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Endlich fällt die Usedomer Schmutzfassade

Usedom Endlich fällt die Usedomer Schmutzfassade

Für 1,2 Millionen Euro saniert die Stadt ihr Rathaus. Hammerschlag ist am 6. Mai.

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Bereits 1998 wurden drei Seiten des Usedomer Rathauses saniert. Die Wände sind jedoch feucht, ein neuer Anstrich ist nötig.

Quelle: Nadler

Usedom. Seit Jahren ist es das Problemkind der Stadt: Endlich wird das Usedomer Rathaus grundsaniert. „Das Haus ist völlig überaltert und sieht einfach schäbig aus. Alles was in einem Neubau getan werden müsste, wird gemacht“, sagt der Bürgermeister Jochen Storrer. Heizung, Elektrik, neue Böden, Deckenverkleidungen. Und natürlich die noch fehlende Sanierung der längst überfälligen Südfassade. „Endlich haben wir das Geld zusammen, um weiterzumachen“, sagt er. Rund 1,2 Millionen Euro sollen bis Dezember verbaut werden. Das Haus war so marode, dass Einrichtungen des Hauses nach und nach das Weite suchten. Vor zwei Jahren musste schließlich auch die Stadtverwaltung die Türen schließen und Räume im Gebäude des Amtes Usedom Süd gegenüber beziehen. „Die Nebenkosten haben uns einfach aufgefressen“, so Storrer. Die Heizung war vergammelt, der Boden im Erdgeschoss nicht gedämmt und uneben. Seitdem steht das Haus leer, im Sommer vergangenen Jahres wurde mit der Entkernung begonnen. Kosten: 45 000 Euro.

Die Sanierung wird sehnlichst erwartet: Denn die drei 1998 erneuerten Fassadenseiten weisen schon jetzt wieder Mängel auf. So sind die Wände zu feucht und haben im Mauerwerk Risse von bis zu sieben Zentimetern. Im Februar dann die nächste Hiobsbotschaft: Das Haus steht auf Schwemmsand, so dass zusätzlich das Fundament stabilisiert werden muss.

In der vergangenen Woche wurden 20 Firmen aus der Region mit den Arbeiten beauftragt. Der symbolische Spatenstich ist am 6. Mai. Am 23. Dezember dieses Jahres soll alles fertig sein. „Wir feiern am 27. Dezember 715 Jahre Stadtrecht. Darauf wollen wir im neuen Rathaussaal anstoßen“, sagt Storrer, der sich freut, dass noch in seiner Amtszeit wieder Leben im Rathaus einkehrt. Die untere Etage soll die Volkssolidarität beziehen. Der Rathaussaal, der etwas vergrößert wird, bleibt in der Mitte des Hauses. Ganz oben bezieht die Fördergesellschaft Kunsthaus Usedom-Wollin ihr Domizil. Laut Storrer ist der historische Dachstuhl mit seinen 150 Jahre alten Balken gut erhalten und bringe Ausstellungen gut zur Geltung. Die erste Schau steht sogar schon fest, sie widmet sich dem Bischof Otto von Bamberg.

Finanziert wird das Bauvorhaben aus der Städtebauförderung, der Kofinanzierungshilfe sowie vom Wirtschaftsministerium des Landes. Die Gemeinde leistet einen Eigenanteil von 107 000 Euro.

Spitzbogen
180 Jahre alt ist das Rathaus etwa, der Bau soll laut Stadtverwaltung aus dem letzten Viertel des 18.

Jahrhunderts stammen. Davor existierte schon ein Rathaus, welches aber beim Stadtbrand 1476 zerstört wurde. Von dem ursprünglichen Gebäude stammt wahrscheinlich der älteste Teil des Hauses, der Spitzbogen im Südwesten des Erdgeschosses.

Irene Burow

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