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Auf den Straßen kracht es immer häufiger

Greifswald Auf den Straßen kracht es immer häufiger

Raserei, Missachtung der Vorfahrt, Alkoholfahrten und riskantes Überholen gehören zu Hauptunfallursachen

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Dieser Transporter landete auf der B 109 zwischen Klein Bünzow und Karlsburg am Baum.

Quelle: Tilo Wallrodt

Greifswald. Auf den Straßen des Landkreises Vorpommern-Greifswald kracht es immer häufiger: Die Anzahl der Verkehrsunfälle stieg von 8215 im Jahr 2014 auf 8710 im vergangenen Jahr.

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Raserei, Missachtung der Vorfahrt, Alkoholfahrten und riskantes Überholen gehören zu Hauptunfallursachen

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2015 gab es einen Toten weniger als 2014, aber jeder Mensch, der sein Leben bei einem Unfall verliert, ist einer zuviel.“Axel Falkenberg, Polizei

Verkehrsunfallstatistik            
  Verkehrsunfälle   Verkehrstote (*Verletzte gesamt)   Unfallflucht  
  2015 2014 2015 2014 2015 2014
PI Anklam gesamt 8710 8215 16/*1069 17/*1011 1494 1364
PHR Anklam 1172 1052 7/*139 4/*124 170 173
PR Wolgast 1408 1307 3/*178 6/*192 189 150
PR Heringsdorf 1346 1342 1/*159 2/*157 247 272
PHR Greifswald 2458 2395 1/*358 0/*323 528 469
PHR Pasewalk 1303 1186 3/*127 4/*108 213 165
PR Ueckermünde 1023 933 1/*108 1/*107 147 135

Nach Aussage des Sprechers der Polizeiinspektion Anklam, Axel Falkenberg, sind die 495 Unfälle mehr ein Anstieg um sechs Prozent. Die meisten Unfälle wurden im Polizeihauptrevier Greifswald aufgenommen (2458).

Gestiegen ist auch die Anzahl der Verletzten — vom 1011 im Jahr 2014 auf 1069 im vergangenen Jahr (+ 5,7 Prozent). 16 Verkehrstote gab es zu beklagen, sieben davon im Bereich des Polizeihauptreviers Anklam. Jeweils drei Verkehrstote wurden in den Revieren Wolgast und Pasewalk gezählt. „2015 gab es zwar einen Verkehrstote weniger als 2014, aber jeder Mensch, der sein Leben bei einem Verkehrsunfall verliert, ist einer zuviel“, sagt Falkenberg. In diesem Zusammenhang widerlegt er die oft in der Öffentlichkeit geäußerte Behauptung, dass vielfach junge Fahrer für Unfälle mit tödlichem Ausgang verantwortlich seien. „Im vergangenen Jahr verursachte ein junger Fahrer einen tödlichen Verkehrsunfall“, erklärt er. Insgesamt wurde jeder elfte Unfall von einem Fahrer bis zu 25 Jahren verursacht. An 376 Unfällen waren Radfahrer beteiligt (2014: 359 Unfälle). Dabei wurden vier Menschen getötet und 288 verletzt.

Fast gleich geblieben ist die Zahl der sogenannten Baumunfälle. 134 Mal (2014: 139 Mal) landete ein Fahrzeug am Baum, drei der Autoinsassen kamen dabei ums Leben. Kraftfahrer sind nach Falkenbergs Worten weiterhin gefordert, wenn es um die Vermeidung von Wildunfällen geht. „Immerhin machen sie ein Viertel in der Gesamtunfallbilanz aus“, so der Polizeisprecher.

Zu jenen Strecken, auf denen in den vergangenen Jahren besonders viele Unfälle passiert sind, gehören die L 35 zwischen Greifswald und Gützkow, die B 109 zwischen Moeckow Berg und Klein Bünzow, die Mellenthiner Berge auf der B 110 zwischen der Stadt Usedom und dem Abzweig B 111 Mellenthin, die B 111 zwischen Gribow und Moeckow Berg und die B 105 zwischen der Abfahrt zur Insel Riems und Neuenkirchen. Häufig kracht es auch auf der L 262 an der Kreuzung Lubmin-Wusterhusen. Viele der Wildunfälle passieren auf den Bundesstraßen 109, 110 und 111, so im Waldstück zwischen Lühmannsdorf und Pritzier. Die Hauptunfallursachen sind das Nichteinhalten des Sicherheitsabstandes (Auffahren), Nichtbeachten der Vorfahrt, zu schnelles Fahren, riskante Überholmanöver und Fahren unter Alkoholeinfluss. Auffällig ist außerdem, dass immer mehr Unfallverursacher flüchten. Jeder sechste Fahrer suchte im vergangenen Jahr nach einem verursachten Personen- oder Sachschaden das Weite.

Allein im Bereich des Polizeihauptreviers Greifswald wurde sich 528 Mal unerlaubt vom Unfallort entfernt. Die Polizei vermutet, dass die Angst, als Alkoholfahrer enttarnt zu werden und der Gedanke an den Anstieg der Schadensfreiheitsklasse, häufig ein Grund für das illegale Verschwinden ist. „Viele vergessen allerdings, dass die Beamten immer häufiger auch diese Fälle aufklären. Die Quote lag 2015 bei 34,2 Prozent“, erklärt Axel Falkenberg und ergänzt, dass das illegale Entfernen vom Unfallort eine Straftat ist, die mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden kann.

Von Cornelia Meerkatz

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