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Usedom Achtung Kontrolle! Zöllner jagen Schmuggler und Drogendealer
Vorpommern Usedom Achtung Kontrolle! Zöllner jagen Schmuggler und Drogendealer
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03:58 31.08.2013
Bilder von den dicksten Funden: Täuschend echt aussehende Pistolen und Gewehre, ein Berg geschmuggelter Zigaretten und ein Schlagring.
Ahlbeck

Sie sind der Alptraum von Schmugglern und Drogendealern: Die Zollfahnder aus Ahlbeck von der Insel Usedom sind die letzten Schützer einer Grenze, die für viele Menschen gar keine mehr ist. An einem sonnigen Nachmittag steht der Beamte Helge Reinecke mit seiner Truppe am ehemaligen Grenzposten zwischen Deutschland und Polen in der Swinemünder Chaussee. Am Gürtel des 44-Jährigen hängen Pistole und Reizgas, mit einer roten Kelle winkt er einzelne Autos aus dem dichten Verkehr. Ein vollgemüllter polnischer Kleinwagen zieht die Aufmerksamkeit der Fahnder auf sich.

Der Fahrer ist Mitte zwanzig, trägt Tattoos, Piercings und eine Irokesenfrisur. „Da schauen wir doch mal genauer hin“, sagt Reinecke. Sein Kollege Detlef Orlowski greift gezielt in Fächer und unter die Sitze. Er schaut sogar hinter Türverkleidungen und zwischen die Pedalen. Er findet eine verdächtige selbstgedrehte Zigarette. „Haschisch“?, fragt er den Mann. Der schüttelt mit dem Kopf. Weil der Zollbeamte keine weiteren Indizien für Drogen in dem Auto findet, lässt er den jungen Polen ziehen. Nochmal Glück gehabt.

Rund 30 Leute von der Kontrolleinheit in Ahlbeck überwachen die Grenze nach Polen. Ihr Gebiet ist ein schmaler Streifen von der Ostsee bis Kamminke sowie das Meer bis nach Greifswald. Weil es seit dem Beitritt Polens zur Europäischen Union keine festen Grenzhäuser mehr gibt, sind die Beamten rund um die Uhr unterwegs und stellen Kontrollposten auf. Wer Waffen, Drogen oder zu viele Zigaretten im Kofferraum hat, für den ist dort die Fahrt zu Ende (siehe Kasten). Die fehlenden Steuern müssen dann noch vor Ort nachgezahlt werden und eine Anzeige wegen Steuerhinterziehung oder Verstoß gegen das Waffen- oder Betäubungsmittelgesetz gibt es oben drauf. Helge Reinecke ist schon seit über 20 Jahren dabei. In seinem Büro hängen Bilder von den dicksten Funden, die er und seine Kollegen aus dem Verkehr gezogen haben. Darunter täuschend echt aussehende Pistolen und Gewehre, sogenannte Soft-Air-Waffen. Die sind in Deutschland verboten und können besonders Kinder schwer verletzen. Auf einem anderen Foto ist ein Messer mit einem Hakenkreuzsymbol zu sehen, auf einem weiteren ein Berg geschmuggelter Zigaretten. „Da ging uns die Lieferung einer professionellen Bande ins Netz“, sagt Reinecke. Ein schwarzer Mercedes war bis unters Dach mit 120 000 Zigaretten vollgestopft worden. Die Kriminellen nutzten verschiedene Autokennzeichen, um unentdeckt über die Grenze zu kommen — in diesem Fall ging es schief.

Die Zöllner Helge Reinecke und Kay Bollow haben sich auf den Weg zur sogenannten grünen Grenze gemacht. Statt Stacheldrahtzaun gibt es auf dem ehemaligen Grenzstreifen zwischen Deutschland und Polen heute Wanderwege. Das Duo streift regelmäßig durch das Gebiet um Illegale und Diebe zu finden, die die Wälder als Rückzugsort nutzen. In einem besonders dreisten Fall versuchten Schmuggler vor einigen Jahren mit einem Handwagen voller Zigaretten hier über die Grenze zu stiefeln. „Zu ihrem Pech waren wir auch dort und konnten sie in Empfang nehmen. Das war aufregend“, erinnert sich Reinecke. Kurz darauf zeigt er auf die Stelle, wo die beiden gerade erst vor einigen Wochen einen Rucksack mit einem schweren Bolzenschneider darin gefunden haben — vermutlich hatte ein Fahrraddieb ihn dort zurückgelassen. „Ich finde es eigentlich gut, dass die Grenzen für die Menschen offen sind“, meint der Zöllner. „Aber es macht es uns schwerer, solche Kriminellen zu finden.“

Alkohol und Zigaretten

800 Zigaretten dürfen aus anderen EU-Staaten maximal ohne Abgaben eingeführt werden, sofern sie nur für den persönlichen Gebrauch bestimmt sind.

10 Liter Spirituosen oder 110 Liter Bier dürfen Reisende ohne Zusatzkosten mit nach Deutschland bringen — auch für Alkohol gibt es sogenannte Freigrenzen.

Kaffeeliebhaber dürfen übrigens lediglich zehn Kilogramm davon im Koffer haben — sonst wird es teuer.

Alexander Müller

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