Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Abschiedsfeier im Wolgaster Ärztehaus
Vorpommern Usedom Abschiedsfeier im Wolgaster Ärztehaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 09.12.2017
Dr. Renate Tilchner (3.v.l.) und Dr. Annette Goes (l.) feierten gestern mit Mitarbeitern und befreundeten Kollegen. Quelle: Foto: Tom Schröter
Wolgast

Der Empfangstresen in der Praxis von Dr. Renate Tilchner präsentierte sich gestern in ungewohntem Ambiente: Wo sonst Chipkarten, Krankenscheine und Rezepte hin- und hergereicht werden, war gegen Mittag ein üppiges Buffet mit Kuchen und herzhaften Häppchen aufgebaut. Dr. Tilchner, die, gerade 63 Jahre alt geworden, zum Jahresende in den Ruhestand geht, und ihre Nachfolgerin Dr. Annette Goes hatten Mitarbeiter und weitere Kollegen aus dem Wolgaster Ärztehaus zu einer Abschiedsfeier eingeladen.

Mit Dr. Tilchner, Fachärztin für Innere Medizin, verlässt eine Medizinerin das Ärztehaus, die seit der Eröffnung des Objektes am 1. April 1993 hier eine eigene Praxis betrieb. „Pro Quartal“, so berichtet die Ärztin, „kamen etwa 1300 Patienten in unsere Praxis.“ Insgesamt, dies belegt die Patientenkartei, behandelte Dr. Tilchner seit 1993 rund 20000 Menschen – viele davon natürlich mehrfach. „Die meisten von ihnen kamen mit den sogenannten Volkskrankheiten, wie zum Beispiel Bluthochdruck und Diabetes, oder nach einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall“, schildert sie.

Dr. Renate Tilchner, Jahrgang 1954, wohnt in Zecherin, und stammt ursprünglich aus Sachsen. Von 1979 bis 1984 arbeitete sie im Bergmannskrankenhaus in Senftenberg. Dann kam sie aus familiären Gründen an die Küste, wo ihr Ehemann als Marineangehöriger in der 1. Flottille in Peenemünde diente. Bis 1991 arbeitete sie als Stationsärztin auf der Frauenstation des Wolgaster Kreiskrankenhauses. Ab 1991 praktizierte sie im Krankenhaus dann als niedergelassene Ärztin, bis sie Anfang April 1993 schließlich in das damals neu erbaute Ärztehaus in der Hufelandstraße 1 wechselte.

Dr. Annette Goes, die ebenfalls Fachärztin für Innere Medizin ist und die Praxis zum 2. Januar nächsten Jahres übernimmt, stammt aus Niedersachsen, ist aber in Wolgast bereits bekannt. Denn: Seit Januar 2016 arbeitete sie als leitende Oberärztin im hiesigen Kreiskrankenhaus. Im Ärztehaus, so sagt sie, betreibe sie erstmals eine eigene Praxis. Zusätzlich zum bisherigen Behandlungsangebot, will Dr. Goes hier das Schlafapnoe-Screening einführen, das als Vorstufe des Schlaflabors gilt. „Die betreffenden Patienten erhalten ein spezielles Gerät, das sie zu Hause während der Nacht anlegen“, erläutert die Medizinerin. Atempausen und Schnarchphasen, die zu Sauerstoffmangel und Tagesmüdigkeit führen und den Bluthochdruck sowie den Blutzucker negativ beeinflussen können, würden mit dem Gerät aufgezeichnet, um später ausgelesen zu werden.

Dr. Tilchner, Mutter zweier erwachsener Söhne, freut sich währenddessen auf ihren Ruhestand: „Ich habe Haus und Garten, mir wird nicht langweilig“, meint sie. Sie werde sich auch künftig Zeit nehmen für die regelmäßige Betreuung zweier Kinder, die im Wolgaster „Haus Schwalbennest“ des Albert-Schweitzer-Familienwerks wohnen. Zudem wolle sie im ambulanten Hospizdienst Greifswald- Ostvorpommern, den sie vor elf Jahren gründete, treu bleiben und weiterhin aktiv tätig sein. Neu ist: Seit November unterbreiten Gerhild Plath und Katja Hundt vom Hospizdienst einmal monatlich im Wolgaster Café

Biedenweg Trauernden ein besonderes Angebot: Dort können Menschen, die einen lieben Angehörigen verloren haben, bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch kommen. Treffpunkt ist jeweils am zweiten Dienstag des Monats von 15 bis 17 Uhr im Café Biedenweg in der Langen Straße 15. Das nächste Mal wird am 12. Dezember eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Tom Schröter

Marlen Lorenz arbeitet als Bereichsleiterin Erziehungsstellen beim Albert-Schweitzer- Familienwerk (ASF) in Wolgast.

09.12.2017

Umweltminister Till Backhaus (SPD) gibt in Peenemünde den Startschuss

09.12.2017

Einige Schäfer in Vorpommern können vom Verkauf von Fleisch und Wolle kaum noch leben / Einer langen Tradition droht ganz allmählich der Niedergang

09.12.2017
Anzeige