Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Tauziehen um alten Gutsherrn-Grabstein
Vorpommern Usedom Tauziehen um alten Gutsherrn-Grabstein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 26.03.2014
Das Grabmal von Heinrich von Borcke steht nunmehr an einem Waldweg im Spechtwald nahe Buddenhagen. Förster Eckhard Wenzlaff würde den Stein sogar auf seine Kosten restaurieren lassen, sagt er.
Hohensee

Ein bizarrer Streit erregt seit einigen Monaten in Hohensee die Gemüter. Es geht um den Grabstein des früheren Gutsherrn Heinrich von Borcke (1864-1930), dessen letzte Ruhestätte sich im Gutspark südlich des Hohenseer Sees befindet. Im Juli vorigen Jahres war der Stein plötzlich verschwunden. Einwohnerin Marina Mehnert schlug Alarm und bemüht sich seither hartnäckig, den Stein zurück zu holen. Im Dorf herrschte damals allgemeine Verwirrung. Wer stiehlt ein gewichtiges Grabmal aus unwegsamem Gelände?

Inzwischen ist zumindest diese Frage geklärt. Eckhard Wenzlaff von der Spechtwald GbR in Buddenhagen gibt zu, den Abtransport des sandsteinernen Monuments veranlasst zu haben. Zuvor habe er den privaten Eigentümer des Gutsparks um Erlaubnis gebeten. „Das Grab im Wald wurde missachtet und ignoriert. Der Grabstein war in die Gruft gerutscht und eingewachsen“, berichtet Eckhard Wenzlaff. Ihm gehe es um die Erinnerung an das geschichtsträchtige Gut Hohensee, zu dem auch der heutige Spechtwald gehört habe. „Ich wollte, dass der Grabstein Heinrich von Borckes nicht verloren geht“, so der Förster. Er stehe jetzt an einem öffentlichen Weg im Wald nahe Buddenhagen.

Marina Mehnert und über 50 Hohenseer Einwohner wollen sich damit nicht abfinden. Sie trugen sich in eine Unterschriftenliste ein und fordern, dass der steinerne Grabschmuck mit dem Namenszug des verblichenen Rittmeisters d. R. und dem Bibelvers „Siehe, ich mache alles neu!“ an seinen angestammten Platz zurückkehrt. „Es handelt sich hier um eine Grabstätte. Da kann doch keiner einfach den Stein wegholen“, findet Marina Mehnert. Bürgermeisterin Susanne Darmann (CDU) denkt genauso. „Die Sache ist doch schon etwas nebulös“, sagt sie. „Die ganze Gemeindevertretung ist der Meinung, dass der Grabstein wieder dorthin kommt, wo er war.“

Marina Mehnert wandte sich im Ringen um den Gedenkstein an die Gemeinde, den Landkreis, das Ordnungsamt, die Polizei und an Justitia. Die Staatsanwaltschaft Stralsund ermittelte, stellte das Verfahren aber im November 2013 mangels öffentlichen Interesses ein. Da die Hohenseerin in Widerspruch ging, forderte die Stralsunder Behörde im Januar eine Zuarbeit von der beim Landkreis angesiedelten Unteren Denkmalbehörde. Diese ist seither in Arbeit. „Ich kann nicht verstehen, dass uns von fünf Institutionen bisher keine helfen kann“, empört sich Marina Mehnert. Förster Wenzlaff hingegen will mögliche behördliche Entscheidungen abwarten. „Ich habe der Gemeinde auch angeboten, den Stein auf meine Kosten restaurieren zu lassen“, sagt er.

Der Streit hat indes auch sein Gutes. In Hohensee gibt es laut Marina Mehnert Bestrebungen, ein früher am See befindliches Denkmal wieder aufzustellen. Mit der aus einem Steinblock, einer Säule und einem steinernen Kreuz bestehenden Gedenkstätte erinnerte Heinrich von Borcke an seinen einzigen Sohn Erich, der als Leutnant im Ersten Weltkrieg am 4. September 1918 fiel. „Die einzelnen Teile des Denkmals sind noch vorhanden und befinden sich bei unterschiedlichen Hohenseern, die auch für einen Wiederaufbau sind“, so die 54-Jährige. Komplett wären die Stätten der Erinnerung aus ihrer Sicht aber nur mit dem „entführten“ Grabstein des alten Rittergutsbesitzers.

Ich kann nicht verstehen, dass uns von fünf Institutionen bisher keine helfen kann.“Marina Mehnert, Anwohnerin



Tilo Wallrodt und Tom Schröter

Der erste Siemens-Martin-Ofen in Pommern arbeitete im Betrieb auf der Schlossinsel. Die moderne Fabrik stieg bis 1924 zum größten Arbeitgeber in der Stadt auf (Teil 1).

26.03.2014

Notruf, Apotheken-Notdienst, Kassenärztlicher Bereitschaftsdienst, Tierärzte-Notdienst, Lebenshilfe - wichtige Ansprechpartner in Wolgast auf einen Blick.

26.03.2014

Wer will schon auf Licht und Wärme verzichten?! Allerdings, die Vorräte von Energieträgern wie Erdöl, Erdgas und Uran gehen weltweit zu Ende, ...

26.03.2014