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Stolpersteine erhalten doppelten Zuwachs

Heringsdorf Stolpersteine erhalten doppelten Zuwachs

Kirchengemeinde und Historiker gedenken der Heringsdorfer Juden

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Rita (l.) und Hans Seeland (r.) aus Bansin sowie Kurgast Martin Pommerening stellten Grablichter an den Stolpersteinen für Familie Saulmann auf.

Quelle: Foto: Dp

Heringsdorf. In der Friedenstraße erinnern fünf Stolpersteine vor dem Wäschestube Sass und zwei weitere vorm Blumenladen Unger an die einst hier ansässigen Familien Saulmann und Pörutz. Die früheren Heringsdorfer Bürger jüdischen Glaubens wurden am 13. Februar 1940, also vor 77 Jahren, aus dem Schlaf gerissen und nach Lublin im damaligen Generalgouvernement im besetzten Polen deportiert.

Montagabend erinnerten Bürger aus Heringsdorf, Garz und Schleswig-Holstein an dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte, das auch seinen Schatten über Heringsdorf warf. Pfarrer Klaus-Peter Weinhold bezeichnete das Erinnern „als menschliche Tugend und großes Vermächtnis der christlich-jüdischen Tradition.“ Das Erinnern sei wichtig, damit die Opfer des Holocausts nicht noch ein zweites Mal sterben.

Heinrich Karstaedt, Kirchengemeinderat und Ortshistoriker, hat sich mit den aus Heringsdorf deportierten jüdischen Familien befasst und konnte den 20 Besuchern der Gedenkveranstaltung persönliche Geschichten erzählen. Sie erfuhren, dass die Saulmanns Kaufleute waren, die in der heutigen Friedenstraße ein Textil- und Modegeschäft betrieben, und dass die Geschwister Margarete und Siegmund Pörutz hier einen Verlag und Druckerei betrieben. Sie gaben unter anderem den Anzeiger für das Seebad Heringsdorf heraus.

Aus heutiger Sicht ist es nur schwer nachvollziehbar, dass diese angesehenen Familien in der Nacht des 13. Februar 1940 aus ihrem bürgerlichen Leben gerissen und in den Tod deportiert wurden.

Für Herta und Herbert Geils aus Garz war ihr Kommen ein wichtiges Statement, „besonders jetzt, wo die Populisten versuchen, Stimmen zu gewinnen.“ Gerhard und Gudrun Semper, die seit drei Jahren in Heringsdorf wohnen, kamen aus einer persönlichen Betroffenheit. Sie lebten zuvor in Oranienburg-Eden, in direkter Nachbarschaft zum KZ Sachsenhausen, wo sie hautnah das Schicksal der dort Überlebenden verfolgen konnten.

Die Stolpersteine in der Friedenstraße sollen laut Karstaedt um zwei weitere ergänzt werden. Sie werden dann die Namen von Oma Elise Saulmann und deren Sohn Alfred tragen, die der Ortshistoriker auf der Namensliste, die in Lublin geführt wurde, fand. D. Pühler

OZ

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