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Alte Freundschaften beim Heimattreffen aufgefrischt

Anklam Alte Freundschaften beim Heimattreffen aufgefrischt

750 Teilnehmer kamen nach Anklam ins Volkshaus.

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Sänger Lutz Jahoda (r.) freut sich mit Manfred Schukat über die gelungene Veranstaltung.

Quelle: gm

Anklam. Zum 22. „Tag der Heimat“ hatte am Sonnabend der Anklamer Bund der Vertriebenen ins Volkshaus eingeladen. Alljährlich wird damit an die Flucht und Vertreibung von 14 Millionen Deutschen erinnert, die in den ehemaligen deutschen Ostgebieten und in ost- und südosteuropäischen Staaten lebten. Zwei Millionen fanden dabei den Tod.

Der Anklamer Bund der Vertriebenen (BdV) führte 1991 mit 500 Teilnehmern im Theater den ersten Heimattag durch. In diesem Jahr reisten 750 Heimatfreunde an, darunter aus Potsdam, Dresden und Leipzig, so dass die Eintrittskarten nicht ausreichten.

Besonders gewürdigt wurde BdV-Chef Manfred Schukat, der am 25. Juli seinen 70. Geburtstag feierte. Der im Kreis Gumbinnen, Ostpreußen, Geborene widmete sich nach der Wende nicht nur den Belangen der Vertriebenen, sondern kümmerte sich 16 Jahre als Stadtvertreter auch um die Sorgen und Nöte der Stadt. Geschaffen hat er ein Novum: Traditionspflege durch regelmäßige Treffen, Busreisen in die ehemalige Heimat, Pflege von Kriegsgräberstätten — allein 2013 wurden 15 besucht — sowie die Weihnachtspaketaktion für die deutsche Minderheit. Für seine Verdienste erhielt Schukat 1998 als erster ehemaliger DDR-Bürger die Goldene Ehrennadel Ostpreußens und 2003 die Goldene Ehrennadel Anklams. Nun wurden ihm die Ehrenmedaille „200 Jahre Befreiungskrieg 1813-2013“ von der Generalversammlung Preußisches Königshaus und von der Deutschen Kriegsgräberfürsorge die „Spange der Freundschaft in Gold“ verliehen.

„Inmitten der Heimatfreunde zu sein, ist eine der größten Freuden“, war der einhellige Tenor an den Tischen. Dabei wurden auch alte Freundschaften wiederbelebt. So zeigte am Reetzer Tisch die Krenzowerin Edina Möller, die 1932 im ostpreußischen Rosgulnen geboren wurde, der 75-jährigen Brigitte Hollnagel aus Cölln, einer Bekannten aus der Kindheit, ihr neuestes Gedicht: „Die Heimat verlassen ist wohl die schwerste Last, alles bleibt zurück, was du besessen hast. Warum begreift die Menschheit nicht, dass Krieg nur Elend ist. Ja, die kleinen Leute vertragen sich, die Großen aber nicht.“ Die beiden Frauen hatten sich Jahrzehnte nicht gesehen, trafen sich erst wieder auf einer BdV-Veranstaltung in Anklam.

Für Unterhaltung beim diesjährigen Treffen sorgten das Jugendblasorchester Grimmen, die Sänger Lutz Jahoda und Peter Schmidt sowie der Shanty-Chor „De Klaashahns“. „Es war für alle ein wunderschöner Tag“, resümierte Manfred Schukat.

 

Günther Manthei

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