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Usedom Wenn aus Katharina Jim wird
Vorpommern Usedom Wenn aus Katharina Jim wird
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00:00 28.03.2014
Sind schon „alte Hasen“ auf der Theaterbühne: Katharina Mahnke (18) aus Karlshagen und Fiete Drahs (16) aus Zinnowitz.
Zinnowitz

„B, B, Beeeee...“ schreit Fiete Drahs (16) in Richtung seines Gegenübers und macht dabei die typische Handbewegung eines Dartspielers. Chiara Schäfer (12) kontert, doch dem letzten „Beeee“ fehlt etwas die Kraft. „Mach es doch mal mit mehr Power“, fordert Juliane Botsch und schießt den fiktiven Pfeil mit einem schmetternden „Beeee“ zurück. Eine typische Theaterprobe sieht eigentlich anders aus. Doch bevor die Mitglieder des Jugendtheaters der Vorpommerschen Landesbühne Texte lernen, geht es um Grundlagen der Schauspielerei, wie Juliane Botsch betont. Die 30-Jährige gehört seit 2009 zum Ensemble der Landesbühne und widmet sich seit August 2013 dem Nachwuchs. Zehn Jungen und Mädchen aus der Region — zwischen zwölf und 18 Jahre alt. Nach vielen Jahren hat das Theater wieder eine Jugendgruppe. Mal wird freitags im Hotel Am Glienberg geprobt, mal in der Mensa der Theaterakademie.

„Zur Erwärmung machen wir Vertrauensübungen, Improvisationstraining, Sprecherziehung und Atemtechniken. Ganz wichtig ist in der Schauspielerei auch die Spontanität“, sagt die 30-Jährige. Da werden Äpfel gepflückt, um die Rippenbögen auseinanderzuziehen, der Innenmundraum mit der Zunge abgefahren, lustige Grimassen geschnitten oder für eine Minute nur durch die Nase ausgeatmet. Im Theater nennt man das Warmmachen. Warm sind die Hobbymimen inzwischen und können sich jetzt den Texten widmen. Denn Juliane Botsch will natürlich auch ein Stück erarbeiten. „Wenn wir Ende September in der Blechbüchse Premiere feiern könnten, wäre das eine große Sache.“ Sie hat sich für einen Krimi entschieden. „No Way Out“ (Kein Weg heraus) von J.T.R. Quasi ein Stück im Stück, denn hier geht es um eine Theatergruppe. „So in Richtung Agatha Christie“, sagt Juliane Botsch. Zu den berühmtesten Schöpfungen der britischen Schriftstellerin zählen der Detektiv Hercule Poirot sowie die verschrobene Miss Marple.

Die hat Juliane Botsch aber nicht auf dem Plan — dafür aber zwei klassische englische Damen, eine Punkerin, eine Regieassistentin, die nur eine graue Maus bleibt, und ein stereotypisches Blondchen.

Dazu kommen noch eine abgehalfterte Tänzerin, ein schleimiger Typ mit Gelfrisur und eine Nonne. Ach ja, in einem englischen Stück darf natürlich der Butler nicht fehlen.

Jeder bekommt seine Rolle. Auch wenn es nicht zum Geschlecht passt. Katharina Mahnke (18) mimt den Jim, einen kecken Draufgänger. Mit verrückten Typen hat sie schon gute Erfahrungen gemacht. Seit drei Jahren spielt „Kata“ bei Vineta und verkörperte schon Unterweltsgötter oder mystische Wesen auf der Ostseebühne. Übrigens an der Seite von Fiete. Der Karlshagener ist ebenfalls seit 2001 in der Vineta-Familie. Er hat die Hauptrolle ergattert und schwärmt von seiner Trainerin. „Jule ist als Schauspielerin toll. Wie sie uns die Grundlagen beibringt, das ist professionell.“

Viel Lob für Juliane Botsch, die bei der Probe zwischen der stillen Zuhörerin und der explodierenden Mimin wandelt. Dann wedelt sie plötzlich mit den Armen oder zuppelt an der Hose. Immer und immer wieder wird die Einstiegsszene geprobt. Und dann wird sie wieder ganz still. Geduldig sitzt die Schauspielerin vor ihren Schülern mit verschränkten Beinen, die an beste chinesische Zirkuskunst erinnern. Das ist nicht gespielt. . .

Zur Person
Juliane Botsch stammt aus Berlin.

Von 2004 bis 2008 absolvierte sie ihre Schauspielausbildung an der Theaterakademie Vorpommern. Nach einem Jahr als freie Schauspielerin gehört sie seit 2009 zum festen Ensemble der Vorpommerschen Landesbühne.

Von 2009 bis 2012 leitete sie mit ihrem Kollegen Martin Schneider die Barther Bodden Bühne.

Ihre erste Regiearbeit mit dem Ensemble der Vorpommerschen Landesbühne war das Märchenstück „Hänsel und Gretel“.

Als Schauspielerin ist Juliane Botsch gegenwärtig in „Das kunstseidene Mädchen“, „Achtung Deutsch!“, „Die Physiker“ und „Endstation Sehnsucht“ auf der Theaterbühne zu sehen.



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