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Abschlusskonzert für den Frieden

Peenemünde Abschlusskonzert für den Frieden

Höhepunkt des Usedomer Musikfestivals morgen Abend: Im Kraftwerk musiziert die NDR-Elbphilharmonie

Peenemünde. Mit einem Konzert des Friedens und der Völkerverständigung zwischen Deutschland und Polen geht morgen Abend im ehemaligen Kraftwerk von Peenemünde das 23. Usedomer Musikfestival zu Ende. Mit dem von Thomas Hengelbrock dirigierten NDR Elbphilharmonie-Orchester sowie dem jungen kanadisch-polnischen Pianostar Jan Lisiecki (21) kommen dabei große Namen zum Zuge. Zum 25. Jubiläum der Unterzeichnung der deutsch-polnischen Nachbarschaftsverträge präsentiert das Festival Werke des polnischen Komponisten Karol Szymanowski, von Wolfgang Amadeus Mozart und Richard Strauss. „Mit den Peenemünder Konzerten feiern wir Frieden und Freiheit in Europa am historischen Ort: der ehemaligen Heeresversuchsanstalt“, sagt Festivalintendant Thomas Hummel.

Hier zeigt sich besonders die Ambivalenz von Technik und Fortschritt, aber auch die Verantwortung, die daraus erwächst. Hier entwickelten die Nazis Raketen für militärische Zwecke, die später aber auch als Prototypen für zivile Projekte Einsatz fanden. Die moderne Rakete und ihre humanitären und utopischen Wurzeln steht somit im starken Kontrast zum Leid ihrer Opfer und derjenigen, die gezwungen wurden, sie zu erbauen und jener, die während des Baus ums Leben kamen. Heute ist die ehemalige Heeresversuchsanstalt – das größe technische Industriedenkmal Mecklenburg-Vorpommerns – ein Ort herausragender Friedenspädagogik und eine internationale Begegnungs- und Kulturstätte. Im Zuge des ersten Peenemünder Konzerts des Musikfestivals erhielt das Museum für seine friedensfördernden Aktivitäten das Nagelkreuz der Gemeinde Coventry (Großbritannien/die OZ berichtete).

International beachtet, begann die Reihe im September 2002: Unter der Leitung von Mstislaw Rostropowitsch und mit über 250 beteiligten Musikern erklang Benjamin Brittens „War Requiem“ in der Turbinenhalle des früheren Kraftwerks, unter anderem in Anwesenheit von Michail Gorbatschow. Seitdem konnten Dirigenten und Ensembles von Weltrang für Auftritte am historischen Ort verpflichtet werden. In diesem Jahr steht die Verbundenheit der Länder Deutschland und Polen im Mittelpunkt des Peenemünder Konzertes. „Mit Konzerten auf der polnischen Seite der Insel Usedom und polnischen Gastkünstlern ist die Kooperation zu unseren Nachbarn ein wesentlicher Bestandteil der Festivalarbeit seit vielen Jahren“, sagt Hummel. Im Jahre 2007 wurde dieses Engagement auch mit dem Tryton-Preis der Stadt Swinemünde geehrt. Die deutsch-polnische Verbundenheit spiegelt sich auch im Konzertprogramm des Abschlusskonzerts wider. Darin steht die Konzertouvertüre E-Dur des polnischen Komponisten Karol Szymanowski und die Suite aus der Oper „Der Rosenkavalier“ von Richard Strauss. Der polnischstämmige Pianist Jan Lisiecki wird Mozarts Konzert für Klavier und Orchester spielen.

Das Abschlusskonzert des Usedomer Musikfestival beschließt zugleich die Saison im Musikland Mecklenburg-Vorpommern. Die Musikland-Initiative vereint die Festspiele MV, das Usedomer Musikfestival, die Greifswalder Bachwoche, den Schönberger Musiksommer, Brücken. Festival für Neue Musik MV, see more Jazz, die Eldenaer Jazz Evenings und den Neubrandenburger Jazzfrühling. Jährlich präsentieren diese Musikfestivals national und international herausragende Künstler an außergewöhnlichen Spielstätten in stimmungsvoller Atmosphäre. Nicht nur außergewöhnliche Veranstaltungsorte wie herrschaftliche Anwesen, kunstvolle Schlossparks, ehrfürchtige Backsteinkathedralen, rustikale Bauernscheunen und beeindruckende Fabrikhallen offenbaren dann die Vielfalt des Musiklandes Mecklenburg-Vorpommern, auch hochkarätige Programme stehen für das internationale Niveau der Festivallandschaft des Bundeslandes ein. Das Usedomer Musikfestival präsentiert dafür jährlich wechselnde. Länderschwerpunkte.

Ludwig Labahn

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