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Landkreis kauft ehemaliges Hotel

Greifswald Landkreis kauft ehemaliges Hotel

Das Landratsamt in der Greifswalder Feldstraße wird größer / ERwerb und Umbau kosten knapp zehn Millionen Euro

Greifswald. Nun ist alles notariell beglaubigt: Der Landkreis hat seine seit rund zwei Jahren gemietete Zentrale in der Feldstraße gekauft. Auch das damit verbundene, überwiegend leer stehende Gebäude dahinter kann er nun sein Eigen nennen. Früher waren darin das „Creativhaus-Hotel“ zu finden, bis zuletzt hatte das Bildungszentrum Big darin eine Lehrwerkstatt betrieben. Dem Big gehörten die Häuser, Hauptgesellschafter des Bildungszentrums sind die Greifswalder Stadtwerke.

Das Big hatte ein Interesse an dem Verkauf, weil es in letzter Zeit geschrumpft ist und ihm die Immobilien zu groß geworden waren. Der Kaufpreis für Gebäude und Grundstück liegt bei 4,9 Millionen Euro, für den Umbau wird noch einmal dieselbe Summe veranschlagt (siehe Infokasten). So viel Geld hat der überschuldete Landkreis in seiner noch jungen Geschichte selten für Investitionen in die Hand genommen. „Aber es lohnt sich“, meint Sprecher Achim Froitzheim. Der finanzielle Kraftakt wird mit Geld von der Bank gestemmt. „Die Kreditzinsen dafür liegen niedriger als die monatliche Miete.“

Diese lag im vergangenen Jahr bei knapp 24000 Euro — pro Monat. Hinzu kommen die Mieten für die Ämter, die zurzeit noch in mehreren Gebäuden in der Stadt verteilt sind und die nach dem Umbau in die Feldstraße umziehen sollen. Dazu gehören: das Gesundheitsamt in der Stralsunder Straße, die Waffenbehörde/Untere Jagdbehörde, das Sozialamt und die Abfallbehörde in der Loefflerstraße und das Veterinäramt im Mendelejewweg. Aktuell arbeiten rund 90 Personen in der Verwaltung in der Feldstraße. Nach dem Zusammenziehen sollen es 220 sein.

Damit setzt die Verwaltung einen Kreistagsbeschluss aus dem vergangenen Jahr um. Nicht nur das: Auch die Vorschläge der Sparberaterfirma Rödl und Partner würden umgesetzt, so Froitzheim. Denn auch an den anderen Verwaltungsstandorten des Kreises in Anklam und in Pasewalk solle es Veränderungen geben, sodass unterm Strich die Zahl der genutzten Gebäude deutlich reduziert werde.

„Wir beabsichtigen, unsere Immobilien in der Demminer Straße und der Leipziger Allee kostengünstig baulich zu ertüchtigen“, teilt Landrätin Barbara Syrbe (Linke) mit. Laut Froitzheim wird dies deutlich über eine Million Euro in Anspruch nehmen. „Wenn diese Häuser hergerichtet sind, können marode Altbauten wie beispielsweise in der Bluthsluster Allee sowie in der Ellbogenstraße leergezogen und veräußert werden“, so Syrbe. In die Pasewalker Kürassierkaserne soll künftig das Jobcenter einziehen, um die teilweise leerstehende Immobilie besser auszulasten.

Von Kai Lachmann

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