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Usedom Anne und Franziska musizieren im Schloss ihrer Kindheit
Vorpommern Usedom Anne und Franziska musizieren im Schloss ihrer Kindheit
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00:01 11.07.2016
Pianistin Anja Götze und der Tubaist Georg Schwark vom Rundfunksinfonieorchester Berlin begeisterten die Zuhörer am Samstagabend im Stolper Schloss. Auch sie verzichteten zugunsten der Schlosssanierung auf Honorar. Quelle: Ingrid Nadler

Von einem ungewöhnlichen Konzert ließen sich Samstagabend die Besucher des Stolper Schlosses begeistern. Die Pianistin Anja Götze und der Tubaist Georg Schwark vom Rundfunksinfonieorchester Berlin hatten dafür Musikstücke verschiedenster Epochen zusammengetragen, die alle einen mehr oder weniger deutlichen Textbezug haben.

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Die Familien Batzdorf und Riedel verbringen seit 38 Jahren die Sommer in Stolpe / Jetzt konzertieren ihre Töchter für die Sanierung des Gräfinnensitzes im Dorf

Ich freue mich sehr darauf, wieder einmal im Schloss auftreten zu können.“ Franziska Batzdorf, Solo-Cellistin

Das Hauptwerk des Abends war dann Prokofjews „Peter und der Wolf“, hier in einer Fassung für Klavier solo, versehen mit einem Text von Hans-Eckardt Wenzel, den Georg Schwark mit sichtlichem Vergnügen zum Besten gab. Und der Reigen musikalischer Hochgenüsse setzt sich am kommenden Freitag bereits fort. Die beiden hochkarätigen Konzerte, die Musikfreunde am 15. und 24. Juli erwarten, würde man im Fußball wohl als Heimspiele bezeichnen.

Franziska Batzdorf, Solo-Cellistin bei den Dortmunder Philharmonikern, und Anne Riedel, Solo-Harfenistin an der Meininger Hofkapelle, haben mit ihren Eltern und Geschwistern beinahe alle Ferien ihrer Kindheit in Stolpe verbracht.

„Der Großvater meiner Frau war gräflicher Bahnhofsvorsteher in Stolpe“, erzählt Wolf-Dieter Batzdorf, viele Jahre Erster Konzertmeister an der Staatskapelle Berlin, auf welche Weise seine in Berlin beheimatete Familie vor 38 Jahren nach Stolpe gekommen ist. „Ich bin als Kind oft mit hierher gefahren und habe schöne Erinnerungen an diese Zeit“, sagt Klavierlehrerin Doris Batzdorf.

Das Doppelhaus in Stolpe, das sich die befreundeten Berliner Familien Batzdorf und Riedel Ende der 1970er Jahre ausgebaut hatten, wurde ständige Ferien- und Urlaubsadresse für die Freunde. Annelie Riedel war Geigerin im Orchester des Friedrichstadtpalastes, ihr Ehemann Gerhard Bratscher im Konzerthaus-Orchester Berlin. Außerdem hatten die Herren Batzdorf und Riedel Professuren an der Berliner Hochschule für Musik „Hanns Eisler“.

Damit war klar, dass in diesem ländlichen Feriendomizil in Stolpe immer auch die Musik zu Hause war.

Mit der leidenschaftlichen Hinwendung zur Klassik sind die Kinder beider Familien aufgewachsen. Etwa im Alter von je fünf Jahren fingen Franziska, Christian, Anne und Sascha an zu musizieren. Anfangs alle auf der Geige. Später hatte Anne ihre ersten Klavierstunden bei Doris Batzdorf, was naheliegend war. Weil die Kinder es von kleinauf gewöhnt waren, dass die Eltern auch in den Ferien proben müssen, wurde es auch für sie bald zur Selbstverständlichkeit. „Nach dem Frühstück haben sich die Kinder für gut eine Stunde zum Üben zurückgezogen“, erzählt Doris Batzdorf. „Es war von Vorteil, dass sie fast gleichaltrig waren und die Sommerferien hier auf dem Land gemeinsam verbringen konnten.“ Noch heute sei Stolpe ihr Herzensort, sagen die Eltern.

Erste Konzerterfahrungen haben die Kinder mit ihren Eltern dann in der Benzer Kirche gemacht. Ein Ort, der zu DDR-Zeiten aus vielerlei Gründen eine magische Anziehungskraft zu haben schien. „Wir haben hier in unseren Ferien fast 20 Jahre lang – oft auch mit unseren Kindern – Konzerte gegeben", erinnert sich Wolf-Dieter Batzdorf an eine spannende Zeit.

Später dann rückte das Stolper Schloss in den Mittelpunkt ihrer Aufmerksamkeit. „Seit zwölf Jahren haben wir uns in unterschiedlicher Besetzung, auch mit anderen Musikerkollegen, hier eingebracht“, sagt Batzdorf, der heute aktives Vorstandsmitglied im Förderverein des Schlosses ist. Nicht unerwähnt darf bleiben, dass sie alle stets auf ihr Honorar verzichtet haben und somit alle Erlöse aus den Konzerten in die Schlosssanierung geflossen sind.

„Ich freue mich sehr darauf, wieder einmal im Schloss auftreten zu können und im Publikum viele bekannte Gesichter zu sehen“, versichert Franziska Batzdorf.

Bleibt nachzutragen, dass Franziskas und Annes Brüder Christian Batzdorf und Sascha Riedel beide ihre Wirkungsstätte an der Staatskapelle Berlin gefunden haben. Als Solo-Trompeter der eine und als Vorspieler der 2. Violinen der andere.

Kommen wir auf die anfangs erwähnten „Heimspiele“ in Stolpe zurück: Am 15.Juli sind Prof. Gabriele Kupfernagel und Franziska Batzdorf mit Sonaten für Klavier und Violoncello unter anderem von Bach, Beethoven und Schumann im Schloss zu erleben.

Am 24. Juli erwartet die Besucher ein Konzert für und mit zwei Harfen. Anne Riedel und Christiane Richter spielen auf der Harfe unter anderem Werke von Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel. Das Programm wird von Thomas Richter an der Klarinette bereichert.

Beide Konzerte beginnen um 20 Uhr. Reservierungen ab sofort unter 038372/71873.

Ingrid Nadler

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