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Mehr junge Urlauber kommen in die Region

Vorpommern-Greifswald Mehr junge Urlauber kommen in die Region

Die Betreiber von Unterkünften erwarten steigenden Zulauf / Zum Teil werden schon Buchungen für 2018 vorgenommen

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Die Jugendherberge Heringsdorf zählt zu den beliebtesten Einrichtungen, die junge Leute im Nordosten ansteuern. Nicht zuletzt wegen ihres Baustils und der Nähe zum Ostseestrand.

Quelle: Matthias Schümann

Vorpommern-Greifswald. Die Einrichtungen für junge Urlauber im Landkreis Vorpommern-Greifswald ziehen für das Jahr 2015 eine positive Bilanz und blicken optimistisch in die Zukunft. Laut Geschäftsführerin Kirstin Brüchner kamen in ihr Maritimes Jugenddorf Wieck (Majuwi) im vergangenen Jahr auf 320 Betten insgesamt rund 40000 Übernachtungen. Aktuell gebe es einen leichten Trend nach oben. „Wir haben bereits von festen Vertragspartnern Vorausbuchungen für 2017 und 2018“, so Brüchner. „Das war harte Arbeit, aber dadurch haben wir ein weiches Polster.“

Im Durchschnitt bleiben die Gäste drei Nächte, so Brüchner weiter. Von Montag bis Freitag seien Schulklassen im Majuwi, am Wochenende Familien und Einzelreisende. „Unser Schwerpunkt ist der Wassersport. Wir kooperieren mit der Segelschule Greifswald. Bei uns kann man auch surfen, Kajak oder Rad fahren und klettern.“ Dabei könnten Schulen für Klassenfahrten bestimmte Pakete buchen, je nachdem, welche Aktivitäten gewünscht sind. Das Majuwi will sein Angebot noch erweitern: „Es gibt schon Stadtführungen, aber wir wünschen uns mehr Kooperation mit Museen und der Universität“, erklärt Brüchner.

Die Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte (JBS) auf dem Golm auf Usedom mit 113 Betten verzeichnete mehr als 3400 Besucher mit gut 9000 Übernachtungen. 60 Prozent seien Stammgäste. „Das erste Quartal 2016 ist etwas besser angelaufen als das des Vorjahres. Wir erwarten nach derzeitiger Buchungs- und Anfragelage mehr Gäste und mehr Übernachtungen als im Jahr 2015“, berichtet Mariusz Siemiatkowski, wissenschaftlicher Leiter der JBS.

Für die vergangenen fünf Jahre zieht der Leiter eine positive Bilanz. Am häufigsten kämen Jugendverbände, Vereine und Seminargruppen. Durch die Zusammenarbeit mit Schulen in Norddeutschland gebe es einen stetigen Anstieg der Gästezahlen. Die JBS setze vor allem auf geschichtliche und kulturelle Schwerpunkte: „Wir organisieren nationale und internationale Workshops, beschäftigen uns mit friedenspädagogischen Projekten und historisch-politischer Bildungsarbeit, insbesondere auf der Kriegs- und Gedenkstätte Golm“, so Siemiatkowski. Das deutsche Jugendherbergswerk hat mit Murchin, Ueckermünde, Heringsdorf und Greifswald vier Unterkünfte im Landkreis mit insgesamt 515 Betten. Auch dort bleiben die Gäste durchschnittlich drei Nächte. „Im vergangenen Jahr konnte die Bettenauslastung bei uns von 38,9 auf 42 Prozent gesteigert werden“, sagt Pressesprecherin Anja Wrzesinski. Dabei seien Familien mit einem Anteil von 30 Prozent die Hauptzielgruppe, bald gefolgt von Schulklassen mit 24,4 Prozent. Durch den hohen Gruppenanteil gebe es ebenfalls viel Stammpublikum.

Bei den Gästen seien klassische Angebote wie Lagerfeuer mit Stockbrot sowie Schnitzeljagden beliebt. „In Greifswald können sich Schüler auf die Spuren von Caspar David Friedrich begeben und die Geschichte der Stadt kennenlernen“, so Wrzesinski. In Ueckermünde seien mit dem Färbergarten, einer Rallye und einer Floßfahrt spannende Naturerlebnisse im Angebot.

Die Geschichte der Jugendherbergen

Jugendherbergen entstanden ab Anfang des 20. Jahrhunderts im Zuge der Jugendbewegung als Unterkünfte für junge Menschen, Jugendgruppen und Schulklassen. 1911 gab es bereits 17 Jugendherbergen und 1928 rund 2200. Sie verfügten meist über große Schlafsäle sowie wenige kleinere Zimmer für die Betreuer. Die Idee überschritt schnell die nationalen Grenzen Deutschlands. Auf der ganzen Welt entstanden Youth Hostels. Diese sind unter dem Dach des Weltverbandes Hostelling International mit mehr als 90 nationalen Verbänden und über 4000 Jugendherbergen global zusammengefasst.

Ziel ist das gemeinsame Eintreten für Frieden und Völkerverständigung durch den interkulturellen Austausch junger Menschen.

Von Laura Weigele

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