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Vom Publikumsliebling zum Webdesigner

Heringsdorf Vom Publikumsliebling zum Webdesigner

Der erfolgreiche Ex-Handballer René Wandel ist heute hauoptberuflich als Rettungssanitäter im Einsatz

Heringsdorf. Viele haben ihn noch wirbeln gesehen als Rechtsaußen beim damaligen Regionalligisten HSV Blau-Weiß Insel Usedom. René Wandel hat mit den Insel-Handballern zwei Aufstiege aus der Oberliga miterlebt und wurde 2001 zum Publikumsliebling der HSV-Fans erkoren. All das ist lange her, doch die Leidenschaft für den Handball ist dem gebürtigen Wolgaster nie so richtig abhanden gekommen. Nach seiner aktiven Laufbahn spielte er bei den Alten Herren des HSV. Die waren ihm dann aber zu langsam, sodass er sich bis zur Saison 2014/15 noch einmal in den Dienst der 2. Herren-Mannschaft stellte. Doch damit ist jetzt Schluss. Beruf, Familie, Freunde und ein weiteres Hobby nehmen den Rettungssanitäter genug in Anspruch.

René Wandel ist Wolgaster, dort aufgewachsen, in die Schule gegangen und von 1988 bis 1991 zum Rundfunk- und Fernsehtechniker ausgebildet worden. Anschließend hat sich der Blondschopf für den Zivildienst entschieden, den er als Rettungshelfer beim Deutschen Roten Kreuz in Wolgast absolvierte. „So kam ich zum Rettungsdienst“, sagt er heute, fast ein Vierteljahrhundert später. Da ihm der Dienst Spaß machte und der finanzielle Aspekt nicht zu vernachlässigen war, entschied er sich, eine Ausbildung zum Rettungssanitäter anzuschließen.

Zunächst versah er seinen Dienst in der alten Herzogstadt, wechselte dann aber im Mai 1995 nach Heringsdorf, nicht zuletzt wegen des Handballs. „Da ich Linkshand war, haben sie mich beim HSV genommen. Das war dann sehr zeitaufwändig. Ich hatte in Wolgast gewohnt und dreimal die Woche trainiert“, blickt er auf seine Anfangszeit auf Usedom zurück.

Damals fand er am Beruf des Rettungssanitäters vor allem auch das Schichtsystem spannend, durch das er „gefühlt mehr Freizeit“ hatte. Während seiner aktiven Laufbahn als Handballer kam ihm das zupass, denn: „Ich konnte entsprechend tauschen, wenn ich ein Spiel hatte.“

Mit dem Ende seiner sportlichen Karriere begann der heutige Bansiner ein neues Hobby. Als Autodidakt brachte er sich vor über zehn Jahren das Gestalten von Webseiten bei. „Es fing an mit Joomla als CMS-System, dann ging es weiter mit Wordpress“, berichtet der 44-Jährige. 2008 konnte er mit seiner Webseite www.exklusiv-usedom.de an den Start gehen. Dafür suchte er sich in Andreas Gallien aus Berlin einen Partner, der Software entwickelt und maßgeblich am Relaunch der Seite Anfang diesen Jahres beteiligt war.

Der Berliner hatte zu jener Zeit bereits ein Reiseportal für Ferienquartiere an Nord- und Ostsee betrieben, sodass eine entsprechende Plattform für Usedom eine sinnvolle Ergänzung war. „Mittlerweile habe wir 1075 Inserenten auf Usedom, Tendenz leicht steigend“, verrät René Wandel. Da das Medium Internet nicht stehen bleibt, müssen Anbieter wie exklusiv-usedom ständig am Ball zu bleiben. „Wir versuchen, von der Ladegeschwindigkeit schneller zu werden“, erklärt der Spezialist. Geschwindigkeit sei das A und O, deshalb müsse sich eine Seite schnell aufbauen und zwar in exakt 0,2 Millisekunden.

Schnelligkeit ist auch in seinem Hauptberuf gefragt. Sie entscheidet zuweilen über Leben und Tod, wenn die Leitzentrale in Greifswald einen Notruf an die Rettungswache in Heringsdorf weiterleitet.

Dann muss René Wandel innerhalb einer Minute am Auto sein und sich melden. Der Großteil der Einsätze, die er und seine 30 Kollegen fahren, sind internistische Fälle, also Schlaganfälle und Herz-Rhythmus-Störungen. Doch es gibt auch Einsätze, die unter die Haut gehen, etwa bei Unfällen oder Kindernotfällen. Was wichtig ist für sein seelisches Gleichgewicht: „Ich nehm´s nicht mit.“ Dabei könnte der zweifache Familienvater viele Geschichten erzählen von Tragödien, die sich in über zwei Jahrzehnten als Rettungssanitäter abspielten.

An eine Schicht kann sich der Bansiner noch gut erinnern. „Es war Silvester, als ich in der Rettungswache Mellenthin Dienst hatte. Da hatten wir neun Einsätze. Das war das meiste in 24 Stunden. Man darf auch nicht die Fahrzeit nach Wolgast oder Greifswald vergessen.“ Wer je im Hochsommer mit dem Auto auf der B 111 unterwegs war, weiß, wovon der Rettungssanitäter spricht.

Der wirbelt zwar mittlerweile nicht mehr als Rechtsaußen in der Pommernhalle, dafür aber mit dem Ball am Fuß am Strand. Sein Beachsoccer-Team organisierte kürzlich am Sportstrand der Kaiserbäder den Caipiranjas-Cup 2016. Ein sportlicher Ausgleich muss sein.

Dietmar Pühler

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