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Ahlbeck: Die „Nautilus“ taucht wieder auf

Ahlbeck Ahlbeck: Die „Nautilus“ taucht wieder auf

Die Männer und Frauen des gleichnamigen Jugendclubs kapern nach 20 Jahren am 1. Oktober erneut die Seebrücke

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Der harte Kern vor rund 40 Jahren.

Quelle: Archiv Nautilus-Club

Ahlbeck. Woran dachten die Ahlbecker Jugendlichen, als sie ihren Club vor mehr als 40 Jahren „Nautilus“ nannten? Natürlich an Jules Verne, der das gleichnamige U-Boot unter dem Kommando von Käpt’n Nemo in 20000 Meilen Tiefe die Unterseewelt erkunden ließ. Das sagenumwobene Boot schmückte die Wände der inzwischen der Abrissbirne zum Opfer gefallenen einstigen Stätte frohen Jugendlebens im Ostseebad.

OZ-Bild

Die Männer und Frauen des gleichnamigen Jugendclubs kapern nach 20 Jahren am 1. Oktober erneut die Seebrücke

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„Wir werden Musik von damals auflegen und dabei auch das geforderte Verhältnis von 60 Prozent Ost- zu 40 Prozent Westmusik einhalten.“

Roland (Schluse) Lieckfeldt, DJ

Das Kommando auf der Ahlbecker „Nautilus“ hatte mit Cornelia Seiffert, damals Blandau, allerdings eine Frau. „Die Nachbarclubs bekamen gerade Namen irgendwelcher Widerstandskämpfer, zu denen uns der Bezug fehlte. Da schien uns ,Nautilus' passender. Das hatte wenigstens einen Bezug zum Wasser“, sagt sie heute.

Revival für frohes Jugendleben Als die „Nautilus“ 1977 die Regina-Bar kaperte, an deren Wände Volker Becker (†) das U-Boot und seine Besatzung in verschiedenen Abenteuern gemalt hatte, war der Club schon drei Jahre alt, hatte eine Ordnungsgruppe und mit verschiedenen Veranstaltungen Jugendliche ins „Strandcasino“ an die Promenade gezogen. „Zeitweise haben wir hier täglich Veranstaltungen organisiert“, sagt Connie Seiffert, die gerade mit einem harten Clubkern für den 1. Oktober auf der Seebrücke eine Jugendclub-Revivalparty vorbereitet.

Dabei kam auch das Miteinander der Generationen nicht zu kurz – der Jugendclub hat aktiv die Senioren des Seebades mit einer Rentnerdisco pro Monat unterstützt und viele Ahlbecker zusammengebracht.

In der „Nautilus“ gab es jede Menge Vorträge, regelmäßige Spieleabende, Diskos, einen engagierten Filmclub, eine Tanzgruppe unter Leitung von Hannelore (Mausi) Spranger, einen Fotozirkel und viele prominente Gäste. Torsten Schultz erinnert sich zum Beispiel an Eiskunstweltmeisterin Katarina Witt und DDR-Fußball-Nationalspieler Joachim Streich, wobei ihn der Fußballer deutlich mehr interessiert hatte: „Irgendwann begannen wir auch, Konzerte zu organisieren. Ob ,City’, Holger Biege, ,Karussell’ oder Blues-König Stefan Diestelmann – wir haben alle nach Ahlbeck geholt“, sagt er sich stolz.

Gemeinsam fuhren die Ahlbecker als „Landjugend“ in den Winterurlaub im Thüringer Wald und agierten als Ordnungstruppe bei den FDJ-Pfingsttreffen. Vor allem, weil es dabei mitunter ganz und gar nicht ordentlich zuging, erinnern sich noch einige aus dem harten Kern ausgesprochen gern an ihre Rolle bei diesen Treffen und die abenteuerlichen Zugfahrten dorthin.

Mehr als 140 Anmeldungen Auch wenn der Club in den Wendejahren von der Bildfläche verschwand, gibt es unter seinen ehemaligen Mitgliedern in Nah und Fern einen festen Zusammenhalt. Und das nicht nur wegen der 14 Kinder, die dem einst so quirligen Clubleben offiziell zugeschrieben werden. Sie sind unter den mehr als 140 Ehemaligen, die sich schon bei Heike Sorgenfrei (Grewe) für die Party am 1. Oktober angemeldet haben. Das Einladungsteam rechnet damit, dass die Brücke voll wird. „Vor fünf Jahren haben wir schon einmal gemeinsam gefeiert. Da gab es hinterher eine Menge Beschwerden von ehemaligen Mitstreitern, warum sie nicht eingeladen wurden. ,Wenn Ihr wieder feiert, wollen wir dabei sein’ wurde uns vielfach gesagt“, so Connie Seiffert, die mit ihrer Truppe ein echtes Revival vorbereiten. „Unsere alten DJ’s werden Musik von damals auflegen und dabei auch das geforderte Verhältnis von 60 Prozent Ostmusik zu 40 Prozent Westmusik einhalten“, sagt Roland (Schluse) Lieckfeldt, einer der früheren „staatlich geprüften Schallplattenunterhalter“ augenzwinkernd.

Die Nautilus-Collagen von Volker Becker werden als Hintergrundbilder eingespielt. „daran werden sich sicher ganz viele Clubbesucher erinnern“, so Connie Seiffert. „So werden wir auch Fotos aus dem alten Clubleben zeigen. Wer noch Bilder beisteuern kann – immer her damit“, so die frühere Clubleiterin: „In erster Linie wollen wir feiern, schwatzen und Erinnerungen austauschen und sehen, was so aus allen geworden ist.“

Kontakt: Kartenwünsche und Zusendungen von Bildern über Heike Sorgenfrei ☎ 0173 / 4730450; heikesorgenfrei@email.de

Angelika Gutsche

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