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Nagt Biber am Nadelöhr nach Lassan?

Bauer-Wehrland Nagt Biber am Nadelöhr nach Lassan?

In Bauer-Wehrland gibt es Sorge, dass die Brücke über den Bebrowbach Schaden nehmen könnte

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Infolge der Nässe verloren am Bach in jüngerer Zeit mehrere große Pappeln ihren Halt und stürzten um.

Bauer-Wehrland. . Seitdem sich vor gut zwei Jahren am Bebrowbach in Bauer-Wehrland ein Biber angesiedelt hat, hat sich das Landschaftsbild dort deutlich verändert.

OZ-Bild

In Bauer-Wehrland gibt es Sorge, dass die Brücke über den Bebrowbach Schaden nehmen könnte

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Indem der Nager im Bereich seiner Burg Staudämme errichtet hat, entstand ein breites Bachdelta. Auch mehrere, zum Teil stattliche Bäume fielen dem emsigen vierbeinigen Bauherrn zum Opfer. Dass sich im selben Zuge auch der Wasserstand im Bereich der Straßenbrücke erhöhte, bereitet manchem Anwohner Sorgen. „Wenn wir einen harten Winter und starken Eisgang bekommen, wird die alte Brücke den Kräften nicht standhalten“, warnt Stefan Meyer aus Bauer-Wehrland und verweist darauf, dass die Brücke verkehrstechnisch ein Nadelöhr in Richtung Lassaner Winkel darstellt.

Auch Zemitz’ Bürgermeisterin Susanne Darmann sieht ernsten Handlungsbedarf, falls Stefan Meyers Befürchtungen zutreffen. „Wir werden den dringenden Hinweis an das Ordnungsamt in Wolgast geben, dass umgehend ein Vororttermin an der Kreisstraße 30 im Bereich der Brücke vereinbart wird“, verkündete sie jetzt. Falls Gefahr im Verzug sei, müssten entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.

Dem Biber ins Handwerk zu pfuschen, sei jedoch nicht ohne weiteres möglich, erklärt Christian Hildebrandt vom Umweltamt des Landkreises Vorpommern-Greifswald. „Der Bebrowbach ist FFH-Schutzgebiet und der Biber eine der Zielarten. Damit genießt er sogar einen besonderen Schutzstatus“, erläutert er und bekräftigt: „Der Biber ist Teil des Systems beziehungsweise des Fließgewässers.“ Was den erwähnten, unter der Kreisstraße 30 in Bauer-Wehrland verlaufenden Bachdurchlass angehe, liege in der Kreisverwaltung bislang keine Problemmeldung von der Straßenbehörde vor. „Außerdem“, so fügt Hildebrandt hinzu, „ ist die Durchlassöffnung sehr groß und bisher längst nicht komplett überstaut.“

Um Maßnahmen gegen den Biber zu erwirken, sind laut Hildebrand vor dem Hintergrund der Richtlinien für Flora-Fauna-Habitate (FFH) große Hürden zu überwinden. „Spekulationen reichen da nicht aus. Mit einem Statikgutachten müsste zum Beispiel konkret nachgewiesen werden, dass die Stabilität der Brücke auf Grund des Rückstaus gefährdet ist“, verdeutlicht der für Landschaftspflege, Fließgewässer und Moore zuständige Sachbearbeiter. Ganz unmöglich seien Eingriffe von außen aber nicht. Hildebrandt verweist darauf, dass 2015 im Unterlauf des Baches ein nicht mehr genutzter Staudamm des Bibers per Ausnahmegenehmigung entfernt wurde, um dem Rückstau zu begegnen.

Hildebrandt widerspricht auch der Ansicht, Tiere wie Neunaugen und Forellen könnten wegen des Biberstaudamms im Bach nicht mehr aufsteigen: „Der Staudamm ist bis zu 30 Meter breit und verfügt über Flachwassergebiete im Randbereich. Untersuchungen haben ergeben, dass sich zum Beispiel Neunaugen an den überfluteten Rändern der Dämme entlang bewegen und so das natürliche Hindernis überwinden.“

Stichwort: FFH-Gebiet

Das FFH-Gebiet DE 2048-302 „Ostvorpommersche Waldlandschaft mit Bebrowbach“ hat eine Gesamtfläche von etwa 1600 Hektar. Im Rahmen der Meldungen 2004 an die Europäische Kommission wurden für das FFH-Gebiet die fünf Arten Biber, Fischotter, Bachneunauge, Flussneunauge und Bauchige Windelschnecke des Anhangs II der FFH-Richtlinie mitgeteilt.

1975 wurden 23 Elbe-Biber verschiedener Altersstufen und im günstigen Geschlechterverhältnis von etwa 1:1 erfolgreich in die mittlere und untere Peene umgesiedelt, die sich seither erfolgreich ausbreiten.

Tom Schröter

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