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60 Jahre Weltraumgeschichte in 207 Exponaten

Peenemünde 60 Jahre Weltraumgeschichte in 207 Exponaten

Tasillo Römisch präsentiert seine Privatsammlung in Peenemünde

Peenemünde. Eine Skulptur des russischen Kosmonauten Juri Gagarin, alte Fanpost und Weltraum- Kleidung: Der Raumfahrtexperte Tasillo Römisch hat gestern seine 116. Ausstellung eröffnet. Unter dem Motto „Russischer Orbit – Amerikanischer Mond?“ werden bis zum 18. Juni im Historisch- Technischen-Museum Peenemünde (HTM) 207 Exponate aus seiner Privatsammlung gezeigt, die die Entwicklung und Bedeutung der Raumfahrt veranschaulichen.

„Mich fasziniert der Flug in die unendlichen Weiten“, schwärmt der 62-Jährige. „Zudem gefällt mir, dass trotz aller Konflikte auf der Erde die internationale Zusammenarbeit im All funktioniert.“

Römisch, der sich bereits zu DDR-Zeiten mit dem Kosmos befasst hat, hat 1992 ein Museum im sächsischen Mittweida eröffnet. „Ich besitze 100 000 Exponate“, meint er. „Vieles kaufe ich in Auktionen.

Einiges habe ich sogar von den Kosmonauten persönlich erhalten.“

Besonders stolz ist Römisch auf den Overall vom deutsch-österreichischen Astronauten Reinhard Furrer, den er 1985 bei der ersten deutschen Mission auf einen Space Shuttle getragen hat. „Furrer kam zu mir und sagte, ich solle noch mehr Menschen von der Raumfahrt begeistern und ihnen diesen Overall zugänglich machen“, erinnert sich der Sammler. „Diesen Wunsch kann man als sein Vermächtnis sehen – Furrer starb später bei einem Flugzeugabsturz.“

Zu sehen sind Gegenstände aus den Jahren zwischen 1957 bis heute. Unter anderem auch Weltraum- Schuhe, die mit speziellen Klettverschlüssen an den Sohlen für Bodenhaftung sorgen. „Eigentlich interessiere ich mich weniger für Raumfahrt“, gesteht Besucherin Katarzyna Reimer aus Swinemünde. „Aber diese Schau ist interessant gestaltet. Man kann die Entwicklung der Raumfahrt gut nachvollziehen. Einiges werde ich noch einmal nachschlagen.“ Auch Christoph Langer aus Merseburg (Sachsen-Anhalt) sieht sich neugierig um. „Das ist alles sehr spannend“, meint der 41-Jährige. „Ich möchte mehr über die Geschichte lernen.“

Lernen können die Besucher jedoch nicht nur über die Historie. „Viele wissen, wann wer auf dem Mond gelandet ist. Mehr aber nicht“, sagt Römisch. „Ich möchte die Menschen vorstellen und Anekdoten, die mir erzählt wurden, weitergeben.“ So zeigt die Exposition auch ein „Playboy“-Magazin aus dem Jahre 1967. Dieser wurde von einem Ersatzmann der Apollo 12 auf das Raumschiff geschmuggelt und von den Astronauten während eines Mondspaziergangs entdeckt. „Das soll zu Heiterkeit geführt haben“, erzählt Römisch.

Etwa 40 Besucher erschienen zur Eröffnung. „Für uns ist diese Exposition eine schöne Fortsetzung unserer Ausstellungen über das Rüstungszentrum Peenemünde“, sagt der wissenschaftliche Leiter des Museums, Philipp Aumann. „Mir gefällt, dass hier auch gesellschaftliche Auswirkungen dargestellt werden.“

So stehe der Konflikt zwischen Ost und West im Mittelpunkt. Zeitungsartikel erinnern an die Berichterstattungen über den ersten Menschenflug ins All durch Gagarin 1961 sowie die erste Mondlandung der Amerikaner 1969.

Auch das Thema „Frauen im Kosmos“ wird thematisiert. „1963 flog mit Valentina Tereschkowa die erste Frau ins All – das sollte eine Demonstration vorbildlicher sowjetischer Frauenpolitik sein“, sagt Aumann. „Danach dauerte es jedoch 20 Jahre, bis die nächste Frau Teil einer Besatzung war.“

Die Exposition im HTM ist derzeit von Dienstag bis Sonntag zwischen 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Katharina Ahlers

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