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Usedom Älteste ostdeutsche Musikschule erinnert an ihre Anfänge
Vorpommern Usedom Älteste ostdeutsche Musikschule erinnert an ihre Anfänge
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00:00 11.04.2013
Quelle: Kreismusikschule
Wolgast

Das hätte sich Erich Beltz sicherlich nicht träumen lassen: 65 Jahre, nachdem er auf Usedom die „Volksmusikschule Heringsdorf“ gegründet hat, existiert deren Nachfolgeeinrichtung noch immer. Und dies mit einem Riesenerfolg. Nach einer bewegten Geschichte mit allerlei Höhen und Tiefen zählt die heutige „Kreismusikschule Wolgast-Anklam“ weit über 1000 Schülerinnen und Schüler. „Wir sind die älteste Musikschule, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Ostdeutschland gegründet wurde“, berichtet Leiterin Marika Guddat.

Die Anfänge waren vergleichsweise bescheiden. Die Schule startete 1948 als zunächst noch privat geführte Einrichtung mit 39 Schülern; davon 21 Arbeiter- und Bauern-Kinder, zwölf der fortgeschrittenen Intelligenz zugeschriebene Kinder und sonstige Schüler. „Die Höhe der Gebühren für die Eleven — damals vornehmlich Streicher — richtete sich nach dem Einkommen ihrer Eltern und betrug zwischen zwei und zehn Mark“, erzählt Marika Guddat, die dank des Fleißes ihrer Vorgänger auf recht aussagefähiges Archivmaterial zurückgreifen kann.

1953 wurde die nunmehr 245 Eleven zählende Schule dann verstaatlicht, in „Volksmusikschule Wolgast-Heringsdorf“ unbenannt und deren Hauptsitz 1959 nach Wolgast verlegt. Anlaufpunkt für die Schülerschaft war die Anfang der 1960-er Jahre in der Schützenstraße zur Musikschule umgebaute ehemalige Gaststätte „Festsäle Vaterland“. Der Zulauf war enorm. Im Jahr 1968 kamen bereits 450 musikbegeisterte Kinder und Jugendliche regelmäßig zum Unterricht. Im selben Jahr änderte sich der Name erneut und lautete nun „Musikschule Wolgast-Greifswald“ — der größte Anteil des musikalischen Nachwuchses strömte aus Wolgast und Umgebung herbei.

Als 1983 aus heute unbekannten Gründen die Trennung von den Musikschülern in Greifswald erfolgte und das Objekt in der Herzogstadt nunmehr als „Kreismusikschule Wolgast“ weiterarbeitete, schmolz die Schülerzahl auf 270 zusammen, kletterte aber in der Wendezeit bis zum Jahr 1991 auf wiederum 504. „Die Einführung der musikalischen Früherziehung in den Kindertagesstätten zahlte sich aus; das Gleiche trifft auf die Kooperation mit den Schulen und das Angebot von Klassenunterricht zu“, erklärt Marika Guddat. Auch räumlich standen Veränderungen ins Haus. Schülerschaft und Lehrkörper verließen das Objekt in der Schützenstraße und bezogen das ehemalige Domizil der SED-Kreisleitung in der Wolgaster Bahnhofstraße. Dieses städtische Objekt dient ihnen bis heute als Anlaufpunkt.

Es folgte 1994 die erste Kreisgebietsreform, in deren Zuge der Wolgaster Einrichtung die bis dahin kommunale Musikschule Anklam mit 130 Eleven und vier Lehrkräften angegliedert und der Name 1996 in „Kreismusikschule Ostvorpommern“ geändert wurde. 1116 Schüler standen nun in der Mitgliederkartei. Ihren vorerst letzten Namenswechsel erfuhr die Einrichtung 2011 während der Bildung der Großkreise.

Sie heißt nun „Kreismusikschule Wolgast-Anklam“. In Wolgast befindet sich die Hauptstelle; Nebenstellen gibt es in Anklam und Heringsdorf. Auch an weiteren zahlreichen Orten im Bereich Ostvorpommern wird der Unterricht erteilt.

„Unser Unterricht reicht von der musikalischen Früherziehung, der Ausbildung in Instrumental-, Vokal-, Tanz- und Ensemblefächern bis zur Studienvorbereitung“, erläutert Marika Guddat. Besonders stolz sind sie und ihr Kollegium auf die 2010 gelungene Wiederbelebung des Deutsch-Polnischen Akkordeonorchesters, auf die Schulband „The Woods“, die Bigband und das Klezmerensemble, um nur einige zu nennen. Mehrere heute für die Schule tätige Pädagogen holten sich hier selbst ihr Rüstzeug, so zum Beispiel Karola Baltsch, Cathleen Holz, Hans-Joachim Kruse, Marika Guddat, Esther Oelsner und Manfred Fretwurst. Ein zusätzlicher Höhepunkt im Jubiläumsjahr (Siehe: Info-Kasten) soll ein Konzert mit 30 ehemaligen Schülern und Lehrern werden. Mitmachkandidaten können sich im Sekretariat melden.

Tom Schröter

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