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200 Jahre alte Tafeln am Wellenbrecher entdeckt

Der Blick zum polnischen Nachbarn: Historische Bautafeln, potenzielle Lebensretter und freies Parken 200 Jahre alte Tafeln am Wellenbrecher entdeckt

Mit Eifer suchte ein Swinemünder Verein nach Zeugnissen des Wellenbrecherbaus 1818 an der Mündung der Swine. Jetzt wurde auch die zweite Tafel freigelegt.

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Die Mühe der Historiker wurde belohnt. Auch die zweite Tafel, die an den Wellenbrecherbau erinnert, ist gefunden.

Quelle: mb

Swinemünde. Nach langer Suche wurde in Swinemünde die zweite Gedenktafel aus der Zeit des Königs von Preußen Friedrich Wilhelm III. gefunden, die an den Bauabschluss der ersten Wellenbrecher an der Mündung der Swine erinnert. Die kostbare Erinnerung war im zentralen Wellenbrecher unter einer dicken Betonschicht versteckt. Diese Entdeckung machten Hobbyhistoriker vom Stettiner Explorationsverein mit Unterstützung des Seeamtes in Stettin. Zwei Jahre hatten sie nach der Tafel gesucht.

Daran, dass sie existiert, erinnerte man sich vor zwei Jahren beim Umbau des zentralen Wellenbrechers. Damals entdeckte man die erste Tafel, die das Monogramm des Königs von Preußen, Friedrich Wilhelm III., darstellt. Das eingehauene Datum bezieht sich auf seinen ersten Besuch in Swinemünde. Der Bau der Wellenbrecher begann im Mai 1818. Im Juni 1820 während einer Inspektionsreise durch Pommern kam der König nach Swinemünde übers Land von Stettin nach Wollin. Er wollte das Meisterwerk der maritimen Baukunst sehen.

Begleitet von zahlreichem Gefolgen, ging Willhelm III. bis zum Ende des Wellenbrechers, wo er den Bauarbeiten zugesehen hatte. Gerade an dieser Stelle wurde die erste Gedenktafel der Größe 129 mal 93 cm eingebaut.

Als sie vor zwei Jahren gefunden wurde, stellte sich heraus, dass es auch noch eine zweite gibt. „Die Tafel verschwand während der Renovierung des Wellenbrechers vor 25 Jahren. Wir haben uns vorgenommen, sie zu finden, weil es eine interessante Sehenswürdigkeit ist. Und das Seeamt unterstützte unsere Arbeit gern“, sagt Rafal Jagodzinski, einer der Entdecker.

Die Liebhaber der Geschichte des Stettiner Explorationsvereins haben bei der Suche zwei Hypothesen berücksichtigt. Die erste geht davon aus, dass die Tafel während der Renovierung des Wellenbrechers vor 25 Jahren betoniert wurde. Der zweiten Version zufolge sollte das Denkmal entnommen und einem Museum überreicht worden sein. Eine Gruppe von Enthusiasten hat Archivmaterial gesammelt und den Wellenbrecher seit Anfang Juli mit Unterstützung des Seeamtes mit speziellen Geräten untersucht.

„Ursprünglich hatten wir sie an einer anderen Stelle lokalisiert, näher am Wasser. Nach Abschlagen von einigen Kubikmetern Beton, als wir schon aufgeben wollten, sahen wir plötzlich den ersten Buchstaben! Die Freude war unbeschreiblich“, sagt Krzysztof Plesniak, der zweite Entdecker.

Zu betonen ist, dass der 1824 eingeweihte Wellenbrecher 1824 schon ein paar Jahre früher funktionierte. Die Fertigungsarbeiten dauerten bis 1829. Über die jüngste Entdeckung wurde der Denkmalschützer der Woiwodschaft informiert, der darüber entscheidet was mit den Tafeln geschieht. Es gibt einen Vorschlag, die größere der Tafeln zu lassen und unter einem speziellen Panzerglas auszustellen.

Ihre Bergung wird aufgrund ihrer Größe mit großer Wahrscheinlichkeit nicht möglich sein. Es handelt sich um einen riesigen Granitblock, der höchstwahrscheinlich an Ort und Stelle bleiben muss. Dies wird noch mit dem Denkmalschützer der Woiwodschaft besprochen. Ewa Wieczorek vom Seeamt in Stettin verspricht, dass beide Tafeln wahrscheinlich auf dem zentralen Wellenbrecher freigelegt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Die Tafelinschrift
Die zweite Erinnerungstafel an den Wellenbrecherbau ist aus Granit und hat die Größe von 2,50 mal einem Meter. Folgende Inschrift ist zu lesen: „Während der Regierungszeit von Friedrich Wilhelm III wurde mit diesem Bau unter der Leitung vom geheimen Generalrat Scabelle im Mai 1818 begonnen, als der Wasserstand sieben Fuß im Fahrwasser betrug und endete im Oktober 1829, als der Wasserstand 18 Fuß im Fahrwasser hatte“.

 

Radek Jagielski

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