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Usedom Lubmins Strukturwandel macht neugierig
Vorpommern Usedom Lubmins Strukturwandel macht neugierig
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00:00 16.04.2013
Lubmin

Mehr als zwei Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima haben japanische Politiker und Vertreter der Anti-Atombewegung den Standort des früheren Atomkraftwerks Lubmin besucht. In Gesprächen mit der Gemeinde informierten sich die Kommunalpolitiker aus der Region Kashiwazaki gestern über den Strukturwandel nach der Stilllegung und den Rückbau eines Atomkraftwerks. Ziel sei es, von den in Lubmin gemachten Erfahrungen zu lernen, sagte der japanische Delegationsleiter und sozialdemokratische Abgeordnete Toshiyuki Iizuka.

Nahe der 90 000 Einwohner zählenden Stadt Kashiwazaki steht das vom Energiekonzern Tepco betriebene Kraftwerk Kashiwazaki- Kariwa. Es gilt mit einer Leistung von 8000 Megawatt als das größte Atomkraftwerk der Welt. Nach der Katastrophe von Fukushima wurde es außer Betrieb genommen. Offen sei, ob es endgültig abgeschaltet wird, so Toshiyuki Iizuka.

Das Atomkraftwerk Lubmin bei Greifswald ist seit 23 Jahren vom Netz. Der milliardenschwere Rückbau der Anlage befindet sich in der Endphase. In Japan gelte Lubmin als Vorreiter in punkto Atomausstieg, sagte Toshiyuki Iizuka. Hier gemachte Erfahrungen seien inzwischen vielerorts von Interesse, bestätigte Jürgen Ramthun, Geschäftsführer der Energiewerke Nord GmbH. „Wir haben seit Erhalt der Genehmigung für den Abbau des Atomkraftwerks (Akw) 1995 Maßnahmen durchgeführt, die absolutes Fachwissen erfordern und mitunter Weltneuheit waren“, betonte er. Heute seien die Energiewerke Nord das zentrale Stilllegungs- und Rückbauunternehmen für Akw in Deutschland. „Wir arbeiten an osteuropäischen Objekten mit. Überall ist unser Wissen gefragt.“

Obgleich so gut wie jede Familie in der Gemeinde Lubmin seinerzeit von der Stilllegung des nahen Atomkraftwerks betroffen war — in der Folge gab es mehrere Massenentlassungen —, habe sich der Ort in den Folgejahren positiv entwickeln können, machten Lubmins Ex-Bürgermeister Matthias Lietz (CDU) und der heutige Amtsinhaber Axel Vogt (CDU) deutlich. Die Einwohnerzahl sei nach dem Akw-Aus nicht gesunken, sondern gestiegen: von 1400 im Jahr 1990 auf heute 2039.

Es sei gelungen, im Umland Lubmins Arbeitsplätze zu erhalten und neue einzurichten. Der Rückbau am Akw-Standort sei mit der erfolgreichen Ansiedlung von Unternehmen einhergegangen. Die Seebad- Gemeinde, betonte Lietz, habe frühzeitig den Schulterschluss zu den anderen Standortgemeinden — Kröslin und Rubenow — hergestellt, um das Geschehen am Akw-Standort beeinflussen zu können.

Staatlicherseits sie viel Geld in den Standortumbau geflossen.

Seit Jahren profitiere das Seebad von der Zuwanderung älterer Menschen, die hier ihren Lebensabend verbringen möchten. Wie attraktiv der Ort mittlerweile sei, lasse sich nicht zuletzt an der Wohnraum- und Bauland-Nachfrage ablesen. „Wir können sie nicht halbwegs befriedigen und bräuchten mehr Bauflächen“, sagte Vogt. Die weiteren Entwicklungsziele für Lubmin brachte er so auf den Punkt:

Zuwachs der Einwohnerzahl, Ausbau des Industriestandorts, Vorantreiben der touristischen Entwicklung.

Martina Rathke und Sven Jeske

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