationen angesammelt. Sie haben Piotr Laskowski getrieben, die Geschichte der Bombardierung auf eine etwas andere Art und Weise darzustellen. Nebenbei wird ein für alle Mal der Mythos über das Schicksal der Besatzung des abgeschossenen britischen Bombers aufgelöst. Das Flugzeug wurde von einer Flugabwehr-Rakete getroffen und stürzte auf die Insel Karsibór ab. In den Medien gab es Berichte, dass die britischen Flieger ermordet wurden. Piotr Laskowski meint, dass das Unsinn ist. „Ich weiß nicht woher diese Spekulationen stammen. In Dokumenten, die ich analysiert habe, gibt es keine Spur, und glauben Sie mir, die Briten waren sehr gründlich in ihrer Arbeit“, argumentiert Piotr Laskowski.

Authentische Berichte Der Swinemünder betont, dass die Zeitzeugen und deren Familien gern ihre Informationen über den Angriff geteilt hätten. Dadurch beinhaltet das Buch viele interessante Beschreibungen, Fotos und Zeugenaussagen. Bei der Sammlung der Dokumentation halfen ihm zwei seiner Kollegen und britische Historiker. Bemerkenswert ist, dass bereits in den 1950er Jahren Matrosen der Lützow und britische Flieger Kontakt zueinander aufgenommen haben und sich gegenseitig besuchten. Dies zeigt, dass die Ereignisse aus der Vergangenheit für sie kein schwieriges Thema sind. Einige der Soldaten sind noch am Leben, aber im Laufe der Zeit werden es immer weniger.

„Einer der Piloten starb kurz vor Erhalt des Buches. Die Korrespondenz und die Fotos hat mir sein Sohn zur Verfügung gestellt. Eine wahre Geschichte sind gerade die Erinnerungen der Menschen. Das enzyklopädische Wissen stellt dagegen nur trockene Fakten und Daten dar. Während wir hier die menschlichen Biographien, ihre Erfahrungen und Emotionen berücksichtigen, darüber wie sie die Welt wahrgenommen haben. Wir lernen ihre Reaktionen unter Einfluss dramatischer Ereignisse kennen“, erklärt der Autor.

Piotr Laskowski schrieb nicht nur ein Buch über den Kreuzer, er sammelte seit Jahre Gegenstände, die mit diesen Ereignissen zusammenhängen. Man kann sie im West Fort sehen – so zum Beispiel eine große Patronenhülse der Rakete Lützow oder Teile des abgestürzten Flugzeugs.

Historiker aus Leidenschaft Laskowski meint, dass an der Fähranlegestelle „Zentrum“ (Fähren Karsibór) eine Gedenktafel mit Informationen über die damaligen Ereignisse angebracht werden sollte. Dies wäre der beste Platz, um Touristen über die Ereignisse zu informieren.

Die Frage, wovon sein nächstes Buch handeln wird, beantwortet Piotr Laskowski mit einem Lächeln. „Es gibt sehr viel Arbeit, Tag und Nacht. Ohne Leidenschaft kommt man nicht weit. Ich habe bereits eine kleine Serie über die Swinemünder Festungen herausgegeben, die Erinnerungen von Polen, Deutschen und Russen enthält, die sich damals in der Stadt aufhielten. Eines ist sicher, wenn ich ein Buch schreibe. Es wird auf jeden Fall von Geschichte handeln“, versichert Piotr Laskowski.

Radek Jagielski

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