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Usedom 700 Tauben im Wettflug von Niedersachsen nach Usedom
Vorpommern Usedom 700 Tauben im Wettflug von Niedersachsen nach Usedom
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00:00 06.09.2013
Usedom

Wettflug nach Usedom: Der Sieger bekommt 10 000 Euro. 699 Tauben werden morgen Früh in Hessisch-Oldendorf bei Hameln (Niedersachsen) in die Luft gelassen. Gegen 13 Uhr werden die ersten von ihnen im 500 Kilometer entfernten Neppermin erwartet. Dort sind sämtliche Fremdenzimmer seit Tagen ausgebucht. Hunderte Züchter aus ganz Deutschland wollen die Ankunft ihrer Vögel live verfolgen. Alle in der leisen Hoffnung, am Ende zu den Gewinnern zu zählen. Doch nicht jedes Tier wird das Ziel erreichen. „Wir rechnen mit zehn Prozent Abgang“, sagt Veranstalter Toni Deigner. Die weite Strecke berge so manche Gefahr. Raubvögel etwa, auch Stromleitungen.

Zehn Prozent Abgang — Deigner nennt sie normal. Die Tierrechtsorganisation Peta bewertet das anders. „Wettflüge stellen für Tauben eine Extrembelastung dar“, kritisiert Kampagnenleiterin Charlotte Köhler. Zahlreiche Tiere würden auf solchen Flügen an Dehydration, Erschöpfung oder Verletzungen sterben. Die Züchter, beklagt Köhler, nähmen das Leid der Vögel billigend in Kauf. Aus Sicht von Peta gehören Wettflüge wie der morgige schlichtweg verboten.

Klaus Klee sieht das anders. Die Tauben, sagt er, würden nicht unvorbereitet auf die weite Reise geschickt. Der Mann muss es wissen. Er kümmert sich seit Monaten um die Vögel, die morgen von Niedersachsen nach Usedom fliegen sollen. Im Frühjahr schon wurden sie nach Neppermin gebracht. „Da waren sie gerademal 35 Tage alt und standortfremd.“ Klee gewöhnte sie an ihr neues Zuhause. Und er begann, die Jungtauben für den Wettflug zu trainieren. Schritt für Schritt: „Zuerst fuhren wir mit ihnen 15 Kilometer weiter an die Zecheriner Brücke. Später nach Anklam und Altentreptow.“ Inzwischen seien die Tiere so gut drauf, dass sie 500 Kilometer „locker schaffen“. Erfahrungsgemäß gelte: Gute Pflege plus gute Versorgung gleich geringer Verlust. Den Wettflug nach Usedom gibt es seit mittlerweile 16 Jahren. „Die letzten fünf waren super“, sagt Veranstalter Toni Deigner. Das Ganze habe sich etabliert, sei für Neppermin/Benz auch ein wirtschaftlicher Faktor, 500 Zuschauer würden erwartet. Jede Sporttaube ist mit einem Chip versehen, der eingelesen wird, sobald sie Neppermin erreicht. Die Schnellste kommt gegen 13 Uhr. Ihr Züchter wird jubeln. Er bekommt 10 000 Euro.

sj

OZ

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