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Usedom Ab sofort kostenfreies Wlan auf dem Greifswalder Markt
Vorpommern Usedom Ab sofort kostenfreies Wlan auf dem Greifswalder Markt
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00:00 21.10.2016

In Kürze können Greifswalder und Gäste auf dem Marktplatz ein kostenfreies Wlan-Netz nutzen. Den Testbetrieb hat der Verein Freifunk bereits gestartet. „Die Geschwindigkeit ist mit zwei bis drei Megabit pro Sekunde nicht besonders hoch“, sagt Freifunk-Mitglied Jörg Neubert. Youtube-Videos abzuspielen, sei nicht so einfach möglich, Fotos zu verschicken und Internetseiten aufzurufen jedoch schon. In der Testphase könne es noch zu technischen Problemen kommen. Erst wenn diese komplett behoben sind, soll der offizielle Startschuss fallen.

Möglich geworden ist das Pilotprojekt kostenfreies Wlan auf dem Marktplatz durch eine Kooperation mit der Stadtverwaltung. Neben dem Verein hat sich auch Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) für öffentliches Wlan stark gemacht. „Das ist ein wichtiges Anliegen für die Stadt. Es ist für Einheimische, Touristen und Tagungsteilnehmer interessant, wenn sie Fotos oder Unterlagen schnell verschicken können“, sagt Fassbinder. Auch der weitere Ausbau sei bereits geplant. Nächste Punkte sollen Wieck, Eldena, der Museumshafen und die Lange Straße sein.

Damit ist die Stadtverwaltung einer Beschlussvorlage der Bürgerschaftsfraktionen zuvorgekommen. Die Mitglieder haben einstimmig beschlossen, dass die Verwaltung möglichst flächendeckend öffentliches Wlan in der Stadt einrichten soll. Das im Antrag festgelegte Pilotprojekt Marktplatz ist nun bereits umgesetzt. Im Antrag wird zudem eine Kooperation mit dem Verein Freifunk empfohlen. Diese hat die Verwaltung bereits geschlossen. „Die Stadt hat lange keinen passenden Partner gefunden, mit dem sie das Vorhaben umsetzen kann“, sagt Fassbinder. Bis vor einem Jahr gab es nur kommerzielle Anbieter in Greifswald. Die Umsetzung wäre mit hohen Kosten verbunden gewesen. Der Verein Freifunk, der sich Ende 2015 gegründet hat, arbeitet komplett ehrenamtlich. „Im Pilotprojekt Markt stecken sehr viele Arbeitsstunden“, sagt Neubert. Die Stadt hat die Hardware angeschafft und am Gebäude installieren lassen. Das Netz stellt der Verein zur Verfügung, sorgt über eine Richtfunkstrecke dafür, dass das Netz nicht nur den 30-Meter-Radius rund um den Router, sondern ein größeres Areal abdeckt.

Auch bei den weiteren geplanten Projekten stellt die Stadt die öffentlichen Gebäude zur Verfügung. Für die Stromversorgung erhebt sie keine Gebühren. Bislang gibt es bereits mehr als 70 Freifunk-Router in Greifswald, die ein kostenfreies Netz bereit stellen.

Standpunkte sind unter anderem der Fangenturm am Museumshafen, das Restaurant Sofa und das Jugendzentrum Klex in der Innenstadt, die Büros von SPD und Grünen sowie das Begegnungszentrum Mole in der Gustebiner Wende. Auch der Kreistag Vorpommern-Greifswald hat den Beschluss gefasst, flächendeckend kostenfreies Wlan im Kreis zu installieren. Laut Finanzdezernent Dietger Wille (CDU) ist „bisher noch nichts passiert“. „Ein Wlan-Modul alleine reicht nicht aus. Im Kreis gibt es längst nicht überall so eine gute Interneterschließung wie in Greifswald“, sagt Wille. Ihm schwebt vor, das Thema öffentliches Wlan gemeinsam mit dem Standortkonzept des Kreises anzugehen.

„Ein solches Projekt schüttelt man nicht mal eben aus dem Ärmel“, so Wille. Ähnlich sieht das Jörg Neubert, der sowohl in der Bürgerschaft als auch im Kreistag sitzt. „Wir sind als Verein bisher nur in Greifswald aktiv. Der Kreis müsste sich einen kommerziellen Partner suchen. Das ist mit Kosten verbunden. Der Verein steht aber für Gespräche bereit, sollte es Interesse bei der Verwaltung geben.“

Katharina Degrassi

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