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Mini-Konsens: Schüler dürfen nicht leiden

Karlshagen Mini-Konsens: Schüler dürfen nicht leiden

Im Streit um die Karlshagener Schul-Fusionsbeschlüsse debattierten am Mittwochabend Gegner und Befürworter

Karlshagen. Fusion der beiden Schulen des Seebades 2017, wie von den Gemeindevertretern mehrheitlich beschlossen? Oder doch weiter Eigenständigkeit der Grundschule und damit auch der Regionalschule? Diese Frage spaltet die Einwohnerschaft Karlshagens in vehemente Befürworter der bürgerbewegten Forderung nach Beibehaltung der selbstständigen Grundschule von den ebenso strikten Vertretern der Fusionstheorie. Das wurde erneut am Mittwochabend im sehr gut besuchten „Haus des Gastes“ deutlich, wohin die Bürgerinitiative um Sandra Harder und Claudia Beuster-Acker eingeladen hatte, um noch einmal über Grundsätzliches, Zusammenhänge und zeitliche Abläufe der aus ihrer Sicht fatalen Entscheidung zu informieren.

Das Wichtigste vorab: In weitgehend sachlicher Atmosphäre waren sich am Ende der zweieinhalbstündigen, teils kontroversen Debatte die meisten Teilnehmer einig: Die Schüler und die Lehrer sollen, ja dürfen nicht länger unter dem Gemeinde weit ausgetragenen Meinungsstreit leiden. Schule muss – und zwar möglichst allen Beteiligten – Spaß machen, um erfolgreiches Lehren und Lernen zu ermöglichen.

Und das ist hier ganz offensichtlich seit der Gemeindevertretersitzung Anfang August nicht mehr der Fall. Zumindest bei den Jüngsten. Denn immer wieder prallen Vorwürfe und Argumente auf Halbwahrheiten und Unterstellungen, fühlen sich Eltern – etwa von der Meinungsbildung an der Regionalschule – ausgeschlossen, kritisieren andere Väter und Mütter, dass Unterschriften für die Selbstständigkeit „auf die Tränentour“ an Haustüren gesammelt worden seien.

Die Grundposition der Bürgerinitiative lautet nach wie vor: Enge Zusammenarbeit beider Schulen: Ja! Fusion: Nein! Weil bis 2019/2020 keine Entwicklung der Schülerzahlen absehbar sei, die die Existenz der Grundschule in Frage stellen würde. Zudem habe sich die Einrichtung nach dem Wechsel an der Spitze von Susann Völz zu Antje Seber (die allerdings inzwischen wieder entnervt den Job zurückgegeben hat) neu konsolidiert und stelle für die Jüngsten ein besonders schützenswertes „Nest“ dar.

Die Fusionsanhänger begründen ihre Haltung unter anderem mit einer längeren Bestandssicherheit der zusammengeschlossenen Schule, mit mehr Spielraum bei der Verhinderung von Unterrichtsausfall und mit Erleichterung der Übergänge (etwa von Klasse 4 zu 5).

Die Gemeindevertreter Ralf Saß (Linke) und Daniel Telle (Initiative für Karlshagen) wiesen Vorwürfe zurück, sich die Sache zu einfach gemacht zu haben. Es habe auch keinerlei politische Vorgaben intern oder von außen gegeben, dass sowohl die eigens für die Schullandschaft gebildete Arbeitsgruppe als auch die Gemeindevertretung mehrheitlich zu einem Fusionsbeschluss kommen mussten. Allerdings räumten beide ein, dass nicht alles gut gelaufen sei. Wesentliches habe man aus den Augen verloren, die Kommunikation und Transparenz hätten gelitten.

Die Situation ist nun folgende: Am 17.11. wird Bürgermeister Christian Höhn nochmals die Einwohner zum Sachstand informieren. Anfang Dezember tagt der Gemeinderat und hat die Möglichkeit, den Beschluss zur Fusion 2017 zurückzunehmen. Tut er das nicht, wird am 8. Januar der Bürgerentscheid sein. Danach steht fest, ob sich die Fusionsgegner oder die -befürworter mit ihren Plänen durchsetzen konnten.

Claudia Beuster-Acker plädierte noch einmal leidenschaftlich an Ralf Saß und seine Mitstreiter, die Chance am 8. Dezember im Rat zu ergreifen, um auf eine bessere, gemeinsam zu schulternde Lösung hinzuarbeiten. Und Bürgermeister Höhn erinnerte an ein ihm erinnerliches Wort, wonach man Schulpolitik niemals an den Interessen der Eltern vorbei machen könne.

Immerhin hatten die Anhänger der eigenständigen Grundschule bereits 958 Unterschriften für ihr Ziel in der Gemeinde Karlshagen gesammelt.

Steffen Adler

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