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Schiffbauer mit Fräse, Drehbank und Pinzette

Wolgast Schiffbauer mit Fräse, Drehbank und Pinzette

Klaus-Dieter Rex baute ein Modell des Raketenschnellbootes „Tarantul“. Der Wolgaster studierte dafür die Baupläne und das Original.

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Der Wolgaster Klaus-Dieter Rex mit seinem Modell des Raketenschnellbootes der Tarantul-Reihe, an dem er vier Jahre arbeitete.

Quelle: Tom Schröter

Wolgast. — Während der 47. Hafentage ging der jüngste Neubau der Miniaturwerft Rex aus Wolgast auf Probefahrt. Im Museumshafen zog der Nachbau des Raketenschnellbootes aus der Tarantul-Reihe seine Bahn. Vier Jahre lang arbeitete Klaus-Dieter Rex an seinem Modell der in den 1970-er Jahren in der Sowjetunion konstruierten Flugkörper-Korvette. Das 56 Meter lange Original liegt im Museumshafen in Peenemünde. „Die russischen Baupläne habe ich mir im Marinemuseum auf dem Kleinen Dänholm bei Stralsund besorgt“, berichtet Rex. Für die Nachbildung verschiedener Details schoss der 70-Jährige auf dem Schiff in Peenemünde ganze Fotoserien.

Das Ergebnis ungezählter Arbeitsstunden kann sich sehen lassen. Rex, gelernter Schlosser und studierter Maschinenbauer, bot für seinen Nachbau im Maßstab 1:50, neben Geschick und Fingerfertigkeit, auch Einiges an Technik auf. In seiner Hobbywerkstatt finden sich zum Beispiel computergesteuerte CNC-Portal- und Ständerfräsen, die, gemäß von Rex entworfenen Bauzeichnungen, auch filigrane Teile, wie etwa winzige Handräder und Schiffsschrauben, herstellen. Bei der Anfertigung besonders kompliziert geformter Objekte kommt ein hochmoderner 3D-Drucker zum Einsatz. „Dieser formt entsprechend der eingegebenen Daten nach räumlichem Vorbild aus einem Kunststoff-Schmelzfaden die gewünschten Teile“, erläutert der Fachmann.

Im Wesentlichen besteht das Tarantul-Modell, das sogar fahrbereit ist und über Funk gesteuert wird, aus Aluminium, Messing und Glasfaserkunststoff. Die einzelnen Teil sind miteinander verlötet oder verschraubt. Als Werkzeuge dienen Zange, Pinzette, Blechschere, Säge und Bohrmaschine. Auch eine große Lupe ist unentbehrlich.

Es ist kurios, was Rex bisweilen verwendet. Aus dem Bein eines Wäschekorbes entstanden die Abgasrohre für die Gefechtsturbinen, aus Abflussrohren wurden Torpedorohre und eine Dose für Blutzucker- Messplättchen dient nun als Radarstation. Ganz fertig ist das kleine Raketenschiff übrigens noch nicht. Wie bei einer Probefahrt üblich, offenbarte der Nachbau einige kleine Schwächen. „Die Stromversorgung für die Radaranlage muss ich überarbeiten. Und ich muss das Schiff trimmen, damit es optimal im Wasser liegt. Das mache ich dann in der Badewanne“, so Rex.

Bei der Nachbildung des Raketenschnellbootes handelt es sich um das bisher aufwändigste Modell aus der Rex‘schen Werft. Zuvor entstanden unter den geübten Händen des Bastlers Modelle eines Landungsschiffs und eines leichten Torpedoschnellbootes der DDR-Volksmarine, die jeweils in den 1960-er Jahren auf der Peene-Werft gebaut wurden. „Auch für das Torpedoschnellboot besorgte ich mir die Unterlagen im Museum auf dem Kleinen Dänholm. Hier steht auch ein Original, das ich ausmessen und fotografieren konnte“, erzählt der Peenestädter.

Der Modellbau wurde Klaus-Dieter Rex in die Wiege gelegt. „Mein Vater war früher bei der Kriegsmarine und fuhr im Zweiten Weltkrieg auf einem Zerstörer. Aus Messing feilte er ein Modell seines Schiffes; das war bei mir der Auslöser.“ Als Zehnjähriger wagte sich Rex schon an recht anspruchsvolle Schiffsmodelle aus Papier. Aus Ausschneidebögen schuf er mit Schere, Lineal und Kittifix eine beeindruckende Miniaturflotte, bestehend z. B. aus russischen Kriegsschiffen und dem 1956 auf der Warnow-Werft gebauten 10 000 Tonnen-Frachter „Frieden“. An neuen Projekten herrscht kein Mangel. „Ich habe noch so viele Bauzeichnungen. Um all diese Schiffe als Modell nachzubauen, müsste ich wohl 140 werden.“

Die Strom- versorgung für die Radaranlage muss ich überarbeiten.“Klaus-Dieter Rex,
Modellbauer

 



Tom Schröter

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