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Erbitterter Streit um eine Giebelwand

Groß Ernsthof Erbitterter Streit um eine Giebelwand

Hannelore Hoyer aus Groß Ernsthof verklagte ihren Nachbarn und unterlag. Jetzt will sie in Berufung gehen.

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Die 61-jährige Hannelore Hoyer vor der Wand, an die sich früher direkt das Wohnhaus ihrer Mutter anschloss. Das alte Haus wurde inzwischen abgerissen.

Quelle: Tom Schröter

Groß Ernsthof. Ein bizarrer Nachbarschaftsstreit gärt seit über zwei Jahren in Groß Ernsthof. Gegenstand der Auseinandersetzung ist die nördliche Giebelmauer eines Wohnhauses an der Greifswalder Chaussee, in dem das Ehepaar Hoyer wohnt. Inzwischen befasste sich bereits das Landgericht in Stralsund mit der Angelegenheit. Klägerin Hannelore Hoyer unterlag in erster Instanz gegen ihren Nachbarn. „Jetzt will ich in Berufung gehen und vor das Oberlandesgericht ziehen“, verkündet die 61-Jährige entschlossen.

Der besagte Giebel bildete früher eine gemeinsame Wand mit dem in direkter Nachbarschaft befindlichen älteren Elternhaus, in welchem zuletzt Hannelore Hoyers Mutter wohnte. Als diese im Oktober 2009 verstarb, erbte ein Verwandter deren Wohnhaus und damit auch die gemeinsame Giebelwand, die auf seinem Grundstück steht. Der neue Eigentümer ließ das alte Haus 2011 abreißen. Folgerichtig entbrannte der Zwist darüber, wie künftig mit dem Giebel umzugehen ist. Zunächst wurde die Wand stehengelassen und aus Sicherheitsgründen mit mehreren Balken abgestützt.

Aus Sicht von Hannelore Hoyer soll dies kein Dauerzustand werden. „Feuchtigkeit dringt durch die Wand in mein Haus ein und verursachte erste Schäden“, berichtet sie. „Ich möchte, dass die Wand von meinem Grundstücksnachbarn ordentlich hergerichtet, also abgedichtet, gedämmt, mit einem Außenputz versehen und auch die Standfestigkeit hergestellt wird“, so ihre Forderung. Dies ist nicht gerade billig. Ein Kostenvoranschlag geht von etwa 15 000 Euro aus. Aber: Das Wiederherrichten der Wand, so behauptet Hannelore Hoyer, sei ihr vom neuen Eigentümer seinerzeit während des Notartermins versprochen worden. Wie aus den Prozessakten ersichtlich, bestreitet der Nachbar jedoch, jemals eine solche Zusage abgegeben zu haben. Hannelore Hoyer räumt ein und bedauert, dass dergleichen schriftlich nie vereinbart worden sei. „Möglicherweise enthält aber das damals bei der Notarin angefertigte Protokoll eine Randnotiz, aus der hervorgeht, dass ich diese mündliche Zusage von ihm erhalten habe“, mutmaßt sie.

Die Notarin, die aus Altersgründen inzwischen nicht mehr tätig ist, teilte unterdessen dem Landgericht mit, dass sie sich nicht mehr im Detail an eine solche vermeintliche Abmachung erinnern könne.

Nun würde die Klägerin gern selbst Einsicht in die Akten nehmen. Auf Anfrage informierte das nun tätige, neue Notariat gestern, dass voraussichtlich in der nächsten Woche im auswärts angelegten Aktenarchiv das betreffende Protokoll herausgesucht werde.

Hannelore Hoyer will nicht aufgeben und die vertrackte Angelegenheit geklärt wissen. „Wenn die Mauer in Ordnung ist, würde ich den kleinen Grundstücksstreifen, auf dem sie steht, gerne dazukaufen“, sagt sie. In der vom Landgericht im März verkündeten Entscheidung heißt es indes: Es sei „zweifelhaft, ob Erklärungen bzw. Zusagen der vorbeschriebenen Art und Weise eine rechtsverbindliche Wirkung entfalten“. Und: „Eine solche Zusage hätte einer notariellen Beurkundung bedurft.“ Der Nachbar war für eine persönliche Stellungnahme leider nicht erreichbar. Die Redaktion versuchte mehrfach vergeblich, den persönlichen Kontakt zu ihm herzustellen.

„Feuchtigkeit dringt durch die Wand in mein Haus ein und verursachte erste Schäden.“Hannelore Hoyer, Hauseigentümerin

 



Tom Schröter

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