Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Iglus: Keiner mag sie haben

Zinnowitz/Greifswald Iglus: Keiner mag sie haben

Die Stellplätze für Wertstoffe sind ein Problem: In den Kaiserbädern soll es bald nur noch drei geben

Zinnowitz/Greifswald. Jeder Bürger möchte sein Altpapier und seine Gläser und Flaschen möglichst nahe an der Wohnung entsorgen. Aber keiner möchte die Wertstoffbehälter vor seiner Haustür. Die Folge: In Greifswald etwa fehlen laut geltenden Empfehlungen etwa 30 Flächen für Iglus. In den letzten acht Jahren wurden ein Viertel der Stellplätze in der Kreisstadt zurückgebaut, die Behälter von der Greifswalder Entsorgungs GmbH (GEG) eingelagert. Besonders prekär ist die Lage in der Altstadt.

Dabei ist die Kreisstadt nicht die einzige Problemregion. Nach den Erfahrungen von Marcel Wühn wehren sich in den großen Badeorten an der Usedomer Küste nicht nur Bürger, sondern auch Hotels und Ferienwohnungsbetreiber gegen Entsorgungsbehälter in der Nähe. „Wir mussten jetzt im Gothenweg im Seebad Heringsdorf Glasbehälter wegnehmen, weil es einen Ferienwohnungsbetreiber gestört hat“, sagt er. Allerdings gibt es einen Unterschied zu Greifswald. Auf Usedom kommen die Gemeinden auf die Ver- und Entsorgung Vorpommern-Greifswald (VEVG) mit Angeboten für Wertstoffplätze zu und nicht umgekehrt. „Momentan wird erwogen, in Heringsdorf, Bansin und Ahlbeck nur noch jeweils einen großen Platz einzurichten“, so Wühn. Dafür müssten aber längere Wege hingenommen werden. „Die Wertstoffplätze in den Kaiserbädern sind in der Saison noch mehr verdreckt als die Greifswalder“, informiert Wühn. Besonders schlimm sei es in der Ferienzeit, wenn Urlauber aus Hotels, Ferienwohnungen, Camper und Gewerbetreibende hier Müll abladen. „Dabei fahren wir dann schon drei bis vier Mal pro Woche Müll ab“, informiert Wühn. Die VEVG reagiere überall in Mecklenburg-Vorpommern flexibel auf Bedarfe bei der Entsorgung. „Die Plätze in den Kaiserbädern werden in der Saison wegen der Vermüllung zwei Mal pro Woche durch unsere Mitarbeiter gereinigt und ein drittes Mal durch Fremdfirmen. In Anklam reicht einmal pro Woche.“ Der Einsatz der Fremdfirmen koste etwa 1500 Euro. Gefühlt nehme die Vermüllung der Stellplätze seit Jahren zu, so Wühn.

Zurück nach Greifswald. Schon 2014 wurde der Containerstellplatz auf dem früheren Parkplatz am Hansering beseitigt. Denn zwischen Brügg- und Kuhstraße will die Wohnungsbau und Verwaltungsgesellschaft Greifswald (WVG) neue Häuser bauen. Und wo sollen die Bürger nun hin, fragt der Greifswalder Dieter Dräger. Er bemüht sich seit Jahren in Zusammenarbeit mit den Entsorgern um Igluplätze. „2014 wurde angekündigt, dass in der Kuhstraße ein Ersatzplatz entstehen soll“, erinnert Dieter Dräger. „Das ist nicht passiert.“ Die Stadtverwaltung winkt ab. Bei der Baugenehmigung für die WVG werde die Hausmüllentsorgung berücksichtigt. Wertstoffplätze seien Sache des Kreises. Stimmt, bestätigt das Landratsamt. Aber um Iglus aufzustellen, benötige man Flächen der Stadt. Diese Plätze müssten außerdem für die Fahrzeuge der Entsorger zugänglich sein. Man sei mit der Stadt im Gespräch.

Im Konkreten mit den Plätzen befasst ist seit Anfang 2016 die VEVG. Die GEG ist nur noch Dienstleister. Maurice Wühn, Verantwortlicher für Wertstoffhöfe, geht das Problem offensiv an. „In der Stadt wird eine Entfernung von höchstens 200 Metern zum Wertstoffplatz angestrebt“, so Wühn zum Ziel. „Wir waren in der letzten Woche in Greifswald unterwegs und haben elf mögliche Plätze gefunden, die die Stadt nun prüft.“ Wenn tatsächlich drei bis vier entstünden, sei das schon gut. Auch am Hansering wurden zwei Möglichkeiten gefunden. Erstens eine Fläche am Wendehammer der Schützenstraße vor dem Hansering und zweitens eine mit Sträuchern bestandene Fläche Brügg-/Ecke Kuhstraße. Die Flächen würden auf Kosten der VEVG gepflastert und die Iglus eingezäunt, betont Wühn. Wenn sich diese Vorschläge nicht realisieren ließen, müsse weitergesucht werden. Wenn das nicht klappt, sind die Container am Nexöplatz die Alternative.

Eckhard Oberdörfer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Mit Licht in Szene gesetzt – die auch als „Balkon am Meer“ getitelte Fußgängerbrücke, die von der Stadt in den Hafen führt. Das Bauwerk gehört zu den Vorzeigeprojekten der im Sanierungsgebiet Stadthafen in Sassnitz bereits umgesetzten Maßnahmen.

Die Stadt Sassnitz präsentiert ihre Sanierungserfolge im Stadthafen jetzt im Internet

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Anklam
Verlagshaus Zinnowitz

Neue Strandstraße 31
17454 Ostseebad Zinnowitz

Öffnungszeiten:
Mo. bis Fr. von 10:00 bis 17:00

Leiter Lokalredaktion: Dr. Steffen Adler
Telefon: 03 83 77 / 36 10 14
E-Mail: zinnowitz@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.