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Mieterinnen entsetzt über Pflegeschnitt

Wolgast Mieterinnen entsetzt über Pflegeschnitt

Gabriele Oestreich ist außer sich. „Jedem Menschen mit einem gesunden Ästhetikempfinden geht das gegen die Hutschnur“, ist sich die 49-jährige Wolgasterin sicher.

Wolgast. Gabriele Oestreich ist außer sich. „Jedem Menschen mit einem gesunden Ästhetikempfinden geht das gegen die Hutschnur“, ist sich die 49-jährige Wolgasterin sicher.

Sie und Hannelore Pietrucha (68) wohnen seit vielen Jahren in der Beethovenstraße und kritisieren den in den letzten Februartagen in ihrem Wohngebiet erfolgten Gehölzbeschnitt. Denn die Mitarbeiter der Wolgaster Wohnungswirtschaft (WoWi) gingen überaus gründlich vor.

Insbesondere ärgert die Mieterinnen, dass, neben den Flieder- und Hagebutten-Büschen in der nahen Umgebung, die beiden großen Lebensbäume vor ihrem Haus so arg gestutzt wurden. „Die Bäume hatte keine tote oder kaputte Stelle. Trotzdem wurden im unteren Bereich alle Äste einfach abgeschnitten. Eine total sinnlose Aktion. Ich bin entsetzt“, schimpft Hannelore Pietrucha. Die Vogelhäuser, die auf dem Areal vor dem Haus angebracht sind, werden rege genutzt. Spatzen, Rotkehlchen &Co. finden sich ein. „In den Lebensbäumen hielten sich Tag für Tag bis zu zehn Amseln auf, die von mir mit Äpfeln gefüttert wurden. Die Vögel haben unter den nun kahlen Bäumen keinen Schutz mehr“, klagt Hannelore Pietrucha. Vielmehr hätten sie sich auf das angrenzende Grundstück der Wohnungsgenossenschaft zurückgezogen, wo die Bäume unversehrt sind.

Auch die Nachbarin Lieselotte Sohns ist mit der Art der Baumpflege in Regie der WoWi unzufrieden. „Der Rotdornbaum an unserem Haus wurde einfach gefällt. Er stand dicht an der Treppe und ich konnte mich beim Hinabsteigen daran festhalten“, erklärt die Wolgasterin, die aktuell Probleme mit den Knien hat. Eric Stümann von der WoWi Immobilien und Dienstleistungs GmbH gibt seinerseits an, dass der Rotdorn eben zu dicht an der Treppe gestanden habe. Dass der Baum laut Aussage einer Mieterin seit zwei Jahren nicht mehr geblüht habe, sei ein weiterer Grund für die Fällung gewesen. Notfalls werde nun ein Geländer neben der erwähnten Treppe installiert.

Auch das rigorose Auslichten der erwähnten beiden Lebensbäume verteidigte Eric Stümann. Die Bäume seien im Laufe der Jahre zu groß geworden und hätten inzwischen zu viel Rasenfläche beansprucht:

„Unsere Leute kamen mit dem Rasentraktor nicht mehr vorbei, so dass viel Handarbeit nötig wäre.“ Genau hier setzt wiederum die Kritik von Gabriele Oestreich an: „Dann muss man sich eben die Mühe machen und mit dem Handrasenmäher arbeiten. Schließlich zahlen wir alle auch Betriebskosten.“ Und Hannelore Pietrucha, wünschte sich, dass mit den Mietern gesprochen wird, bevor solche Maßnahmen erfolgen.

Auch im Lindenweg kam im Februar die Säge zum Einsatz. Der Baubetriebshof der Stadt fällte die Ahorn-Allee — 17 Bäume wurden abgeholzt. Wie zu erfahren war, habe es wegen der ausladenden Kronen Probleme mit dem „Lichtraumprofil“ gegeben; zudem hätten die Baumwurzeln Einfassungen in privaten Gärten angehoben, weshalb Schadensersatzansprüche gegen die Stadt gedroht hätten. Die beim Landkreis angesiedelte Untere Naturschutzbehörde habe der Fällung zugestimmt. Als Ersatz sollen an Ort und Stelle nun Säulenzierkirschen gepflanzt werden.

OZ

Von Tom Schröter

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Wolgast
Hannelore Pietrucha (l.) und Gabriele Oestreich werfen der WoWi vor, bei der Baumpflege unprofessionell vorgegangen zu sein.

Die Wohnungswirtschaft stutzte Bäume und Büsche in Wolgast-Süd.

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