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Usedom Amt erstellt Managementplan für Erhalt seltener Arten
Vorpommern Usedom Amt erstellt Managementplan für Erhalt seltener Arten
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00:05 08.04.2016
Der Biber ist in der Region wieder auf dem Vormarsch. Quelle: dpa

Die Europäische Union führt den Bereich „Peeneunterlauf, Peenestrom, Achterwasser und Kleines Haff“ als so genanntes Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH). In dem 53197 Hektar großen Gebiet leben viele seltene Tier- und Pflanzenarten. Als besonders schutzbedürftig wurden das Sumpf-Glanzkraut, die Bauchige Windelschnecke, die Schmale Windelschnecke, der Menetries-Laufkäfer, der Große Feuerfalter, Meer-, Fluss- und Bachneunauge, die Finte, der Lachs, der Rapfen, der Bitterling, der Steinbeißer, der Schlammpeitzger sowie der Biber und der Fischotter eingestuft.

Die Europäische Union lässt Peeneunterlauf, Peenestrom, Achterwasser und Kleines Haff als Flora-Fauna-Habitat genauestens unter die Lupe nehmen

Nun hat das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) Vorpommern angekündigt, mit der Erarbeitung eines so genannten FFH-Managementplanes im Bereich des Amtes Am Peenestrom zu beginnen.

Denn: Teile des Amtsbereiches gehören zum vorgenannten FFH-Gebiet. Ein Planungsbüro soll beauftragt werden, das betreffende Areal genau unter die Lupe zu nehmen. Anhand einer Kartierung soll festgestellt werden, ob und wo die vorgenannten Tier- und Pflanzenarten in ihrem Dasein eingeschränkt sind.

Davon ausgehend werden Maßnahmen vorgeschlagen, mit denen eventuellen Defiziten entgegen gewirkt werden kann. Im Fachdeutsch gehören hierzu Erhaltungs-, Wiederherstellungs- und Entwicklungsmaßnahmen — also Eingriffe in die Kulturlandschaft mit dem Ziel, die Lebensbedingungen für die FFH-Arten nachhaltig zu verbessern und den Schwund der biologischen Vielfalt aufzuhalten. Um später die Umsetzung dieser Maßnahmen zu finanzieren, stehen in der Regel Fördermittel zur Verfügung.

Der Planungsprozess soll laut Mitteilung des Stalu unter Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgen und räumlich betroffene Landnutzer, Behörden, Verwaltungen, Verbände und Vereine sollen über den Beginn der Planung informiert werden. Ziel sei es, „die Maßnahmen im Konsens mit Landnutzern und Grundstückseigentümern“ zu erarbeiten.

Bereits im Jahr 2012 hatte das Stalu begonnen, einen Managementplan für das FFH-Gebiet „Ostvorpommersche Waldlandschaft mit Brebowbach“ aufzustellen. Dieses Gebiet beinhaltet die Waldlandschaft Karlsburger und Oldenburger Holz mit Swinow-Oberlauf, den Brebowbach bis zur Mündung in den Peenestrom, den Großen Scheidegraben, den Prägelbach samt umgebenden Wald, den kleinen und den großen Schwarzen See bei Wrangelsburg sowie einige Moore im Forstrevier Jägerhof. Informationen zur Abgrenzung und Ausstattung der einzelnen Gebiete hat das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern auf seiner Homepage im Internet zusammengestellt. Hier sollen die Beteiligten auch über den Planungsprozess stets auf dem Laufenden gehalten werden.

Stichwort: FFH-Gebiet

FFH-Gebiete sind spezielle europäische Gebiete, die dem Schutz von Pflanzen (Flora), Tieren (Fauna) und Habitaten (Lebensraumtypen) dienen. In den Landkreisen Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald befinden sich 67 FFH-Gebiete und 19 EU-Vogelschutzgebiete. Zusammen sind sie Teil des europäischen Schutzgebietssystems NATURA-2000.

Die Größe der Gebiete ist sehr unterschiedlich. Das FFH-Gebiet „Greifswalder Bodden, Teile des Strelasundes und Nordspitze Usedom“ ist mit 56159 Hektar eines der größten europäischen Schutzgebiete in MV. Mit 13 Hektar ist der Bereich „Schanzenberge bei Britzig“ ein eher kleines FFH-Gebiet. Auch die Ausstattung der Gebiete differiert sehr stark. So dient das FFH-Gebiet „Eichenwälder bei Viereck“ ausschließlich dem Schutz des Eremiten, einer an alte Wälder gebundenen Käferart.

• www.stalu-mv.de www.lung.mv-regierung.de

Von Tom Schröter

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