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Usedom Ärger um Efeu an Hauswand: Spatzen verlieren Nistplatz
Vorpommern Usedom Ärger um Efeu an Hauswand: Spatzen verlieren Nistplatz
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00:00 28.03.2014
Ein Fachmann entfernt den Efeu an der Hauswand in der Fridtjof-Nansen-Straße. Quelle: Reik Anton

„Es ist eine riesen Sauerei“, schimpft ein Mann am OZ-Lesertelefon. Grund für seinen Zorn: Gestern wurde der meterhohe Efeu an der Außenwand eines Mehrfamilienhauses in der Fridtjof-Nansen-Straße entfernt — und mit ihm zahlreiche Nester von Spatzen, die in dem Efeu lebten. Der Tierfreund könne sich nicht erklären, warum plötzlich die Heimat hunderter Spatzen komplett zerstört wird. „Seit 20 Jahren wächst dieser Efeu. Bisher hat sich noch niemand daran gestört.“ Er sei fassungslos, dass den Vögeln einfach die Möglichkeit zum Nestbau genommen würde.

Zwar ist der Efeu die Heimat hunderter Spatzen. Für die Bewohner des Mehrfamilienhauses ist er aber lästig und teilweise gefährlich. „Es gab bei einigen Mietern schon Wasserschäden durch die Pflanzen“, erklärt der Chef der Greifswalder Fachfirma, während er den Efeu beseitigt. Das Grün würde sich seinen Weg durch die Fugen des Plattenbaus in die Wohnungen bahnen und dabei auch Wasser transportieren. „Das dringt dann ins Mauerwerk und schon ist der Schaden perfekt“, so der Experte, der seinen Namen nicht nennen möchte. „Außerdem: Wer möchte schon Pflanzen in seinem Badezimmer, die aus den Leitungen wachsen?“

Er betont, dass es ihm leid tun würde um die Nester der Vögel. „In den vergangenen Jahren haben wir den Efeu aus Rücksicht auf die Tiere immer nur soweit zurückgeschnitten, dass ihre Nester nicht beschädigt wurden.“ Mittlerweile sei der Ärger über die wuchernden Pflanzen bei vielen Mietern aber größer als die Tierliebe.

Wie zum Beweis schiebt ein Anwohner in diesem Moment sein Fahrrad an der Efeuwand vorbei und lobt die Schneidearbeit. „Endlich kommt das Zeug weg. Der Krach der Vögel war nicht mehr auszuhalten“, schimpft der Mann. Jahrelang habe er sich diesen unzumutbaren Zustand ansehen müssen. An der Kletterpflanze scheiden sich die Geister. „Die einen begrüßen unsere Arbeit, andere beschimpfen uns“, erklärt der Grünpfleger mit einem Achselzucken. Der Chef der Fachfirma betont, dass derzeit keine Nester in dem Efeu zu finden seien. „Zurzeit dürfen Bäume und Pflanzen verschnitten werden. Deswegen nutzen wir diese Gelegenheit.“ Kein Vogel sei zu Schaden gekommen, versichert er. Bis zum vierten Stockwerk, also etwa zehn Meter hoch, kletterte der Efeu auf einer Breite von etwa vier Metern in der Vergangenheit. „Da oben sehen sie noch Reste, die wir auch entfernen müssen“, sagt der Spezialist und deutet einige Meter über seinen Kopf.

Künftig wird der Efeu, der Hauswände auch vor Witterung schützt oder als Wärmedämmung dient, den Mietern keinen Ärger mehr machen. Das Gewächs wird völlig entfernt.



Reik Anton

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