Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 12 ° Gewitter

Navigation:
Pulow: Güllelager kontra See-Sanierung

Pulow: Güllelager kontra See-Sanierung

Bürgerinitiative im Lassaner Winkel weist auf eine Unvereinbarkeit zweier aktueller Vorhaben hin

Voriger Artikel
Hoffnungsvoller Saisonstart im Tierpark
Nächster Artikel
Olsenbande plant den nächsten Coup

Ursprünglich war der Pulower See ein Klarwassersee. Heute, dies belegen Messungen, gilt das Gewässer als viel zu nährstoffreich.

Quelle: Foto: Archiv

Pulow Ist eine Restaurierung des Pulower Sees sinnvoll, wenn nur 500 Meter vom Gewässer entfernt ein Rindergüllelager gebaut wird, dessen Inhalt später unter anderem auf den Äckern rings um den See ausgebracht werden soll? Die Bürgerinitiative (BI) „Kein Güllegroßlager im Lassaner Winkel“ beantwortet diese Frage für sich mit einem klaren Nein. BI-Vorsitzender Karl Valta hält die Umsetzung der beiden Vorhaben sogar für kontraproduktiv und weist darauf in einer entsprechenden Stellungnahme der BI hin.

 

OZ-Bild

„Dieses Bauvor- haben ist somit kontraproduktiv zu der beabsichtigten Sanierung des Pulower Sees und käme einem Verbrennen von Steuergeldern gleich.“ Karl Valta, BI-Vorsitz „Kein Güllegroßlager im Lassaner Winkel“

Quelle:

Holger Schabelon vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) Vorpommern hatte kürzlich vor dem Lassaner Bauausschuss Möglichkeiten einer Sanierung des Pulower Sees in Regie des Stalu vorgestellt. Der Grund: Der ursprüngliche Klarwassersee weise einen für seinen Gewässertypus viel zu hohen Nährstoffgehalt aus und sei mit einem zwischen 4,3 und 3,53 schwankenden Trophie-Index als eutroph bis polytroph einzustufen. Als wirksame Gegenmaßnahmen schlug Schabelon – neben einer Tiefenwasserableitung und/oder einer Phosphatfällung – Maßnahmen zur Reduzierung von Nährstoffeinträgen vor. Zum Beispiel könne mit einer Verbreiterung des am Gewässerrand vorhandenen Gehölzgürtels als natürliche Barriere dem Nährstoffeintrag von angrenzenden Äckern entgegengewirkt werden.

Hier hakt die Bürgerinitiative kritisch ein. „Etwa 500 Meter Luftlinie zum Pulower See plant die Peeneland Agrar GmbH die Errichtung eines Güllegroßbehälters mit rund 6400 Kubikmeter Fassungsvermögen“, heißt es in der Stellungnahme. „Wir weisen darauf hin, dass die geplante Verklappung dieser gigantischen Menge an Gülle/Gärresten (etwa 320 Tanklastzüge á 20 Tonnen) in unmittelbarer Nähe zu diesem bedeutenden Naherholungsgebiet Pulower See vermutlich eine weit wesentlichere Belastung sein wird, als alle anderen Altbelastungen und aktuellen Nährstoffeinträge. Dieses Bauvorhaben ist somit kontraproduktiv zu der beabsichtigten Sanierung des Sees und käme einem Verbrennen von Steuergeldern gleich.“ Laut BI handelt es sich um einen eiszeitlichen Rinnensee, der trichterförmig in der Landschaft liegt. Dieser werde nicht nur vom Regenwasser gespeist, welches von den umliegenden, höher gelegenen Feldern in den See fließe, sondern auch von unterirdischen Grundwasserströmen. Eine nachhaltige See-Sanierung wäre laut Meinung der BI nur zu erreichen, „wenn zunächst der massenhafte Eintrag von Gülle und Düngemitteln in unmittelbarer Nähe zum Pulower See drastisch reduziert und dafür auf den Bau des Güllegroßlagers in der Nähe des Pulower Sees verzichtet werden würde. Das wäre, nach unserer Auffassung, das einzig richtige Signal.“

Stalu-Mitarbeiter Schabelon hatte als Kostenrahmen für eine See- Restaurierung 500000 Euro ins Spiel gebracht, wobei es sich um Förder-, sprich Steuermittel handele. Die BI weist nun darauf hin, dass auch die Peeneland Agrar GmbH nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung jährlich EU-Zuschüsse, also ebenso Steuergelder, in Höhe von gut einer Million Euro erhält.

Die Bürgerinitiative streitet seit längerem gegen den Standort zur Errichtung des Rindergüllelagers an der Kreuzung Pulow/Papendorf/Klein Jasedow. Der Standort befinde sich im Zentrum eines kleinen regionalen, durch einen gültigen Flächennutzungsplan ausgewiesenen Tourismusentwicklungsraums. Die Mitglieder der BI sehen durch das Vorhaben die existentiellen Belange vieler Familien gefährdet, die vom aufstrebenden sanften Tourismus leben (OZ berichtete).

Ziel der Restaurierung

Infolge historischer und aktueller Nährstoffeinträge weist der Pulower See deutliche Abweichungen zum Referenzzustand (mesotroph) auf. Daten zur Gewässergüte aus den Jahren 1997, 2002, 2005 und 2010 zeigen einen eutrophierten Zustand des Sees. Damit wird der See zunehmend von Algenblüten bestimmt. Es ist das Ziel, im Idealfall wieder einen mesotrophen Klarwassersee herzustellen. Dies hat positive Effekte für die Nutzung als Bade- und Freizeitgewässer. Für die Region um Lassan sind Tourismus Naherholung wesentliche Ziele der gemeindlichen Entwicklung, die durch Maßnahmen zur Verbesserung des Zustandes des Pulower Sees unterstützt werden. (Quelle: Schweriner Umweltministerium)

Tom Schröter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Binz

Geschädigte Bäume werden bei Binz entnommen

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Anklam
Verlagshaus Zinnowitz

Neue Strandstraße 31
17454 Ostseebad Zinnowitz

Öffnungszeiten:
Mo. bis Fr. von 10:00 bis 17:00

Leiter Lokalredaktion: Dr. Steffen Adler
Telefon: 03 83 77 / 36 10 14
E-Mail: zinnowitz@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.