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Ein großes Bravo der Schauspielkunst

Zinnowitz Ein großes Bravo der Schauspielkunst

Premiere von „Die 39 Stufen“ mit Lachsalven gefeiert / Freunde des schwarzen Humors kommen auf ihre Kosten

Zinnowitz. Wer „Die 39 Stufen“ als erhabenen Bühnenaufbau mit klassischem Treppensturz im Zinnowitzer Theater „Die Blechbüchse“

erwartet hatte, lag mit seiner Vision meilenweit daneben. Keine Schnappatmung nach einem Treppenaufstieg bei dem gleichnamigen Kriminalstück nach einem Roman von John Buchan und der Thrillerverfilmung von Alfred Hitchcock im Stil des englischen Vorkriegskinos. Dafür verzauberte das Schauspielquartett Philip Dobraß, Vera Rumpel, Martin Petschan und Wolf-Aaron Thalmann die Gäste mit einer sportlich kreativen Schauspielleistung in gefühlten 30 Rollen. Hut ab für das Intermezzo der Charakterverkörperung.

Selten vermochte wohl allein der Sturz eines Flüchtenden von der niedlich-kleinen Theaterbrücke in simulierter Zeitlupe derartige Lachsalven, welche der Schauspielleistung galten, zu erzeugen. Ebenso die Arbeit mit den dürftigen, dafür umso intensiver genutzten Requisiten. Nicht mit der Tür ins Haus zu fallen, sondern mit selbiger um das Gebäude herum zu fahren, erzeugte lebendige Bühnenbilder und zeigte eine ganz neue Dimension des Episodenreichtums. Ein Stück bei dem nicht nur die fantasievolle Umsetzung das Publikum zusehends belustigte und zu Spontanapplausen animierte.

Lange vielsagende Blicke, eine schöne, geheimnisvolle Geheimagentin, der altehrwürdige Ohrensessel und Scotch mit Soda durften natürlich nicht fehlen. Selbst die weltherrschaftssüchtige Führerrolle fand einen maßvoll positionierten Platz in der Geschichte. Für Freunde des dunkelgrauen, braunen bis schwarzen Kombinationshumors eine Oase der Persönlichkeitsdefinition. Experimentell modern, aber gelungen offenbarte sich die Musikauswahl mit einer Ohrwurmsammlung aus der Filmgeschichte als Sahnehäubchen.

Die Frage nach dem „Warum?“ hatte hier keinen Platz, da die Frage nach dem „Warum nicht?“ allgegenwärtig war. Allein die aus dem ins Gegenteil verkehrten Überraschungsmomente legten einen entzückenden Zauber über das Publikum. Dies wiederum zollte der Inszenierung durch Offenheit und Verblüffung allzeit dankbar Hochachtung. Vor allem wurden Ortswechsel liebevoll in Szene gesetzte und lange Wege auf der süßen Bühne abwechslungsreich und spannend dargestellt. Ohne Scheu vor Wiederholungen klassischer Höhepunkte der Kriminalgeschichte hinterließ das Team um Regisseur Martin Schneider ein amüsiertes Publikum mit einem neuen Blickwinkel auf minimalistische Machbarkeit in der Schauspielkunst.

Weitere Vorstellungen: 22. November, 19.30, Blechbüchse Zinnowitz; Ticket-Hotline ☎ 03971/2688800

Beate Rother

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