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Kreis lehnt Lückenschluss für Allee ab

Bauer-Wehrland Kreis lehnt Lückenschluss für Allee ab

Gemeinde Zemitz scheitert mit Antrag / Anwohner: Bürger-Engagement wird mit Füßen getreten

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Die Lindenallee hat als Teil des Gesamtensembles mit Bach, Herrenhaus und angrenzenden Wohnhäusern einen historischen und ökologischen Wert. Die Anwohner ringen daher um den Erhalt der Bäume. Ein radikaler Pflegeschnitt erfolgte 2009 (im Bild).

Quelle: Foto: Tom Schröter

Bauer-Wehrland. Einen Dämpfer hat jetzt bürgerschaftliches Engagement in Bauer-Wehrland erhalten. Gegenstand ist die um 1840 als Teil des Gutshausparks gepflanzte Lindenallee entlang der Ortsdurchfahrt. Die Gemeinde Zemitz, zu der Bauer-Wehrland gehört, hatte Mitte Oktober 2016 beim Landkreis Vorpommern-Greifswald einen Antrag zur nachhaltigen Sicherung der aus Sommer- und Winterlinden zusammengesetzten Allee und für Nachpflanzungen in vorhandene Lücken gestellt.

„Nach der jüngsten Baumfällung im vergangenen Jahr besteht die etwa 400 Meter lange Allee aktuell aus nur noch 99 Bäumen“, schrieb Zemitz’ Bürgermeisterin Susanne Darmann an den Landkreis. „Wir haben ermittelt, dass 37 Bäume in bestehende Lücken nachgepflanzt werden können, um das Erscheinungsbild dieser wertvollen, gefährdeten Allee nachhaltig zu bewahren.“ Beantragt wurde eine Förderung dieser Maßnahme aus dem Alleenfonds. Und: „Mehrere engagierte Bürger der Gemeinde Zemitz haben sich bereit erklärt, zusätzlich einen Eigenanteil an den Kosten der Maßnahme zu übernehmen“, berichtete die Bürgermeisterin.

Nach zehn (!) Wochen kam die abschlägige Antwort, formuliert von einer Mitarbeiterin des Sachgebiets Naturschutz/Landschaftspflege der beim Landkreis angesiedelten Unteren Naturschutzbehörde.

„Nachpflanzungen“, so wird die Antragstellerin in dem Schreiben belehrt, „sind nur dann sinnvoll, wenn das Erscheinungsbild einer Allee oder einseitigen Baumreihe nicht durch zu starke Ungleichaltrigkeit gestört wird.“ Die vom Land MV als besonders schutzwürdig eingestufte Lindenallee in Bauer- Wehrland weise zwar durch die Fällung von Bäumen Lücken auf. Diese entsprächen aber nicht den Vorgaben für eine optimale Entwicklung eines zu pflanzenden Jungbaums. Und auch der geringe Lichteinfall stehe der Entwicklung eines jungen Baumes entgegen. Daher werde der Lückenbepflanzung nicht zugestimmt.

Anwohner Dr. Philipp Klein, Initiator des kommunalen Vorstoßes, ist über das Verhalten der Kreisbehörde empört. „Es ist frustrierend zu sehen, wie bürgerschaftliches Engagement von einer desinteressierten Behörde mit Füßen getreten wird, in deren ureigenem Interesse doch eigentlich die Gewinnung von Bürgern als aktive Mitstreiter für ihre Kernthemen liegen müsste“, kritisiert er.

Schon die Wortwahl der Mitarbeiterin mit Begriffen, wie „sinnvoll“, „wichtig“ oder „optimal“ lege nahe, dass es in der Angelegenheit erheblichen Entscheidungsspielraum gebe. „Dieser wird leider konsequent zuungunsten einer schutzwürdigen Allee ausgenutzt“, findet Dr. Klein. „In Zusammenschau mit den dilettantisch durchgeführten ,Baumpflegemaßnahmen’ im Jahr 2009 drängt sich einmal mehr der fatale Eindruck auf, dass das Selbstverständnis der Naturschutzbehörde vorrangig in einer Geldausgabestelle für die kontrollierte, kostengünstige Beseitigung biologischer Verkehrshindernisse zu bestehen scheint.“

Klein dringt trotz der seitens des Kreises ergangenen Ablehnung auf eine konstruktive Lösung und bat jetzt den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) dafür um Unterstützung.

Tom Schröter

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