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Usedomer Opferruf: Veränderungen eingefordert

Heringsdorf Usedomer Opferruf: Veränderungen eingefordert

Das Bürgerkomitee in den Kaiserbädern wertet polizeiliche Statistiken exakt aus. Eine veränderte Erfassung der Straftaten erlaubt eine differenziertere Sicht.

Heringsdorf. Dass sich akribische und uneigennützige Arbeit parteipolitisch unabhängiger Menschen durchaus lohnen kann, hat in den zurückliegenden Monaten das Bürgerkomitee „Usedomer Opferruf 2014“ erfahren. Sein Sprecher, Dr. Wilhelm Pantenius, jedenfalls ist froh, gemeinsam mit Mitstreitern wie Dr. Torsten Stein und Detlef Beitz im Dezember 2014 die Initiative ergriffen zu haben, um gegen die immer zahlreicher und dreister werdenden Einbruchsdiebstähle aktiv zu werden. „So konnte es nicht mehr weitergehen“, sagt Pantenius rückblickend.

 

OZ-Bild

Dr. Wilhelm Pantenius mit der polizeilichen Statistik von Straftaten. Deren Kriterien sind jetzt andere als früher.

Quelle: Steffen Adler

Wir sehen uns weiter in der Pflicht, und das Gleiche gilt für den Staat.“Dr. Wilhelm Pantenius

Zuständige Beamte, Fachleute und Politiker wurden in die Pflicht genommen, detaillierte Informationen eingefordert und Aktivitäten der Behörden gefordert. Und siehe da: Die aktuellen Kriminalitätsstatistiken belegen, dass sich bis 2015 (mit 78 Fällen) zumindest die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle gegenüber 2013 (155 Fälle) und 2014 (142) deutlich verringert hat. „Das hat man vorher, weil die Kennziffern nicht separat ausgewiesen waren, aus den Statistiken gar nicht herauslesen können“, erläutert Pantenius, dass man auch in der Berichterstattung veränderte Haltungen bei den Verantwortlichen erreichen konnte.

Gesondert aufgeführt sind jetzt unter der gemeinsamen Überschrift „Diebstahlsdelikte unter erschwerenden Umständen“ etwa Diebstähle aus Gaststätten, Kantinen und Hotels/Pensionen, Diebstähle aus Dienst-, Büro- und Fabrikationsräumen, solche an und aus Kraftfahrzeugen, jene aus Böden und Kellerräumen sowie von Autos, Krädern und Mopeds.

Die von der Polizei ergriffenen Maßnahmen wie eine stärkere Präsenz und Kontrolltätigkeit, Prävention und grenzübergreifende Streifen hätten Wirkung erzielt. Der „Opferruf“ darf es auch zu Recht als Erfolg verbuchen, dass Nachbarn inzwischen stärker auf Grundstücke achten, Türen und Fenster immer öfter einbruchsicher gemacht werden und Hinweise auf Verdächtige bei der Polizei eingehen.

Dennoch bleiben die Kaiserbäder in Sachen Diebstahlskriminalität ein Dauerbrenner. Deshalb will das Komitee, das mit wie auch immer gearteten Bürgerwehren gar nichts am Hut hat, nicht nachlassen. Für den Herbst sind weitere Gespräche in Vorbereitung. Große Sorgen bereiten Pantenius und seinen Partnern vor allem die vielen Fahrraddiebstähle. „Das ist kein gutes Renommee für die Urlaubsinsel, eher imageschädigend“, findet (nicht nur) er. „Wir sehen uns weiter in der Pflicht, und das Gleiche gilt für den Staat.“

Steffen Adler

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