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Güllebehälter: Bauantrag wird erwartet

Lassan Güllebehälter: Bauantrag wird erwartet

Bürgermeister will gemeindliches Einvernehmen erteilen/ Bürgerinitiative kündigt Proteste gegen Pläne von Peeneland an

Lassan. Die geplante Errichtung eines Güllebehälters mit einem Fassungsvermögen von rund 6500 Kubikmetern durch die Peeneland Agrar GmbH sorgt weiter für Unruhe. In Lassan und aus den umliegenden Orten im Lassaner Winkel hat sich vor rund zwei Wochen eine Bürgerinitiative gegründet, der laut Karl Valta aus Klein Jasedow mit Stand von gestern bereits 19 Mitglieder angehören. Wie er versicherte, sei dieser Tage bei einem Termin zur Entwicklung der Rad- und Wanderwege in der Region von Bürgermeister Fred Gransow (CDU) gesagt worden, dass er in Kürze den Bauantrag des Landwirtschaftsbetriebes erwartet sowie umgehend unterschreiben und damit de facto das gemeindliche Einvernehmen erteilen werde.

Diese Absicht bestätigte das Stadtoberhaupt gestern gegenüber der OZ, gleichwohl warte er noch auf den Eingang des Bauantrages, der beim Landkreis als genehmigender Behörde gestellt werden müsste.

Bislang sei das Papier aber noch nicht auf seinem Schreibtisch gelandet. „Allerdings muss man ganz klar festhalten, dass wir das Vorhaben nicht verhindern können, das regelt der Paragraph 35 des Baugesetzbuches, in dem es um das sogenannte privilegierte Bauen geht. Selbst wenn die Kommune sich dagegen positionieren würde, könnte der Kreis unser Einvernehmen ersetzen“, erläutert Gransow auf Anfrage die Situation.

Zwar brauche man keinen Beschluss der Stadtvertretung, aber der Bürgermeister hebt hervor, dass Mitglieder des Bau- und des Hauptausschusses mit ihm Vor-Ort-Termine absolviert hätten. Er findet es „sehr fair“ von der Peeneland Agrar GmbH, die Kommune überhaupt in ihre Pläne eingebunden zu haben, „das müsste das Unternehmen gar nicht.“ Deshalb teilt er die unserer Redaktion vorliegende Argumentation von Stadtvertreter Johannes Heimrath, die sinngemäß lautet: Wenn wir den Bau schon nicht verhindern können, sollten wir den für die Orte und die Einwohner günstigsten Kompromiss wählen.

Der sieht nun vor, den Güllebehälter an der Kreuzung Pulow, Klein Jasedow und Papendorf zu errichten, das dortige Fahrsilo zurückzubauen, die Anlage zu begrünen und einen Rastplatz für Wanderer und Radfahrer zu bauen. Und: Die drohende Geruchsbelästigung halte sich sehr in Grenzen, trete im Wesentlichen nur beim Befüllen und Entleeren des Großbehälters auf.

„Das ist alles eine Farce, ein Hohn“, umschreibt Valta die strikt ablehnende Haltung der Bürgerinitiative. Auch von ihr liegt OZ eine mehrseitige Stellungnahme vor, in der reichlich Risiken und negative Auswirkungen auf die Menschen und die Natur im weitesten Sinne sowie den noch jungen, im Aufwind befindlichen Tourismus im Lassaner Winkel aufgezählt werden. Eine Güllegroßtankanlage würde dem „Netzwerk Lassaner Winkel“ definitiv und grundlegend schaden. Neben dem Gestank (auch durch das notwendige, regelmäßige Quirlen der Gülle) sei ein enormer Schwerlastverkehr zu erwarten, der Staub und Lärm mit sich bringe, argumentiert Valta weiter. Er und seine Mitstreiter sehen außerdem den Denkmalschutz der Berghornallee in Gefahr. Befürchtet wird ferner ein Abwandern der Bevölkerung aus der ohnehin dünn besiedelten Region.

Bürgermeister Gransow wird aufgefordert, dem Vorhaben seine Zustimmung zu verweigern. Nicht zuletzt deshalb, weil ein weiterer Gülletank am Standort der Hohendorfer Milchviehanlage möglich sei.

Danach bleibe abzuwarten, welche Behörden oder gerichtlichen Instanzen das Sagen hätten. „Zunächst müssen wir ablehnen“, fordert Valta seine Mitbürger und die politisch vor Ort Verantwortlichen auf.

Steffen Adler

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