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Ab August 20000 Vögel auf der Greifswalder Oie beringt

Greifswalder Oie/Eldena Ab August 20000 Vögel auf der Greifswalder Oie beringt

Fachzentrale sucht junge ehrenamtliche Helfer für den Vogelschutz

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Ein Mitarbeiter während seiner Zeit als Beringer auf der Greifswalder Oie. FOTOS: STEFAN BRÜMMER

Greifswalder Oie/Eldena. Für die Vogelberinger auf der Insel Greifswalder Oie ist eine arbeitsreiche Herbstsaison zu Ende gegangen. Vom 1. August bis zum 6. November 2016 waren auf der Insel im Greifswalder Bodden etwa ein Dutzend Ornithologen und Beringungshelfer damit beschäftigt, Kleinvögel in feinmaschigen Japannetzen zu fangen, sie zu bestimmen, zu vermessen und zu datieren. Ihre Ergebnisse sandten sie an die Beringungszentrale (BZ) Hiddensee, wo die Daten zu wissenschaftlichen Zwecken aufbereitet werden.

OZ-Bild

Fachzentrale sucht junge ehrenamtliche Helfer für den Vogelschutz

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BZ Hiddensee

im Zuständigkeitsbereich der BZ Hiddensee etwa 120000 Vögel von rund 250 sachkundigen Ornithologen beringt. Im vergangenen Jahr waren es allein in Mecklenburg-Vorpommern 38815 Vögel von 175 Arten; allein auf der Greifswalder Oie wurden zirka 20000 Vögel mit einem Ring

versehen.

Dort hat Dr. Ulrich Köppen das Sagen. Er ist der Chef der Beringungszentrale, sozusagen der Herr der Ringe. Die Zentrale hat heute ihren Sitz im Greifswalder Ortsteil Eldena. Köppen ist bereits seit 1985 dabei. Damals war die BZ unter der Bezeichnung Vogelwarte Hiddensee in Kloster auf Hiddensee beheimatet. Sie war – unter dem Dach der Universität Greifswald – die einzige Vogelwarte der DDR und die nationale Beringungszentrale mit eigenen Vogelringen. „Heute sind wir eine staatliche Einrichtung im Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie“ sagt Köppen. Eine kleine, leistungsstarke Truppe mit fünf Mitarbeitern.

Nach 1990 gab es aber erst mal Ärger. Damals hatte die BZ Hiddensee im Zusammenhang mit der Umgestaltung der Hochschullandschaft um ihren Bestand zu kämpfen. Wegen des besonderen Interesses, das die ostdeutschen Bundesländer an einer kontinuierlichen Naturschutzforschung hatten, schlossen deren Umweltminister 1994 ein Verwaltungsabkommen zur gemeinsamen Finanzierung der BZ Hiddensee. Seitdem arbeitet die Beringungszentrale im Auftrag dieser fünf Bundesländer (Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen Anhalt und Thüringen) als eigenständige Einrichtung im Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG). Sie ist heute somit eine der drei Zentralen für die wissenschaftliche Vogelberingung in Deutschland.

„Wir haben einen guten Stand in den fünf Ländern“, sagt Dr. Köppen, unsere Arbeit wird anerkannt und wir sind erfolgreich.“ Dankbar ist der 64-jährige Leiter der Beringungszentrale auch für die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise. Und natürlich, nicht zu vergessen für die wertvolle Tätigkeit der ehrenamtlich arbeitenden Beringer. Immerhin: etwa 120000 Vögel, vom winzigen Goldhähnchen bis zum majestätischen Seeadler, werden alljährlich von etwa 250 sachkundigen Ornithologen beringt. Im vergangenen Jahr waren es allein in MV 38815 Vögel von 175 Arten. „Wenn man berücksichtigt“, so Köppen, „dass davon etwa 20000 auf der Greifswalder Oie beringt werden, ist das eine erhebliche Leistung, die die jungen Leute unter dem Dach des Vereins Jordsand dort abliefern.“

Das Aufgabengebiet der Mitarbeiter der BZ Hiddensee ist immens. Sie erfüllen eine breite Palette, die von der Erarbeitung langfristiger Untersuchungsprogramme über die Beschaffung der Vogelringe oder die Organisation von Beringertagungen bis hin zu wissenschaftlichen Forschungsarbeiten reicht. Aktuell wird unter anderem das Verhältnis von Vogelzug und Klimawandel näher untersucht. „Wir schauen“, sagt Ulrich Köppen, „ob und wie die Bedingungen sich verändern. Wie reagieren die Zugvögel auf massive Umweltveränderungen; wie entwickeln sich die Vogelbestände, nehmen sie ab oder nehmen sie zu?“

Dr. Köppen wünscht sich mehr Interesse junger Leute für die Arbeit als ehrenamtlicher Beringer. Eine hoffnungsvolle Rolle spiele hier wiederum die Greifswalder Oie: „Dort wird bereits ein Teil unseres Nachwuchses rekrutiert. Die Insel hat sich zu einer Begegnungsstätte von Fachleuten und Einsteigern entwickelt, auf der Interessierte beginnen, Blut zu lecken.“

Stefan Brümmer

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