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Usedom Achtung Kontrolle! Ohne Kurtaxe kommst du hier nicht weiter
Vorpommern Usedom Achtung Kontrolle! Ohne Kurtaxe kommst du hier nicht weiter
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16:16 01.07.2013
Fred Labahn kontrolliert, ob die Leute am Strand von Bansin eine Kurkarte dabei haben. Seit 15 Jahren macht der Mann diesen Job bereits und gilt als lebendes Inventar des Kaiserbads. Quelle: Fotos: Alexander Müller
Bansin

Dieser Mann sieht aus wie der Türsteher vor einem Nachtclub. Lange Haare zum Zopf gebunden, dunkle Sonnenbrille, ein Bart wie bei einem Biker — mit Fred Labahn möchte man keinen Ärger haben. Doch der 51-Jährige steht vor keinem Tanzschuppen, sein Revier ist der Strand von Bansin. Wer hier ohne Kurkarte sein Handtuch ausbreitet, wird von dem Kontrolleur zur Kasse gebeten. Ausreden gelten nicht!

An diesem Tag beginnt Fred Labahn seine Tour um zehn Uhr. Bereits um diese Zeit erwischt er die ersten Übeltäter. Eine Familie hat es sich im Sand bequem gemacht. Während die Eltern die Sonne genießen, bauen die Kinder Sandburgen. „Schönen guten Tag, die Kurkarten bitte“, platzt der Kontrolleur in die Szene. Doch damit können die Leute nicht dienen. Stattdessen beginnt eine lange Reihe von Ausflüchten und Erklärungen. „Wir zahlen doch hier Zweitwohnungssteuer. Wir wollten doch nur ganz kurz bleiben.“ Fred Labahn bleibt ruhig und geduldig, er kennt das. Der Mann erklärt der Familie, warum sie die Kurtaxe bezahlen muss. Diese Taktik funktioniert: Die Leute sind einsichtig und lösen ohne weiteren Widerstand ihre Tickets. Eine Strafe müssen sie nicht zahlen, die gibt es für Kurtaxen-Schwarzfahrer nämlich nicht.„Wenn ich den Leuten erkläre, warum sie zahlen müssen, dann verstehen sie das in der Regel. Nur ein Prozent macht Ärger“, sagt Fred Labahn.

Mit den Einnahmen aus der Kurabgabe sorgen die Kaiserbäder sowie viele andere Orte auf der Insel Usedom dafür, dass Strand, Toiletten und andere öffentliche Orte für Urlauber in einem guten Zustand sind. Allein 600 000 Euro geben Bansin, Ahlbeck und Heringsdorf jährlich für Top-Strände aus, zum Beispiel für die Müllbeseitigung. Weitere 1,4 Millionen Euro fließen in kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte.

Seit 15 Jahren macht Fred Labahn den Job als Kurkartenkontrolleur jetzt schon, einige zählen ihn zum lebenden Inventar. Der Mann ist zuständig für einen drei Kilometer langen Abschnitt. Er nennt ihn sein „Revier“. „ Und das habe ich gut im Griff“, sagt er stolz. Viele Urlauber grüßen Labahn im Vorbeigehen oder winken schon von Weitem mit ihren Kurkarten.

Doch es läuft nicht immer so friedlich ab. „Ich sehe schon aus der Entfernung, mit wem es Ärger gibt“, sagt Labahn. Der gebürtige Heringsdorfer erinnert sich an einen schlimmen Vorfall vor einigen Jahren. Er war gerade dabei, einen neuen Kollegen einzuarbeiten, als ein Urlauber ausrastete. „Der hat uns das Geld vor die Füße geschmissen und uns schwer beleidigt“, sagt der Kontrolleur. Ein anderes Mal weigerte sich ein Tourist zu zahlen, so dass Labahn die Polizei rufen musste. Erst als die Beamten damit drohten, ihn mit auf die Wache zu nehmen, rückte der Mann mit dem Geld heraus.

An diesem Tag läuft die Schicht ohne derartige Zwischenfälle ab. Zum Schluss muss Fred Labahn noch den FKK-Strand ablaufen. Eine echte Herausforderung: „Anfangs meinten die Leute, ich müsse hier nackt kontrollieren“, schmunzelt er. Labahn konnte sie mit seiner ganzen Überzeugungskraft von dieser Idee abbringen. So genau nimmt er die Strandordnung dann doch nicht.

Tagesticket: Drei Euro
3,7 Millionen Euro nehmen Bansin, Ahlbeck und Heringsdorf jährlich über die Kurabgabe ein. Das Geld wird für Strandpflege und Veranstaltungen ausgegeben. Ein Tagesticket für Erwachsene kostet zur Hauptsaison drei Euro, ermäßigt die Hälfte. Wer über Nacht bleibt, erhält die Karte beim Vermieter. Tagesgäste können sich an Automaten ein Ticket ziehen. Wer ohne erwischt wird, muss nachzahlen.

Alexander Müller

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