Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Amerika, ich komme!

Ahlbeck/Swinemünde Amerika, ich komme!

„Ich bin ein bisschen verrückt“, sagt Magdalena Buchalow. Aktuell kommentiert die 34-Jährige so ihre Auswanderungspläne nach Amerika. Vor allem meint die Designerin damit aber ihre Mode.

Voriger Artikel
Von Koszalin via Ahlbeck in die USA: Amerika - ich komme!
Nächster Artikel
Bürgermeisterin: Einbruch war politisch motiviert

Weil ihre Tochter „Mia“ genannt wird, bemüht ihre Mutter Danuta Buchalow bei ihrer Vorstellung gern das Wortspiel „Mama-Mia“.

Ahlbeck. Ihr Lieblingsthema sind Jacken und Mäntel. Ausladende Kragen, schräge, auffällige Accessoires und immer ein exklusiver, pfiffiger Schnitt — Magdalena sieht das fertige Stück oft schon beim Einkauf der auserlesenen Stoffe vor sich.

Kürzlich ging sie durch Allentown in Philadelphia. Ein wildfremder Mann sagte ihr im Vorbeigehen „... ein cooler Mantel!“, und war gleich darauf in der Menge verschwunden. Das hat ihr gefallen. In Amerika glaubt sie, gibt es eine Menge Leute, die ihre Ideen noch mehr schätzen werden, als ihre Stammkunden in Deutschland und Polen.

0000xttb.jpg

Ihre Kollektion „Dreamcatcher“ zeigte Magdalena Buchalow ( 4.v.l) in Ahlbeck schon einmal mit großem Erfolg.

Zur Bildergalerie

Warum Amerika? Ein Tango war schuld. Die Polin tanzte ihn auf der Hochzeit ihrer besten Freundin in einem Dorf nahe Misdroy mit Mariusz, einem Landsmann, der seit 20 Jahren in Pennsylvania lebt.

Sofort war Leidenschaft im Spiel. Im April wird in Allentown geheiratet. Ab Montag packt die Urheberin des Labels „Miyabu“ in ihrem Modesalon im Hotel „Das Ahlbeck“ die fertigen Kollektionen, Nähmaschinen, Stoffe, Garne ein. Mit der Einrichtung ihrer Swinemünder Wohnung wird alles in einem Umzugscontainer für die Schiffsfahrt nach Übersee verstaut. „Ich sage, ja — ich bin ein bisschen verrückt.“

Magdalena freut sich auf die neue Herausforderung. Künftig will sie weniger schneidern, eher Künstlerin sein. Dabei ist sie voller Achtung für das Handwerk, das den Erfolg jedes Designers be- gründet.

Schneidern hat Mia, wie sie von ihren Freunden genannt wird, als Kind in der Werkstatt ihrer Mutter gelernt. Früh schneiderte sie sich ihre Lieblingsgarderobe selbst. Als sie sich nach dem Besuch des Lyzeums der Bildenden Künste in Koszalin und des Studiums an der Akademie der schönen Künste in Lodz in Deutschland eine berufliche Existenz aufbaute, war sie trotz Award-Gewinn beim Usedomer Fashionevent 2004 zunächst vor allem Schneiderin. Zeit für Kreativität verschaffte ihr erst ihre Mutter Danuta. „Seit sie ihre Werkstatt in Koszalin vor drei Jahren aufgegeben hat, hilft sie mir“, sagt Magdalena. „Mama und ich sind ein gutes Team, sie ist eher klassisch, ich bin kreativ. Das passt.“ Nach Amerika geht sie dennoch allein, zunächst.

Die zehn Kollektionen, die sie quasi aus dem Ärmel ziehen und mit Unterstützung polnischer Auswanderer in Allentown, New York und Umgebung präsentieren kann, tragen so phantasievolle Namen, wie „Wüstenblume“, „Spanische Rose“, Nomad-Street“ oder „Dreamcatcher“.

„Mein neues Leben wird richtig gut“, ist die ehrgeizige Polin überzeugt. Sie träumt von einem Familienglück und davon, Kostümdesignerin beim Film zu werden. „Ich habe in sieben Jahren unschätzbar wichtige Erfahrungen gesammelt, Umgang mit interessanten Menschen gehabt und auch gut verkauft. Allerdings gibt es hier leider nur wenige Frauen, die Mut für Besonderes haben, meinem Können bewusst vertrauen und den Modellen tatsächlich Respekt entgegenbringen.“

Die Zeit in Deutschland war ihr zu wichtig, als dass sie ihren Ahlbecker Salon so klang- und sanglos schließt. Es gibt viele Leute, denen sie ade sagen will. Am Sonnabend zeigt die Designerin um 19 Uhr im Hotel „Das Ahlbeck“ nocheinmal eine Retrospektive ihrer jüngsten Modelle. Der Ort ist so ausgefallen wie die Mode, ein Laufsteg im Wellnessbereich des Hotels. Der Rahmen: Ein Frühlingserwachen, zu dessen Gelingen zum sechsten Mal auch Küche und Service beitragen. Das siebte Erwachen wird ohne „Miyabu“ auskommen müssen.

Karten unter ☎ 038378 / 4 99 40

Von Koszalin über Ahlbeck in die USA
Magdalena Buchalow wurde 1979 in Koszalin geboren, wo sie auch die Schule besuchte und das Abitur ablegte. Ihre ersten Schneiderversuche unternahm Magdalena in der Werkstatt ihrer Mutter, einer Schneidermeisterin. Weil Danuta Buchalow ihre Ideen der einzigen in Polen erscheinenden, deutschsprachigen Modezeitschrift „Burda“ entnahm, lernte ihre Tochter nebenbei Fachbegriffe des Schneiderhandwerks in Deutsch.

In Koszalin besuchte Magdalena Buchalow das Staatliche Lyzeum der Bildenden Künste, anschließend studierte sie an der Akademie der Schönen Künste in Lodz. 2004 war sie nach vielen erfolgreichen Präsentationen in Polen mit ihrer ersten Kollektion Preisträgerin bei der Vergabe des Baltic Fashion Award in Heringsdorf. 2006 verlegte sie ihren Wohnsitz nach Ahlbeck und eröffnete ihre erste Werkstatt in der Schulzenstraße. Seit 2008 betreibt die Designerin einen Modesalon mit Schneiderwerkstatt im Hotel „Das Ahlbeck“. Am kommenden Sonnabend verabschiedet sich die inzwischen in ganz Deutschland und Polen als Label Miyabu bekannte Designerin um 19 Uhr mit einer Retrospektive und ihre neuesten Kollektion. „It`s time to say good bye“ — Magdalena Buchalow will im April in Allentown, der drittgrößten Stadt im USA-Staat Pennsylvania persönlich und beruflich neu durchstarten. Sie heiratet einen seit 20 Jahren in den USA lebenden Polen und sieht gute Chancen, sich beruflich stärker als Künstlerin zu profilieren. A.Gutsche

Mein neues Leben

wird bestimmt richtig gut.“Magdalena Buchalow, Mode-Designerin

Angelika Gutsche

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Ahlbeck
Modedesignerin Magdalena Buchalow, Preisträgerin des Award beim Usedomer Modeevent 2004, will in die Vereinigten Staaten auswandern und dort einen Landsmann heiraten.

Modedesignerin Magdalena Buchalow, Preisträgerin des Award beim Usedomer Modeevent 2004, will in die Vereinigten Staaten auswandern und dort einen Landsmann heiraten.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Usedom
Verlagshaus Zinnowitz

Neue Strandstraße 31
17454 Ostseebad Zinnowitz

Öffnungszeiten:
Mo. bis Fr. von 10:00 bis 17:00

Leiter Lokalredaktion: Dr. Steffen Adler
Telefon: 03 83 77 / 36 10 14
E-Mail: zinnowitz@ostsee-zeitung.de

Beilagen
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist