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Usedom Ärger über Glockengeläut
Vorpommern Usedom Ärger über Glockengeläut
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12:34 24.03.2014
Wolgast

Sachen gibt's, die gibt's gar nicht, sagt der Volksmund. Aber sie kommen immer mal vor. So auch in unserer Stadt. Da hat Herr Dr. Z. aus Berlin kein Verständnis dafür, dass die kleine Glocke der katholischen Herz-Jesu-Kirche jeweils „fünf Minuten mit über 200 Schlägen“ geläutet wird. „Nach etwa zwei Minuten“, so die Beschwerde des Berliners, der ein Grundstück in der Saarstraße besitzt, „wird jeder Glockenschlag zunehmend zur Tortur, und nach fünf Minuten ist der ganze Körper in Aufregung. Man wird Tag für Tag jäh aus dem Schlaf gerissen. Das schadet der Gesundheit, der Arbeitsfreude und der Arbeitsleistung“.

So unterschiedlich ist das. Der eine freut sich, wenn ein kleines Glöckchen tagtäglich sein Liedchen bimmelt, anderen geht das Messer in der Tasche auf.

Dr. Z. fügt in seiner schriftlichen Beschwerde hinzu, dass die Zeiten, in denen die Glocken die Menschen vom Felde zur Andacht und zum Gebet holten, doch längst vorbei seien. „Denn heute haben alle eine Uhr, und die auf dem Feld oder in Fabriken, Werkstätten oder Büros arbeiten, haben fest vorgeschriebene Arbeitszeiten.“ Das Läuten habe folglich nur noch Symbolcharakter. Insofern respektiert der Hauptstädter zwar die historischen Riten und Gebräuche, die die Menschen zu ihrem Seelenheil benötigen, aber . . .

Schlussendlich wird Pastor Norbert Illmann aufgefordert, die Glockenzeremonie mindestens zu beschränken, sonst müssten „weitere Schritte“ unternommen werden.

Pastor Illmann hat zunächst sein Befremden darüber zum Ausdruck gebracht, dass man „über unsere kleine Glocke“ verärgert sein kann. Wer den stets zuvorkommenden Pastor kennt, wird nicht verwundert sein, dass er zunächst das Kirchengeläut auf lediglich eine Minute reduziert hat. Allerdings heißt das nicht, dass zukünftig das Läuten der Wolgaster katholischen Kirche nicht mehr zu hören sein wird. Das „Problem“ werde demnächst in der Kirchengemeinde und im Erzbistum zur Sprache kommen und danach entschieden, hieß es.

Übrigens: Das Läuten von Kirchenglocken war schon häufig Streitfall vor Gerichten. Zumeist hatten die Kläger aber schlechte Karten. Unlängst gab ein Gericht zu bedenken, dass das liturgische Läuten im herkömmlichen Sinne keine „erhebliche Belästigung“, sondern eine zumutbare „sozialadäquate Einwirkung“ darstelle. Ab welchem Geräuschpegel die Glocken zu laut seien, könne nicht abstrakt, sondern nur durch eine Abwägung zwischen Lärmschutz und Religionsausübung beantwortet werden.



STEFAN BRÜMMER

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