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Usedom Naturpark schafft Platz für Schafe
Vorpommern Usedom Naturpark schafft Platz für Schafe
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03:46 09.03.2013
Piotr Zakrzewski (vorn) und André Krause kämpfen ebenso wie ihre Kollegen der wacht mit den Tücken des Schwarzdorns. Quelle: Dieter Butenschön

Zu den Landschaftsformen, die die Einmaligkeit der Insel Usedom ausmachen, gehören ohne Zweifel die vor allem in ihrem Süden anzutreffenden Trockenhänge, Magerrasenflächen und vom eiszeitlichen Schmelz- und Schwemmwasser aufgeschobenen Kies- und Sandwälle, die Oser. Sie bilden Landschaftsformen, die Heide- und auch ein wenig Steppencharakter haben.

Ihrem Schutz, ihrer Pflege und — wo sie ganz oder in Teilen von Wald überwachsen sind — ihrer Wiederherstellung gilt bei den jährlich anfallenden Pflegearbeiten das Hauptaugenmerk der Wacht des Naturparks Insel Usedom.

Während der jüngsten Tagung des Naturparkbeirats nannten Dietmar Weier, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Vorpommern-Greifswald, und Kai Paulig von der Leitung des Naturparks einige prägnante Beispiele für solche Aufgaben. Im Vordergrund der Arbeiten steht derzeit, auf einer insgesamt etwa 15 Hektar großen Fläche in der Nähe von Garz den Bewuchs mit Schwarzdorn, Kieferngebüsch und anderen Kleingehölzen zu beseitigen. Hier wie auch auf dem Gnitz oder an einem Hang bei Neppermin haben die Männer der Naturparkwacht unter Wachtleiter Frank Schröder begonnen, durch die Rodung die Voraussetzungen für eine spätere Beweidung durch Schafe oder eine andere naturnahe Nutzung zu schaffen. So soll es gelingen, diese wertvollen Flächen auf Dauer offen zu halten.

Weier und Paulig nannten als weitere Schwerpunkte die Pflege von Orchideenwiesen bei Kölpinsee und Ahlbeck, jeweils mit Beteiligung von benachbarten Landwirten, aber auch regelmäßige Hilfeleistungen auf den Inseln Böhmke und Ruden. Als interessantes Vorhaben bezeichnete Weier die Wiederherstellung der Quellhänge bei Klotzow im Festlandgürtel des Naturparks Insel Usedom. Die einst hier angelegten Entwässerungsgräben und -rohre seien inzwischen verschlossen und das Wasser der zahlreichen Quellen könne sich nun wieder seinen Lauf frei suchen.

Ein Projekt, das ebenfalls der Beteiligung des Naturparkteams bedarf, wird in den kommenden Jahren die Renaturierung der in direkter Nachbarschaft zu Neppermin gelegenen ehemaligen Kiesgrube sein.

Die Fläche, so Weier, sei langfristig durch den Erwerb durch die Landgesellschaft M-V gesichert. Nun komme es darauf an, die Spuren von Müllablagerungen und Crossfahrern zu beseitigen, ehe daran gegangen wird, einst hier wachsenden seltenen Pflanzen wieder einen Lebensraum zu schaffen.

„Außenseiter“ im Einsatz

Zusammen mit den alteingesessenen Kollegen der Naturparkwacht bewähren sich derzeit auch zwei „Außenseiter“ im Kampf mit fast undurchdringlichem Schwarzdorngestrüpp, mit ineinander verknoteten Kiefernbäumchen und anderen Gehölzen, die eine einst von ökologisch wertvollem Magerrasen bewachsene Trockenfläche bei Garz wieder in einen einigermaßen ursprünglichen Zustand versetzen.

Über das Programm der Bürgerarbeit ist André Krause, vermittelt durch die Regionalgesellschaft Insel Usedom, zur Naturparkwacht gestoßen. Der gelernte Möbeltischler hat zwar, wie er sagt, „einige Zeit zum Aufwärmen gebraucht“, fühlt sich aber jetzt sehr wohl in dieser gestandenen Truppe. Dabei kommt es ihm gar nicht so sehr darauf an, ob er draußen oder auch mal in der Usedomer Werkstatt arbeitet. „Wenn meine Einsatzzeit Ende 2014 beendet ist, wird mir was fehlen“, bedauert Krause.

Der Pole Piotr Zakrzewski hat sich im Oktober 2012 für den Einsatz im Rahmen eines Freiwilligen Ökologischen Jahres beworben — gezielt für eine Stelle in Deutschland. „Es war für mich, weil bei uns das Programm auslief, die letzte Chance, und ich bin froh, dass es geklappt hat“, erzählt der junge Jurist. „Die deutschen Kollegen haben mir von Anfang an sehr geholfen, mit der ungewohnten Arbeit zurechtzukommen.“

Und Wachtleiter Frank Schröder ergänzt: „Wenn es bei uns auch nicht immer sprachlich so ganz salonfähig zugeht, hat er mit unserer Hilfe auch beim Deutschlernen gute Fortschritte gemacht.“

Bei Neppermin renatu-

rieren wir die Kiesgrube.“Dietmar Weier, Kreis-Naturschutzbehörde

Dietrich Butenschön

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