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Uraltes Pflaster auf Schlossinsel entdeckt

Wolgast Uraltes Pflaster auf Schlossinsel entdeckt

Im Zuge des Neuausbaus der Wolgaster Fähr- und der Schifferstraße sind in dieser Woche erneut interessante und wichtige Zeugnisse der älteren Stadtgeschichte ans Tageslicht gekommen.

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Plan von der Belagerung durch die brandenburgischen Truppen im Jahr 1675. Im roten Kreis ist der Marstall zu sehen.

Quelle: Archiv

Wolgast. Im Zuge des Neuausbaus der Wolgaster Fähr- und der Schifferstraße sind in dieser Woche erneut interessante und wichtige Zeugnisse der älteren Stadtgeschichte ans Tageslicht gekommen. Am Mittwoch legte Archäologe Dr. Jörg Ansorge im Straßenbett auf Höhe der Gaststätte „Zum Anker“ aus Ziegel- und Feldsteinen sowie festem Kalkmörtel bestehende Fundamentreste frei, deren Entstehungszeit er ins 16. Jahrhundert datiert.

OZ-Bild

Im Zuge des Neuausbaus der Wolgaster Fähr- und der Schifferstraße sind in dieser Woche erneut interessante und wichtige Zeugnisse der älteren Stadtgeschichte ans Tageslicht gekommen.

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Wozu das jetzt aufgetauchte Fundement einst gehört hat, können wir vielleicht nach dem Fortgang der Bauarbeiten sagen.“Dr. Jörg Ansorge, Archäologe

„Ob das etwa 60 Zentimeter mächtige Fundament zu einer Mauer oder zu einem Gebäude gehörte, wissen wir zwar noch nicht, aber dies könnte sich bei den weiteren Straßenbauarbeiten zeigen“, so Ansorge.

Auf jeden Fall jedoch liefen die jetzt gefundenen Grundmauern auf jene Fundamente zu, die im Sommer 2015 unterhalb der Schifferstraße entdeckt wurden und die Ansorge dem einstigen, um1560 errichteten herzoglichen Marstall zuordnen konnte.

Während die Fachleute von der Existenz und der Lage des einstigen Fährhauses und des Marstalls, der aus Platzgründen außerhalb der Schlossmauern auf dem südöstlichen Teil der Schlossinsel angelegt wurde, anhand einer Karte von 1675 wussten, war ihnen eine schlosszeitliche Bebauung im Bereich des jetzt, etwa 60 Zentimeter unter dem aktuellen Straßenniveau aufgetauchten Fundamentes bisher unbekannt. Daher verfolgen sie selbst mit großer Spannung, welche Überraschungen der Fortgang der Arbeiten noch für sie bereit hält.

Unmittelbar neben dem Fundament legten Dr. Ansorge und sein Kollege Peter Kaute auf Höhe des Hauses Schifferstraße 1 außerdem ein recht sorgfältig verlegtes Kopfsteinpflaster sowie einen etwas schmaleren gepflasterten Streifen aus Ziegelsteinen frei, der früher offenbar als befestigter Gehweg diente, jedoch jünger sei als besagter Fundamentsockel. Welche Funktion die Feldsteinpackung einst erfüllte, ob sie eventuell als Fußboden in einem geschlossenen Raum diente, ist bislang ebenfalls noch ungeklärt. Auch Kleinfunde, wie etwa Münzen, Plomben oder Siegelstempel, wie sie bei den Grabungen 2015 in der Schiffer- und in der Fährstraße ans Tageslicht kamen, blieben diesmal bisher aus.

Jörg Ansorge, der zusammen mit Peter Kaute im Auftrag des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege die Bauarbeiten in Wolgast begleitet, plädiert dafür, die Überbleibsel der Straßen, Wege und Bauten aus grauer Vorzeit im Straßenbett unbedingt zu erhalten. „Dies wäre aus denkmalpflegerischer Sicht das Beste“, so der Experte, der empfiehlt, die Grabungsstelle nach Abschluss der Untersuchungen und entsprechender Dokumentation unangetastet zu lassen, mit Schotter Unebenheiten auszugleichen und den Bereich mit Vlies abzudecken, um darauf die Fahrbahn aufzubauen.

Gestern nun stieß Peter Kaute vor dem Haus in der Fährstraße 21 auf einen weiteren, erstaunlich gut erhaltenen Ziegelstein-Gehweg, der direkt unter dem Haus hindurch verläuft. „Die heutige Bebauungsstruktur auf der Schlossinsel ist erst nach 1740 entstanden“, erläuterte er. „In der Zeit davor, als unter anderem dieser Weg bestand, hatten wir hier eine völlig andere Struktur.

Möglicherweise liefern uns die Schwedenmatrikel zusätzliche Erkenntnisse.“

Von Tom Schröter

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