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Wahlforum: Wenig Gäste, heiße Debatte

Wolgast Wahlforum: Wenig Gäste, heiße Debatte

Die Gewerkschaft ver.di hatte zur Diskussion um die Gesundheitspolitik nach Wolgast eingeladen

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Zwei Direktkandidaten in der Debatte: Falko Beitz (links) und Karl-Heinz Schröder.

Wolgast. Die Landtagskandidaten Karl-Heinz Schröder (CDU), Falko Beitz (SPD) und Lars Bergemann (Die Linke) bekamen am Donnerstagabend die Möglichkeit, zum Thema „Gesundheit – (k)eine Ware!?“ Rede und Antwort zu stehen. Dass sich bei dem Wahl-Forum die brisante Thematik des vermeintlichen Niederganges des Kreiskrankenhauses Wolgast wie ein roter Faden durch die Diskussion zog, war voraussehbar.

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Die Gewerkschaft ver.di hatte zur Diskussion um die Gesundheitspolitik nach Wolgast eingeladen

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Die Gästeschar im Saal des Sportforums Wolgast war mit etwa 30 Interessierten, unter ihnen viele Aktivisten der Bürgerinitiative zum vollständigen Erhalt des Kreiskrankenhauses Wolgast, indes überschaubar. Dass die Gäste am Ende dennoch eine interessante, wenn auch nicht gerade ermutigende Veranstaltung besucht hatten, die von Fritz Krüger flott moderiert wurde, muss dem Veranstalter, der Gewerkschaft ver.di, zugesprochen werden.

Mario Klepp, ver.di-Fachbereichssekretär, beleuchtete in der Einführung einige, aus seiner Sicht problematische Tendenzen in der regionalen Gesundheitsversorgung Vorpommerns. Privatisierung, Lohndumping in Krankenhäusern oder Reha-Kliniken, zunehmender Fachkräftemangel, immer längere Wege bei der Gesundheitsversorgung oder Defizite im Bereich der Ausbildung junger Leute waren seine Schlagworte. „In einer Klinik in Trassenheide gibt es keine Tarifverträge“, sagte er. In einer Heringsdorfer Einrichtung würden die Mitarbeiter lediglich mit monatlich 1500 bis 1600 Euro brutto nach Hause gehen und in privatisierten Krankenhäusern wie etwa in Pasewalk betrage der Unterschied des monatlichen Verdienstes des Pflegepersonals bei gleicher Qualifikation und gleicher Arbeit bis zu 800 Euro. „Erschreckend“, so das Fazit von Gewerkschaftsmann Klepp.

Damit war es aber noch nicht genug mit den Hiobsbotschaften dieses Abends. Michaela Skott vom bundesweiten Verein „Mother Hood“ goss mit ihren ernüchternden Informationen über das bundesweite Schließen von Kreißsälen, den Niedergang des Hebammen-Berufes oder über die zunehmende Verunsicherung schwangerer Frauen weiteres Öl ins Diskussions-Feuer.

In diesem Kontext einer aus Wolgaster Bürgersicht falschen gesundheitspolitischen Weichenstellung durch die Landesregierung und der „Basta-Politik“ der SPD-Ministerin Birgit Hesse war es für die drei Landtagskandidaten nicht gerade einfach, auf konkrete Fragen zur Krankenhausproblematik schlüssige Antworten vorzutragen. Und dann war da auch noch die Grünen-Politikerin Silke Gajek (MdL) zugegen.

„Es ging im Landtag eigentlich nicht nur um Wolgast“, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Bündnisgrünen rückschauend. „Wir haben es hier mit einem strukturellen Problem zu tun.“ Man werde sich in der Opposition aber „immer wieder den Mund fusselig reden“, und den Finger auf die Wunde legen, so Gajek.

Während sich Karl-Heinz Schröder (65) und Lars Bergemann (44) auf Fragestellungen aus dem Zuschauerraum noch glaubhaft aus der Affäre zogen, bekam der junge Falko Beitz (30) Probleme mit vielen Zuhörern. Möglich, dass das an seinem SPD-Parteibuch lag und er die Suppe auslöffeln sollte, die ihm SPD-Ministerin Hesse eingebrockt hatte. Der härteste Vorwurf kam allerdings von Harald Heß, seinem ehemaligen Wolgaster SPD-Genossen, der jetzt als Direktkandidat für die Partei „Achtsame Demokraten“ im Wahlkreis 30 für den Landtag kandidiert. Sollten es Schröder und Beitz bis in den Landtag schaffen, so prognostizierte Heß unter Protest der beiden Kandidaten, würden beide „in ihren Fraktionen sehr schnell eingenordet“, hätten das zu machen, was die SPD- oder CDU-Fraktion beschließt und würden das in Wolgast Versprochene schnell wieder vergessen, glaubt Heß. Optimistischer dann zum Abschluss des Forums Gewerkschaftler Klepp: „Es liegt auch an uns, Dinge zu bewegen. Wir sind im Raum Wolgast top organisiert und werden miteinander im Austausch bleiben.“

Stefan Brümmer

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