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Jung, etwas schräg und stark pubertierend

Karlshagen Jung, etwas schräg und stark pubertierend

Das Musical „Funkenflug“ erlebte seine Premiere in der Aula der Karlshagener Heine-Schule.

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Jung, schräg und pubertierend, so zeigen sich die Mädchen der Klasse, in der sich zwei Außenseiterinnen entscheiden müssen: „normal“ werden oder ausgegrenzt bleiben.

Quelle: St. Brümmer

Karlshagen. Erfolgreiche Premiere des Musicals „Funkenflug“! Aber nicht in der „Blechbüchse“ und nicht im Anklamer Theater. In der Aula der Karlshagener Heinrich-Heine-Schule spielten vor ausgesuchtem Publikum am Mittwochabend Schülerinnen der 7. bis 10. Klassen das Stück von Mathias Siebert. Die Theaterkursleiterin der Heine-Schule, Vera Valtin, setzte es zusammen mit Choreografin Mia Günther und Filmemacher Marcus Wiedemann in Szene. Und die knapp 100 Gäste waren begeistert, auch wenn es ein Musical ohne Happy-end war.

Inhaltlich geht es in dem mit Tanz und Gesang gespickten Stück um junge pubertierende Schülerinnen mit ihren arteigenen Problemen und Problemchen, und speziell um das Schicksal einer Schülerin und ihrer neu in die Klasse eingetretenen Klassenkameradin.

Rosa und Lynn (Skady Carl und Emily Koys) sind „unnormal“. Sie sind beide in der Lage, Gedanken von anderen Menschen lesen zu können. Als die Klassenkameradinnen die Fähigkeit von Rosa und Lynn entdecken, nutzen sie diese prompt fürs Spicken während der Prüfungen aus, was ausgezeichnet funktioniert. Da sich die beiden Hellseherinnen voneinander angezogen fühlen, führt das aber auch zu Unverständnis in der Klasse, worauf es bei den Mädchen zur Vereinsamung und zudem zu gewissen psychischen Überreaktionen bei Rosa kommt, welche nach Meinung der Eltern (Kathrin Firus und Vera Valtin) eine psychiatrische Behandlung nötig machen. Die Ärztin, Dr. Höfgen (Nadine Herbst), ist aber nicht bereit, an Telepathie zu glauben, und versucht Heilung mit konservativen schulmedizinischen Mitteln zu erreichen, was sich am Ende als „Kunstfehler“ herausstellt.

Als sich Rosas Freundin Lynn schließlich von ihr abwendet und vor allem ihre ureigene Kommunikation durch Gedankenlesen aufgeben möchte, weil sie „normal“ werden will, verliert Rosa ihren letzten Halt. Sie möchte nicht „normal“ werden, sie möchte bleiben wie sie ist, mit all ihren Besonderheiten. Da dies aber in ihrem Umfeld nicht möglich scheint, nimmt sie eine Überdosis Schlaftabletten. Und Rosa stirbt.

„Die Mädchen haben eine großartige Arbeit geleistet“, sagte Theaterkursleiterin Vera Valtin nach der Aufführung. „Wir proben seit August 2013 an dem Stück. Die Mädchen haben zusätzlich viele Wochenenden und Ferientage geopfert, um hier eine gute Arbeit abliefern zu können. Und deshalb war es eine anstrengende, aber wunderbare Zeit.“

Das Musical „Funkenflug“ wird voraussichtlich noch einmal am 10. sowie am 29. April in der Aula aufgeführt. Es ist höchst unterhaltsam und geht der Frage nach, wie wir mit andersartigen Menschen umgehen, die sich außerhalb „einer Norm“ bewegen.

 



Stefan Brümmer

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