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Usedom Am Ahlbecker Strand: Wasserretter auf vier Pfoten
Vorpommern Usedom Am Ahlbecker Strand: Wasserretter auf vier Pfoten
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00:00 23.06.2016

Spielend zieht Drako sein Herrchen an Land. Den Gummiring mit dem Seil hat er fest in der Schnauze. Der zehnjährige Pyrenäenberghund-Mischling ist darauf trainiert. Auf Usedom ist er gegenwärtig als Wasserrettungshund im Einsatz.

Eigentlich ist Drako in Kassel zu Hause. Doch für Mike Laun bedeutet Urlaub auf Usedom gleich Einsatz auf dem Ahlbecker Rettungsturm. Seit vier Jahren kommt der 44-Jährige auf die Sonneninsel und unterstützt die hiesigen Rettungsschwimmer. Mit dabei ist auch immer Drako. „Er liebt das Wasser“, so Laun, der in Kassel bei der Berufsfeuerwehr beschäftigt ist. Mit der Liebe zum kühlen Nass spricht er eine Voraussetzung an, die Wasserrettungshunde mitbringen müssen. Dazu kommen weitere Kriterien: „Ruhiges Wesen und ein gewisses Gewicht“, so Laun, der Mitglied der DRK-Wasserwacht Kassel ist. 30 Kilogramm sollte ein Vierbeiner mindestens auf die Waage bringen, um im Wasser Leben retten zu können.

Drako wiegt 38 Kilogramm – „er kann locker ein Boot mit mehreren Personen ziehen. Um die 300 bis 350 Kilogramm schwer“, erklärt der Kasseler. Knapp zwei Wochen ist er in Ahlbeck. Mit Petra Bischoff (49/Hebamme) und Sebastian Mallwitz (29/Zeitsoldat) hat er zwei Mitglieder seiner Wasserwacht Kassel dabei. „Wir funktionieren bei der Arbeit mit dem Hund nur als Team“, betont Laun, der mit Drako auf Usedom im vergangenen Sommer bereits einen Einsatz hatte. Ein Mann war zu weit rausgeschwommen – Drako und sein Herrchen holten ihn sicher wieder ans Ufer.

Der Hund übernimmt vielfältige Aufgaben in der Seerettung, weil er viel schneller schwimmen kann als die menschlichen Retter, besonders auch bei höherem Wellengang. Im Notfall kann Drako beide schleppen: Rettungsschwimmer und Verunglückten. „Er ist wie ein schneller Schiffsdiesel, der sich im Wasser voll auspowern kann“, sagt Laun. Wenn es am Ahlbecker Strand mal etwas ruhiger zugeht, ist Training angesagt. Den ganzen Tag am Rettungsturm liegen – für das Kraftpaket auf vier Pfoten undenkbar. „Unterordnung spielt eine ganz wichtige Rolle. Regelmäßig fahren wir auch mit dem Boot raus.

Dort muss er stabil stehen. Für das Balancegefühl trainieren wir das Laufen auf einer Leiter. Bei Vollgas darf der Hund ja auch keine Panik bekommen“, so der Kasseler. Auch nicht, wenn die Hündin Jari vorbei kommt. Die zehn Monate alte polnische Schäferhündin ist das jüngste Mitglied der Rettungscrew. Sie befindet sich derzeit in der Ausbildung und gehört Sebastian Antzcak von der DRK-Wasserwacht. Er ist Wachleiter in den Kaiserbädern. Drei Jahre dauert die Ausbildung für einen Wasserrettungshund. Beim Sprint im Wasser kann Jari mit Drako schon locker mithalten. „An der Kraft fehlt es natürlich noch. Wenn sie vier Jahre alt ist, kann ich sie zum Einsatz mitnehmen“, sagt Sebastian Antzcak, der froh ist, mit Drako einen gut ausgebildeten Rettungshund an seinem Strandabschnitt zu haben. Und damit an den Stränden auf der Insel Usedom eine Vorreiterrolle inne hat.

Henrik Nitzsche

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