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Anklam: Zunft-Fenster für St. Nikolai

Anklam Anklam: Zunft-Fenster für St. Nikolai

Handwerkszeichen zieren jahrhundertealten Kirchbau – Der ist nun komplett neu verglast

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Die neuen Zunftfenster von St. Nikolai sind auch bei Dunkelheit ein Blickfang, wenn auch derzeit nur provisorisch angestrahlt.

Quelle: Foto: Dietrich Butenschön

Anklam. Die im Zweiten Weltkrieg schwer zerstörte und in den vergangenen Jahren weitgehend wieder hergestellte Anklamer Nikolaikirche ist um weitere Hingucker reicher. Die acht Fensteröffnungen auf den beiden Etagen der Sakristei, die bis vor kurzem noch provisorisch verschlossen waren, sind nunmehr verglast und erstrahlen in neuem Glanz.

Justament am Nikolaustag, dem Ehrentag des Schutzpatrons der Taufkirche der Brüder Otto und Gustav Lilienthal, wurden sie offiziell enthüllt. Die Verglasungen wurden mit Motiven nach dem Vorbild von, im Anklamer Museum aufbewahrten, Original-Zunftzeichen gestaltet. Womit zugleich der Tatsache Rechnung getragen wurde, dass St.Nikolai bis zum Krieg die Kirche der Anklamer Handwerker und Zünfte war.

Im Mittelpunkt der Feier am Mittwochabend standen vor allem zwei Männer, deren Wirken besonders eng mit der Wiederauferstehung der Nikolaikirche verbunden ist. Sowohl der Vorpommern-Staatssekretär der Landesregierung, Patrick Dahlemann (SPD), als auch Anklams Bürgermeister Michael Galander würdigten die wertvollen Beiträge von Owe Gluth und Dr. Peter Eggert. Gluth, gebürtiger Anklamer und heute in Neubrandenburg lebend, hat sich mit 20000 Euro an den insgesamt 28000 Euro beteiligt, die die Zunftfenster gekostet haben. Daran erinnert jetzt eine am Nikolaustag enthüllte kleine Tafel.

Der Berliner Peter Eggert wiederum hat den Wiederaufbau von Anfang an mit Rat und Tat begleitet und war 2004 Initiator des Einbaues des Nikolausfensters von 1904.

Patrick Dahlemann nahm seine Teilnahme an der Feier in Anklam zum Anlass, erneut seine Entschlossenheit zu demonstrieren, die Einrichtung des Ikareums in der Nikolaikirche mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln voranzubringen. „Das Ikareum wird eines der vier Großprojekte sein, die wir in den kommenden Jahren für Vorpommern entwickeln wollen. Sowohl die bisherigen Fortschritte bei der Neugestaltung der Kirche als auch die jüngsten Entwicklungen in der Landespolitik lassen uns zuversichtlich sein“, so der Staatssekretär. Eigentümer des Kirchenbaus ist die Stadt Anklam. Gemeinsam mit dem von Bürgern getragenen Förderkreis St. Nikolai hatte sie vor nunmehr 14 Jahren begonnen, die Kirchenfenster neu zu verglasen. Der damalige Vorsitzende des Fördervereins, der inzwischen verstorbene Peter Kielmann, und seine Mitstreiter konnten in jenem Jahr den ersten großen Erfolg in dieser Etappe des Wiederaufbaus des einstigen Gotteshauses mit der Fertigstellung des Nikolausfensters feiern. Seitdem sind, wie der heutige Vereinsvorsitzende Peer Wittig bei der Einweihung der Zunftfenster in der Sakristei sagte, rund 750 000 Euro in diese Aufgabe investiert worden, die jetzt zu einem guten Ende gebracht worden sei. Dass diese gewaltige Summe zusammengekommen ist, so Peer Wittig, sei mehr als 600 Spendern zu verdanken. Die Namen vieler sind auf den Scheiben verewigt, die die großen Fensteröffnungen füllen.

Dieter Butenschön

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